Postpunk-Legende Joy-Division-Begleiterin Annik Honoré ist tot

Sie war eng mit Joy Division verbandelt und bereitete Elektrobands wie Front 242 den Weg zum Erfolg. Die Belgierin Annik Honoré war wichtiger Motor für experimentelle und elektronische Popmusik. Jetzt ist sie im Alter von 56 Jahren gestorben.

Annik Honoré, hier auf einem privaten Bild aus dem Jahr 1984: Motor des Postpunk

Annik Honoré, hier auf einem privaten Bild aus dem Jahr 1984: Motor des Postpunk


Hamburg - Journalistin, Label-Gründerin, Konzertveranstalterin: Die Belgierin Annik Honoré hatte auf ganz unterschiedliche Weise Einfluss auf die Musik der späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahre. Am bekanntesten aber wurde sie durch ihre Beziehung zu Ian Curtis von Joy Division. Nachdem sie 1979 ein Konzert für die Band organisiert hatte, begann sie eine Affäre mit dem verheirateten Sänger. Curtis, der schon lange an Depressionen gelitten hatte, nahm sich 1980 das Leben.

Der Rockfotograf und Filmemacher Anton Corbijn drehte über Joy Division und die Beziehung zwischen Curtis und Honoré den Film "Control" . Gespielt wurde Honoré darin von der deutschen Schauspielerin Alexandra Maria Lara im flotten Postpunk-Chic.

Nach dem Tod des Sängers etablierte sich Honoré als eine wichtige Antriebskraft für dunkle und experimentelle Popmusik. So war sie Mitbegründerin des stilprägenden Labels Les Disques du Crépuscule, wo wichtige Vertreter elektronischer Musik und des Industrial Rock Platten rausbrachten. Etwa Tuxedomoon, Cabaret Voltaire oder Josef K. Für das Electronic-Body-Music-Ensemble Front 242 stellte sie die Weichen zum weltweiten Erfolg.

Wie unterschiedliche französische und belgische Seiten im Netz berichten, erlag Annik Honoré am Donnerstag den Folgen einer schweren Krankheit. Sie wurde 56 Jahre alt.

cbu



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insgesamt 10 Beiträge
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klogschieter 04.07.2014
1. Was zum Teufel....
...darf ich mir bitteschön unter "flottem Postpunk-Chic" vorstellen? Haben Sie sich die im Artikel genannten Spinner mal angeguckt? Die hatten allesamt eine Farbpalette, die zwischen dunkelgrau und schwarz changierte. Das darf man elegant oder meinetwegen auch cool finden, aber ganz bestimmt nicht "flott". "Flott" ist der neue auf Jugendlichkeit bedachte Haarschnitt einer sympathischen Tante, der man nicht sagen mag, dass die bunten Strähnchen in der als "modern" missverstandenen Kurzhaarfrisur wirklichwirklich eine ästhetische Unverschämtheit sind: "Flott siehst du aus, Tante Sabine." Sie freut sich, und der Komplimentengeber schämt sich ob seiner Verlogenheit. Wer "flott" in einen Artikel über Postpunk reinschreibt, KANN ud DARF bittebitte von Postpunk keinen blassen Schimmer haben. Manchmal finde ich euch Journalisten echt doof. Also so richtig: doof.
chrome_koran 04.07.2014
2. Musikgeschichte wurde gemacht
Die Frau hinter dem ganzen wunderbaren, teils dilettantischen, immer chaotischen, immer suchenden, manchmal genialen, fast immer hörenswerten Brüsseler Tohuwabohu von Crépuscule / Crammed Discs. Bands und Solisten aus diesem Stall haben ganz unauffällig die Musikgeschichte der 1980er und der frühen 1990er geschrieben. Zu der Aufzählung im Artikel angeführten würde ich auf jeden Fall noch Acts wie Minimal Compact und The Durutti (sic!) Column addieren. Alles innerlich miteinander auf wunderbarste Weise verflochten und sich gegenseitig beeinflussend. Schade alleine, dass der Bekanntheitsgrad dieser Musik in Deutschland nie dem künstlerischen Niveau des Werkes gerecht wurde. Oder vielleicht ist es besser so? Reinhör-Empfehlung: die Kompilation "Fuck Your Dreams, This Is Heaven". Nur noch antiquarisch zu haben, sofern ich weiß. RIP der Annik. Sie hat an einem wunderschönen Werk gearbeitet.
moin8smann 04.07.2014
3. ???
Zitat von klogschieter...darf ich mir bitteschön unter "flottem Postpunk-Chic" vorstellen? Haben Sie sich die im Artikel genannten Spinner mal angeguckt? Die hatten allesamt eine Farbpalette, die zwischen dunkelgrau und schwarz changierte. Das darf man elegant oder meinetwegen auch cool finden, aber ganz bestimmt nicht "flott". "Flott" ist der neue auf Jugendlichkeit bedachte Haarschnitt einer sympathischen Tante, der man nicht sagen mag, dass die bunten Strähnchen in der als "modern" missverstandenen Kurzhaarfrisur wirklichwirklich eine ästhetische Unverschämtheit sind: "Flott siehst du aus, Tante Sabine." Sie freut sich, und der Komplimentengeber schämt sich ob seiner Verlogenheit. Wer "flott" in einen Artikel über Postpunk reinschreibt, KANN ud DARF bittebitte von Postpunk keinen blassen Schimmer haben. Manchmal finde ich euch Journalisten echt doof. Also so richtig: doof.
Manchmal finde ich die Kommentar-Funktion vom "web2.0" echt zum kotzen und Ihren Kommentar unter einer *Todesnachricht* extrem taktlos und passend. Wenn Sie sich über Formulierungen über Frisuren auslassen wollen, dann tun Sie das bitte anderswo. Und zum Thema: danke für die grossartige Musik Annik.
klogschieter 04.07.2014
4. @crome_choran:
"Alles innerlich miteinander auf wunderbarste Weise verflochten und sich gegenseitig beeinflussend.": Sowas nennt man Inzest und ist genau der Grund dafür, dass alle diese Bands zwar wundervolle Platten gemacht, es aber am Ende nicht hingekriegt haben, einen relevanten Einfluss nach außen auf die große weite Popwelt zu entwickeln. An Deutschland hätten sie sich allerdings eh die Zähne ausgebissen, versuch mal, eine Wüste zu bewässern.
klogschieter 04.07.2014
5. @moin8smann:
Es ging mir hier nicht um Frisuren, sondern um die Frage, ob die entsprechende Formulierung im Artikel, auf die ich mich bezogen habe, der Bedeutung und Würde der Verstorbenen gerecht wird. Ich bin der Ansicht, dass dies nicht der Fall ist, weil "flotter Postpunk-Chic" meiner Ansicht nach Annik Honoré in genau die Rolle der femmefatalehaften Ian Curtis-Gespielin drängt, die sie nun wirklich niemals war. Auch wenn der Autor des Artikels es so wahrscheinlich gar nicht gemeint und immerhin auf die tatsächliche Bedeutung ihres Wirkens hingewiesen hat. Ihre Empörung in allen Ehren, moin8smann, aber die aggressive Lautstärke Ihres Beitrags hätten Sie sich sparen können, wenn Sie über meinen Beitrag kurz mal drei Sekunden nachgedacht hätten. "Zum Kotzen" dürfen Sie ihn trotzdem finden, aber bitte nicht aus missverstandenen Gründen.
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