Sänger von Jefferson Airplane Paul Kantner ist tot

Er schrieb den Soundtrack zum Hippie-Gefühl der Sechzigerjahre und trat mit seiner Band beim legendären Woodstock-Festival auf. Nun ist Paul Kantner mit 74 Jahren in Kalifornien gestorben.

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Paul Kantner, Gründungsmitglied der Band Jefferson Airplane, ist am vergangenen Donnerstag mit 74 Jahren in San Francisco gestorben, wie seine Sprecherin bekanntgab. Im Jahr 1965 hatte Kantner die Band gegründet, in der er Gitarre spielte und sang. Auch in der Nachfolgeformation, die sich seit 1972 Jefferson Starship nannte, wirkte Kantner federführend mit.

Er schrieb für die Bands in ihrer jeweiligen Besetzung Songs, die sich oftmals mit Themen der Science Fiction beschäftigten. Beim Woodstock-Festival des Jahres 1969 spielten Jefferson Airplane als einer der Headliner. Hier spielen sie ihren berühmten Woodstock-Song "Somebody to Love":

Die Band war zu dieser Zeit einem freizügigen Lebensstil, der auch die exzessive Einnahme von Drogen beinhaltete, sehr zugetan: Bei manchen Konzerten warfen die Musiker sogar LSD ins Publikum. Wenige Bands der Hippie-Zeit wurden so sehr mit dem Idealismus und dem Hedonismus der späten Sechzigerjahre identifiziert wie Jefferson Airplane.

"Er war der erste Typ, den ich für die Band ausgesucht habe, und er war der erste, der mir beigebracht hat, wie man einen Joint rollt", schrieb Marty Balin, ebenfalls Sänger bei Jefferson Airplane anlässlich des Todes von Kantner bei Facebook.

Paul Kantner veröffentlichte neben seiner Tätigkeit beim Airplane im Lauf der Jahrzehnte zahlreiche Soloalben. Bei seiner Band galt er als das moralische Gewissen, das die Formation Ende der Sechzigerjahre in eine immer radikalere Richtung trieb, was sich auch im militanten Song "Volunteers" niederschlug, in dem die Band zur Revolution in den USA aufrief.

Genau dort sollen Jefferson Airplane bei der diesjährigen Grammy-Verleihung im Februar einen Sonderpreis für ihre Lebenswerk erhalten - den die nunmehr verbliebenen Bandmitglieder ohne ihren Kollegen Kantner in Empfang nehmen müssen.

cri/AP



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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Schakutinga 29.01.2016
1.
Farewell, Baron von Tollbooth! Eure Musik war ein geiler Trip.
Oberleerer 29.01.2016
2.
Schon seltsam, daß die Musik aus heutiger Perspektive so fade und farblos wirkt, zumindest wenn man auf YT nachschaut. White Rabbit habe ich letzte Woche mal herausgesucht, nachdem der Kalkbrenner die Originaltonspuren zu "Feed your Head" verarbeitet hat. Ich hätte da kaum einen Zusammenhang gehört. Im Original geht alles irgendwie in Matsch unter.
freddykrüger 29.01.2016
3. Domino Effekt
jetzt sterben Sie aber wie die Fliegen. Erst Lemmy, dann Bowie, Jimmy Bain und jetzt Paul Kantner. Schade, aber mit 74 kann man wohl kaum noch von plötzlich und unerwartet reden. Aus altersgründen hab ich Airplane/Starship nie Live sehen können. Die späteren Starship Alben ab Mitte der 70er interessierten mich nicht mehr. Ich mag die SF Bands heute noch sehr gern. Grateful Dead, Quicksilver Messenger Service, Spirit, Airplane uva. Naja, Musiker sind wohl doch sterbliche. Wer wird der nächste? Wetten nehm ich gerne an. R.I.P. Paul
butzibart13 29.01.2016
4. manchmal geile Musik
J. A. haben schon tolle, teils auch abgedrehte Musikstücke produziert, neben den Klassikern "Somebody to love" auch solche wie "White Rabbit" "Leather", Good Shepherd" usw. Am kuriosesten ist immer noch das Deutschlandlied "Never argue with a German......, bei dem Grace Slick einen grauenhaften deutschen Text singt.
Das Grauen 29.01.2016
5. Sooner or later, you're bound to go
You don't know what this man feels like He doesn't care if you think you know Somebody's bound to lead you If that man got a smile on his face Sooner or later you're bound to go bound to go (Paul Kantner - Sketches Of China) https://m.youtube.com/watch?v=4mtz9BReyWo Er sagte einmal, Rockstars können die Welt auch nicht retten. Stimmt wohl. Aber er hat es wenigstens versucht. Und die Welt ein wenig schöner gemacht. Danke, Paul!
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