Bologna - Ergreifend nimmt Italien Abschied von einem seiner meistgeschätzten Künstler. Zehntausende Menschen trauerten am Sonntag in Bologna um den verstorbenen italienischen Sänger Lucio Dalla, wo der Liedermacher beigesetzt wurde. Der 68-jähriger Musiker war vergangene Woche in der Schweiz während einer Konzerttournee plötzlich gestorben.
Insgesamt mehr als 50.000 Menschen erwiesen dem aufgebahrten Dalla am Wochenende in seiner Heimatstadt die letzte Ehre. Zahlreiche Prominente wie Fußballstar Roberto Baggio und Ferrari-Chef Cordero di Montezemolo waren aus ganz Italien angereist. Tränenüberströmte Fans versammelten sich von Samstagmorgen an vor dem Rathaus in Bologna, in dem der Sarg aufgebahrt war. Auf der Piazza Maggiore, dem Hauptplatz der Stadt, ertönten bekannte Lieder des Künstlers, darunter "Caruso" und "Gesù Bambino". Künstler, Politiker und Intellektuelle legten Blumenkränze nieder. Die Stadt hatte halbmast geflaggt.
Als Dallas mit roten Rosen und einer Zigarette geschmückter Sarg in die Basilika St. Petronius gebracht wurde, brandete Applaus auf. Der Trauergottesdienst wurde per Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen, auf dem ein großes Foto an den Verstorbenen erinnerte. In Italiens Fußballstadien wurde seiner gedacht. Die Bischöfe hatten jedoch darum gebeten, in der Trauerzeremonie keine Lieder des als gläubig bekannten Sängers zu spielen. So wurde lediglich am Ende sein Text "Le Rondini" (Die Schwalben) verlesen, eines der vielen Lieder Dallas über den Sinn des Lebens.
Dalla hätte am Sonntag seinen 69. Geburtstag gefeiert. Der Sänger starb am vergangenen Donnerstag im Schweizer Montreux an einem Herzinfarkt. Dallas sozialkritische und poetisch-melancholische Lieder sind bei mehreren Generationen beliebt. Der Künstler, zu dessen bekanntesten Liedern "Caruso" - eine für Startenor Luciano Pavarotti geschriebene Hommage an die Opernlegende Enrico Caruso - gehörte, zählte in Italien zu den bedeutendsten Musikern der vergangenen 30 Jahre. Weitere bekannte Titel waren "Se io fossi un angelo" und "Tu non mi basti mai". Auch außerhalb seiner italienischen Heimat hatte Dalla viele Fans.
lgr/dpa/AFP
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