Musikmagazin "Intro" wird eingestellt

Sie lag jahrelang in jedem Plattenladen und jeder Studentenkneipe aus - jetzt wird das Gratis-Musikmagazin "Intro" eingestellt.

Magazin "Intro"

Magazin "Intro"


Ab Juli werde es die "Intro" nicht mehr geben - das schrieb der Chefredakteur Daniel Koch auf der Homepage des Gratis-Magazins, das sich um Musik, Mode und Popkultur dreht. Trotz Bemühungen sei es nicht gelungen, die negativen wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre zu kompensieren: "Der Anzeigenmarkt für Printmagazine ist dramatisch geschrumpft - in einem Maße, das auch durch Digital-Erlöse nicht aufzufangen war. Leider ist es uns nicht gelungen, diese Verluste langfristig auszugleichen. Nun ziehen wir die Konsequenzen." Auch online soll die Seite im Juli eingestellt werden.

1991 gründete Matthias Hörstmann die "Intro", zunächst erschien das Heft, das sich nur über Anzeigen finanzierte, mit einer Auflage von 4000 Exemplaren im Landkreis Osnabrück; nach drei Jahren dann deutschlandweit. Über Jahre lag das Magazin, das sich aus Rezensionen, Interviews aber auch Gesellschaftskritik und Modestrecken zusammensetzte, in jedem Plattenladen und jeder Studentenkneipe aus.

Dazu entwickelte die Hörstmann Unternehmensgruppe um das Magazin viele weitere Medien- und Eventangebote, unter anderem das "Melt-" und das "Berlinfestival" sowie den "Festivalguide", der zur Sommerkonzertsaison erschien. Auch das Fußballmagazin "11 Freunde" war zunächst bei Hörstmann angedockt, bevor Gruner + Jahr eine Mehrheit der Anteile übernahm.

Geprägt wurde "Intro" unter anderem von dem Poptheoretiker und Verleger Martin Büsser, dem Musiker und Journalisten Jens Friebe und dem "Titanic"-Autor Leo Fischer. Langjähriger Chefredakteur war Thomas Venker.

Noch Ende 2013 lag die Auflage von "Intro" laut dem Werbe-Fachmagazin "Horizont" bei 124.000. Auf intro.de schrieb Gründer Hörstmann jetzt zum Aus: "Intro ist für mich zu keinem Zeitpunkt ein Job gewesen, sondern das große Privileg, eine Leidenschaft zum Beruf machen zu können."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hatten wir Linus Volkmann zum langjährigen Chefredakteur von "Intro" gemacht. Er war Stellvertreter des Chefs - und das war Thomas Venker. Zudem hatte die erste Mitteilung von "Intro" den Eindruck erweckt, dass intro.de weiterläuft. Die Seite wird aber ebenfalls eingestellt - das haben wir auch korrigiert.

eth

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