Jahrzehnt der Musik-Revolution Du bist DJ

Früher sammelten wir CDs und Platten wie einen Schatz. Jetzt hören wir Songs vom Player oder gleich gestreamt aus dem Netz: Die 2000er haben das Musikhören revolutioniert wie kaum ein Jahrzehnt zuvor. SPIEGEL ONLINE über Technik-Hypes, Stars, die das Internet gebar - und den Sound der Zukunft.

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Vom Internethype und zurück: Karrieren wie die der Black Kids prägten die 2000er Jahre
Dean Chalkely

Vom Internethype und zurück: Karrieren wie die der Black Kids prägten die 2000er Jahre

Die Leidenschaft eines Musikfans ließ sich lange an der Größe und dem Ordnungssystem seiner Plattensammlung bemessen. Wer Musik liebte, wollte nicht nur hören, sondern horten.

Im Januar 2001 baute Apple ein sehr cleveres digitales Spielfeld für diese Leidenschaft auf: Es verschenkte die Software iTunes - das "beste und am leichtesten zu bedienende Jukebox-Programm der Welt", hieß es in der ersten Mitteilung. Was für neue Sortiermöglichkeiten es da plötzlich gab! Denselben Titel in verschiedenen Playlisten speichern, einen Song per Volltextsuche auf verschiedenen Alben finden, alle Titel eines Künstlers mit einem Klick anzeigen. Und vor allem: Die komplette Sammlung digitalisieren.

Mit dem zweiten Produkt erfüllte Apple dann den Traum vieler Musiknerds. Der im Oktober 2001 vorgestellte iPod ermöglichte es, seine komplette Musiksammlung mit allen mühsam eingepflegten Listen, Querverweisen und Untersammlungen überallhin mitzunehmen. 1000 Titel in CD-Qualität fasste der erste iPod auf seiner Fünf-Gigabyte-Festplatte. Apple hatte für den physischen Tonträger ein digitales Gegenstück erfunden, das sich dinglich genug anfühlte, um Sammlerleidenschaft zu entfachen. Man hatte ja schließlich Dateien auf der Festplatte und dieses silbrig-weiße Ding in der Jackentasche, kurz: Man besaß.

Bis zum Ende des Jahrzehnts sollten sich die Speicherkapazitäten auf 160 Gigabyte ver-32-fachen. Doch mit dem Aufstieg von cloud computing veränderte sich der Besitz von Musik ein weiteres Mal.

MySpace, Pandora, Stream - SPIEGEL ONLINE zeichnet nach, wie sich unser Musikkonsum in den 2000er Jahren revolutioniert hat:



