Jay-Z über einstigen Grammy-Boykott "Dort muss ich sein"

Mehrere Jahre blieb Jay-Z den Grammys fern. Nun hat der Rapper am Vorabend der Preisverleihung in New York gesagt, was ihn dazu bewog, den Boykott aufzugeben.

Jay-Z in New York
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Jay-Z in New York


Von 1998 bis 2004 fehlte bei den Grammys ein Star der Musikszene: Jay-Z blieb der Verleihung des wichtigsten Musikpreises fern. Nun hat er am Vorabend der Grammy Awards bei einer Party von Clive Davis in New York darüber gesprochen, was ihn damals zum Boykott bewegte.

1998 habe Rapper DMX ein unfassbar erfolgreiches Jahr mit zwei Hit-Alben gehabt - und sei dennoch ohne Grammy-Nominierung geblieben. Das wurmte Jay-Z sehr, weil die Gewinnchancen für Hip-Hop-Künstler in den wichtigsten Grammy-Kategorien historisch gesehen sehr gering sind.

Erst 2004 ließ Jay-Z sich wieder bei den Grammys blicken. "Ich bin bis 2004 nicht zurückgekehrt, als eine wunderschöne junge Frau, die ich sehr liebe, ein Soloalbum hatte, die wunderschöne Miss Beyoncé." Damals habe er verstanden, dass Kunst sehr subjektiv sei.

Bei der Organisation, die die Grammys verleiht, arbeiteten eben Menschen "und die stimmen für Dinge, die sie mögen, und das ist subjektiv". "Wir sehen die unglaublichsten Künstler auf dieser Bühne und wollen selbst dorthin", sagte er. Deshalb habe er sich gesagt, "dort muss ich sein". Seit 2008 sind Jay-Z und Beyoncé verheiratet. Davis sagte, Beyoncé sei die "First Lady der Musik".

Nominiert in wichtigen Grammy-Kategorien

Jay-Z hat bislang 21 Grammys gewonnen und war 74-mal nominiert. Allerdings bekam er noch nie den Preis für das beste Lied, die beste Aufnahme oder das beste Album des Jahres. Das könnte sich nun ändern. Für die Grammys am Sonntag ist er in acht Kategorien nominiert, darunter Lied und Platte des Jahres. Sein Album "4:44" thematisiert Rassenprobleme in den USA sowie die Untreue, mit der sich Beyonce 2016 in "Lemonade" beschäftigte.

In der Vergangenheit hatten Rapmusiker wie Eminem oder Kanye West im Vergleich zu Country-, Rock- oder Popkünstlern kaum Aussichten, in den wichtigsten Kategorien Grammys zu gewinnen. In 60 Jahren Grammys sind nur zwei Hip-Hop-Platten als Album des Jahres ausgezeichnet worden: 1999 "The Miseducation of Lauryn Hill", 2004 "Speakerboxxx/The Love Below" von Outkast.

Bei der Grammy-Vorparty wurde Jay-Z als "Ikone der Musikbranche" ausgezeichnet. Im Publikum waren zahlreiche Stars, darunter Beyoncé, Quincy Jones, Tina Fey, Jerry Seinfeld, Diddy, Martha Stewart, Ivana Trump und John Oliver. Alicia Keys sag zu Ehren Jay-Zs, Jennifer Hudson erinnerte an Aretha Franklin, Luis Fonsi sang "Despacito". Und Barry Manilow erinnerte mit "New York, New York" daran, dass die Preisverleihung zum 60. Jubiläum nach New York zurückkehrt.

ulz/Reuters/AP



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