Jazz- und Weltmusik-Pionier Hugh Masekela ist tot

Noch im Dezember glaubte er, den Prostatakrebs besiegen zu können. Nun hat der Musiker Hugh Masekela den Kampf verloren. Er galt als Vater des südafrikanischen Jazz.

Hugh Masekela 2006 beim New Orleans Jazz and Heritage Festival
AP

Hugh Masekela 2006 beim New Orleans Jazz and Heritage Festival


Er sei bereits seit dem Jahr 2008 in Behandlung gewesen, berichtete der südafrikanische Fernsehsender ENCA TV. Im Oktober vergangenen Jahres sagte er seinen Auftritt beim Hugh Masekela Heritage Festival in Rockville ab, um sich seiner Genesung zu widmen. Nun starb Masekela im Alter von 78 Jahren.

Der 1939 im südafrikanischen Bergbaustadt Witbank geborene Musiker galt als einer der bedeutendsten Jazz- und Weltmusik-Pioniere. In vielen seiner Texte beschäftigte sich der Südafrikaner mit der Apartheid, kritisierte diese vehement.

Als Kind spielte er zunächst Klavier, wechselte dann aber zur Trompete und gehörte früh dem ersten südafrikanischen Jugendorchester, der Huddleston Jazz Band, an.

Unter anderem trat er mit Jimi Hendrix und Janis Joplin auf, später mit Paul Simon. Er gewann zwei Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Zu seinen bekanntesten Songs gehören "Stimela" (Coal Train) aus den Siebzigerjahren. Auch der von seiner Ex-Frau Miriam Makeba (auch bekannt als Mama Afrika) gesungene Soweto Blues, ein Klagelied über die Aufstände von 1976 in Soweto, wurde populär.

In den Achtzigern veröffentliche Masekela den Song "Bring Him Back Home (Nelson Mandela)", eine Hymne für die Befreiung des inhaftierten Anti-Apartheidkämpfer Mandela. Der Jazzmusiker selbst lebte jahrelang in England, den USA und verschiedenen afrikanischen Staaten im Exil.

Hugh Masekela sei friedlich in Johannesburg im Kreise seiner Familie eingeschlafen, teilten Angehörige mit. Sie verlören einen liebenden Vater, Bruder, Großvater und Freund. Der südafrikanische Kulturminister Nathi Mthethwa erklärte: "Das Land hat einen einzigartigen Musiker verloren." Seine zeitlose Musik habe die Herzen der Menschen höher schlagen lassen.

brs/rtr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.