Kahlschlag bei Viva Plus Der singende Wurmfortsatz

Bei den beiden Viva-Musiksendern wird kräftig gespart und entlassen. Der zum "CNN des Musik-TV" hochgehypte Sender Viva Plus wird zur reinen Videoclip-Abspielstation, die Moderatoren verschwinden von der Bildfläche.


Viva-Plus-Moderatoren: Nur noch Videos, keine VJs mehr
DPA

Viva-Plus-Moderatoren: Nur noch Videos, keine VJs mehr

Hamburg/Köln - Damit soll nach dem Einstieg des US-Medienkonzerns AOL Time Warner Chart zeigen als Großaktionär Viva "optimiert" werden, teilte die börsennotierte Viva AG Chart zeigen am Samstag mit. Neue Leiterin der Sendergruppe wird Martina Bruder, bisher Geschäftsführerin der Viva Fernsehen GmbH.

Mit der Neupositionierung reagiere Viva auch auf das "schwierige Marktumfeld", erklärte Viva-Vorstandschef Dieter Gorny. Viva hatte Ende Juli mitgeteilt, dass der Musikkanal im laufenden Geschäftsjahr nicht den erwarteten Umsatz und Gewinn erzielen wird.

Wurmfortsatz des Haupsenders

Grafik: Viva AG
DER SPIEGEL

Grafik: Viva AG

Betroffen ist vor allem der Anfang des Jahres mit 70 Beschäftigten gestartete Kanal Viva Plus, der als "CNN des Musik-TV" mit eigenen Korrespondenten aus Szenestädten wie London oder New York berichtete. Damit ist jetzt Schluss: Laut Martina Bruder ist Viva Plus nach dem neuen Konzept nur noch ein "Spin Off" des Hauptsenders und wird künftig ähnlich wie der niederländische Viva-Ableger "The Box" auf "Interaktivität" setzen. Zuschauer haben dabei gegen Gebühr die Möglichkeit, ihre Lieblings-Clips per Telefon auszuwählen.

Die bisherige Viva-Plus-Redaktion werde für dieses Konzept nicht mehr gebraucht, räumte die Senderchefin ein, ohne jedoch Zahlen über einen Stellenabbau nennen zu wollen. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte am Samstag unter Berufung auf Mitarbeiter berichtet, dass die meisten der 70 Beschäftigten entlassen würden.



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