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baninchenrenner 29.12.2009
1. Revolutionen wo man hinschaut
Oje wie anstrengend ist doch diese ewig gleichbleibende Wiederholschleife der medialen Verkündigungsapostel: 1900: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Die Schallplatte ist da." 1920: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Das Radio ist da." 1930: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Das Tonband ist da." 1950: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Die Jukebox ist da." 1970: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Die Kassette ist da." 1980: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Die CD ist da." 1990: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Das Internet ist da." 2000: "Noch nie da gewesene Musikhör-Revolution: Revolution! Revolution!" Was also ist nun unerhört sensationell? Dinge werden weiterentwickelt. So what?
zykill 29.12.2009
2. Lächerlich
Was sich heute alles DJ nennt, hat schon lange unter keiner Kuhhaut mehr Platz. Es gehört mehr dazu als eine Festplatte mit 20'000 geklauten Songs (oder halt legal erworbenen) oder dem neusten DJ-Gadget. Würde man all die vielen Neu-DJs vor ein traditionelles Setup stellen (2 Plattenspieler und ein Mixer), würden viele von denen alt aussehen. Aber halt typisch für die heutige Zeit (wo konstruktive Kritik oft als "Hating" abgetan wird). Man nehme etwas, vereinfache dieses, damit der hinterste und letzte Holzkopf es ebenfalls konsumieren kann (und sobald der Kaugummi fad wird, spuckt man ihn aus). Das dabei die wahre Kunst flöten geht/beeinträchtigt wird, ist irrelevant. So ich muss meine Playlist vorbereiten für den heutigen iPod-DJ-Battle
Lexington67 29.12.2009
3. Ich seh jetzt nicht...
Zitat von zykillWas sich heute alles DJ nennt, hat schon lange unter keiner Kuhhaut mehr Platz. Es gehört mehr dazu als eine Festplatte mit 20'000 geklauten Songs (oder halt legal erworbenen) oder dem neusten DJ-Gadget. Würde man all die vielen Neu-DJs vor ein traditionelles Setup stellen (2 Plattenspieler und ein Mixer), würden viele von denen alt aussehen. Aber halt typisch für die heutige Zeit (wo konstruktive Kritik oft als "Hating" abgetan wird). Man nehme etwas, vereinfache dieses, damit der hinterste und letzte Holzkopf es ebenfalls konsumieren kann (und sobald der Kaugummi fad wird, spuckt man ihn aus). Das dabei die wahre Kunst flöten geht/beeinträchtigt wird, ist irrelevant. So ich muss meine Playlist vorbereiten für den heutigen iPod-DJ-Battle
Warum es "kpnstlerisch Wertvoller" sein soll, Musik von 2 Vinyl Schallplatten miteinander in Einklang zu pitchen als dasselbe mit nem PC und MP3 zu tun. Das sich DeJotts überhaupt selbst als Künstler verstehen ist mir unbegreiflich. Die Künstler sind doch wohl die, die die Musik erschaffen, also die Musiker. Der DeJott ist da maximal ein Handwerker, schlimmstenfalls ein Schmarozer wenn er die verhunzten und vermixten Musikstücke selber zu verkaufen sucht.
lemming51 29.12.2009
4. !!!!!!!!!
Zitat von Lexington67Warum es "kpnstlerisch Wertvoller" sein soll, Musik von 2 Vinyl Schallplatten miteinander in Einklang zu pitchen als dasselbe mit nem PC und MP3 zu tun. Das sich DeJotts überhaupt selbst als Künstler verstehen ist mir unbegreiflich. Die Künstler sind doch wohl die, die die Musik erschaffen, also die Musiker. Der DeJott ist da maximal ein Handwerker, schlimmstenfalls ein Schmarozer wenn er die verhunzten und vermixten Musikstücke selber zu verkaufen sucht.
Endlich hat' s mal einer auf den Punkt gebracht. DANKE ! Einen"Plattenaufleger" und "Scratcher" als Musiker zu bezeichnen ist das Allerletzte.
sorgi62 29.12.2009
5. Ach ja?
Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. Ein Diskjockey ist in erster Linie jemand der Platten, bzw. Musikstücke auswählt und sie dann zusammen mixt. Das kann auf eine sehr ansprechende oder auch sehr animierende Art und Weise geschehen, d.h. der DJ kann eine Vorauswahl treffen, nach der sich zwei Platten gegenseitig "pushen" oder auch sehr gut ergänzen wenn man sie zusammenmixt. Wer offensichtlich noch nie auf einer guten Techno / Drum and Bass oder Houseparty gewesen ist sollte sich da kein Urteil erlauben.. ebensowenig jemand der anscheinend noch nie einen wirklich schlechten DJ erlebt hat, welcher Kraut und Rüben zusammenmixt, oder nur den Hitlistenbrei. Ein guter DJ ist in meinen Augen auch in der Lage auf das Puplikum einzugehen und die richtige Platte (MP3/CD usw..) zur richtigen Zeit aufzulegen. Ebenso ist ein guter DJ jemand der sich durch den riesigen Musikjungel kämpft und die für ihn besten Stücke rausfischt um ein gutes Set zusammenzustellen... Ja, für mich ist DJing eine Kunst.
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