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23. Juni 2018, 12:16 Uhr

Irreführende Album-Werbung

Kanye West muss vor Gericht

Der Weg für einen Prozess ist frei: Kanye West muss sich vor Gericht verantworten, weil er behauptete, sein Album sei nur beim Streamingdienst Tidal erhältlich - es aber auch bei anderen Anbietern veröffentlichte.

"Ihr könnt es nur bei Tidal bekommen." So hatte Kanye West im Februar 2016 sein damals neues Album "The Life of Pablo" beworben - um es dann sechs Wochen später auch beim Streamingdienst Apple Music zugänglich zu machen. Daraufhin initiierte ein enttäuschter Fan eine Sammelklage, um eine finanzielle Entschädigung zu erhalten.

Ein Richter in New York hat nun den Weg für einen Prozess gegen den US-Rapper wegen des Vorwurfs der Irreführung frei gemacht. Das meldete die Musikseite Pitchfork.

Der Bundesrichter Gregory Woods bezeichnete die Argumente des Musikers am Freitag als "dünn" und den Vorwurf des Klägers als berechtigt. Unabhängig davon, ob West zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens eine Jury überzeugen werde oder nicht, sei die Behauptung, dass sein Album niemals bei Apple Music verbreitet werde, falsch gewesen, erklärte Woods.

Der Richter erklärte allerdings, es gebe keinen Grund, den Prozess in New York fortzusetzen, da sowohl der Kläger als auch der Rapper in Kalifornien lebten. Der Mutterkonzern von Tidal, Aspiro, hatte eine Verlegung des Prozesses nach Kalifornien beantragt.

Wests Anwälte argumentierten, der Rapper habe keineswegs seine Fans in die Irre geführt, um Tidal neue Abonnenten zuzuführen. Für die spätere Veröffentlichung bei anderen Anbietern habe er nämlich einige neue Zeilen und Beats hinzugefügt - und damit eine neue Version des Albums geschaffen.

cbu/AFP

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