Irische Folk- und Punkband Pogues-Gitarrist Philip Chevron ist tot

Ihre Fans vergötterten die prollige Truppe und grölten bei Konzerten bierselig mit. The Pogues machten die rüde Mischung aus Punk und irischem Folk populär. Jetzt ist ihr Gitarrist Philip Chevron im Alter von 56 Jahren gestorben.

Chevron 2012 bei einem Auftritt in Sydney: Aushängeschild in Sachen Folk
Corbis

Chevron 2012 bei einem Auftritt in Sydney: Aushängeschild in Sachen Folk


Hamburg - Seit Mitte der achtziger Jahre steht die irische Punkband The Pogues für Exzesse und keltische Liedkultur. Nun ist der Gitarrist der Band, Philip Chevron, im Alter von 56 Jahren gestorben. Wie die Gruppe auf ihrer Internetseite mitteilte, verstarb der Musiker am Dienstag nach langem Krebsleiden. Im vergangenen Jahr war bei ihm erneut ein Tumor entdeckt worden, der unheilbar war. Im Dezember dieses Jahres wollte die Band noch mehrere Konzerte in Großbritannien spielen.

Die Pogues waren ab Mitte der achtziger Jahre das Aushängeschild in Sachen Folk-Punk und ließen dieses Genre auch in Deutschland populär werden. Die versoffene, ständig den Ton verfehlende Stimme eines Shane MacGowan war dabei das unverwechselbare Merkmal der Band. Ihre musikalischen Wurzeln gehen zurück in die Mitte der siebziger Jahre, als die späteren Bandmitglieder bereits in der Punk-Szene mitmischten. In der Anfangszeit spielten die Pogues eine Mischung aus Country, Rockabilly sowie schottischem und irischem Folk.

Der in Dublin geborene Chevron hatte zunächst in der Band The Radiators from Space gespielt, bevor er 1984 zu den Pogues stieß. Mit ihnen spielte er unter anderem einen ihrer erfolgreichsten Songs ein, "Thousands Are Sailing", den er zusammen mit Songwriter McGowan schrieb.

Mit "If I Should Fall From Grace with God", dem dritten Album der Pogues, feierte die Band 1988 ihren weltweiten Durchbruch. Wenige Jahre später waren MacGowans Alkoholprobleme so gravierend geworden, dass er während der Konzerte seine eigenen Texte vergaß, sich dem Publikum nur noch lallend präsentierte und sich dabei krampfhaft am Mikrofon festhielt. Nach seinem Rausschmiss wurde er von dem früheren Clash-Sänger Joe Strummer ersetzt - den die Fans bei Konzerten aber auspfiffen. 1992 endete das kurze Zwischenspiel mit Strummer als Leadsänger.

vks/AFP/dpa/Reuters

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