Hamburger Staatsoper: Stardirigent Nagano wird Generalmusikdirektor

Er dirigierte bei den Salzburger Festspielen und in der Metropolitan Opera in New York. Mit dem London Symphony Orchestra studierte er Orchesterwerke des anarchischen Rockmusikers Frank Zappa ein: Jetzt kommt Kent Nagano nach Hamburg.

Star-Dirigent Kent Nagano ab 2015 in der Hansestadt Zur Großansicht
Corbis

Star-Dirigent Kent Nagano ab 2015 in der Hansestadt

Hamburg - Kent Nagano tritt die Nachfolge von Simone Young an und wird Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hamburg. "Mit Kent Nagano kommt ein erfahrener und international erfolgreicher Dirigent nach Hamburg", heißt es in einem Bericht von NDR Kultur. Seit 2006 war Nagano Generalmusikdirektor in München, sein Vertrag dort endet im nächsten Jahr.

Er stand bereits bei den Salzburger Festspielen und in der Metropolitan Opera in New York am Pult. Hamburg wird seine dritte große Position in Deutschland. Er folgt Young 2015, wird aber nicht wie sie gleichzeitig Intendant der Staatsoper. Wer diesen Posten übernimmt, sei weiterhin unklar, sagte der NDR-Sprecher.

Nagano wurde 1951 in Morro Bay im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Seine Mutter unterrichtete ihn zunächst in Bratsche, Klarinette und an der lautenähnlichen japanischen Koto. Anschließend studierte Nagano Soziologie und Musik in Oxford, an der kalifornischen Universität in Santa Cruz und in San Francisco. Erst mit 21 Jahren beschloss Nagano, sich ganz der Musik zu widmen und studierte von 1977 bis 1979 Komposition und Orchesterleitung.

Zunächst arbeitete er vier Jahre lang als Korrepetitor an der Oper von Boston und dirigierte auch zeitweilig. Stationen in San Francisco, London und Paris sowie in Deutschland und den Niederlanden folgten. 1988 wurde Nagano überraschend zum Chefdirigenten an der Opéra de Lyon ernannt.

Bereits in den achtziger Jahren hatte er mit dem London Symphony Orchestra Werke des Rockmusikers Frank Zappa eingespielt.

1994 dirigierte er erstmals in Salzburg ein Konzert der Wiener Philharmoniker, als er die szenische Produktion von Igor Strawinskys "Oedipus Rex" und der "Psalmensymphonie" leitete. Im gleichen Jahr feierte er mit Poulencs "Dialogues des Carmélites" ein großartiges Debüt an der Metropolitan Opera in New York.

Von 2000 bis 2006 war Nagano Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und überraschte gleich zu Beginn mit einem unorthodoxen Programm mit zeitgenössischen Komponisten.

Korrektur: In einer früheren Version díeses Artikels behaupteten wir, Kent Nagano habe bei den Bayreuther Festspielen dirigiert. Das stimmt nicht, wir haben hier bedauerlicherweise den Fehler einer Nachrichtenagentur übernommen und bitten, dies zu entschuldigen.

kha/dpa/dapd

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Zappa
jupps 10.09.2012
Es ist ja nichts Neues, dass der Spiegel Musikbeiträge einfach nicht "kann". Was möchte uns der Autor diesmal bloß mit dem Begriff "anarchisch" in Bezug auf Zappa sagen?
2. Na endlich
ethcart 10.09.2012
Es wurde wirklich Zeit, dass Hamburg sich, mit Kent Nagano, endlich für einen Dirigenten von internationalem Ruf entscheidet - bisher war Hamburg in diesem Punkt absolut zweitklassig. Bald einen der besten Konzertsäle der Welt zu haben und einen zweitklassigen Dirigenten, wäre wohl nicht gegangen. Das haben nun auch die Verantwortlichen in Hamburg endlich begriffen ….
3. und wieder
freixen 10.09.2012
Schade, dass nicht berichtet wird mit wieviel Steuergeld Herr Nagano diesesmal subventioniert wird, um die Oberschicht zu unterhalten. Das Geld in die Anstellung von Lehrerinnen und Erzieherinnen investiert, wäre kulturell sinnvoller!
4. Bayreuther Festpiele?
seinedudeheit 10.09.2012
Nagano ist ein guter Mann - aber bei den Bayreuther Festspielen war er meines Wissens noch nicht...
5. Ignoranz? Oder wollen Sie nur gerne trollen?
Blaue Fee 10.09.2012
Zitat von freixenSchade, dass nicht berichtet wird mit wieviel Steuergeld Herr Nagano diesesmal subventioniert wird, um die Oberschicht zu unterhalten. Das Geld in die Anstellung von Lehrerinnen und Erzieherinnen investiert, wäre kulturell sinnvoller!
Kein Sinn fürs Schöne und Erhabene? Sie spielen offensichtlich kein Instrument und haben auch nie die Studentenermässigung für Konzerte genutzt. Ich bin gerne für 10 DM in die Philharmonie am Gasteig und es waren immer viele junge Leute dabei, denen man wohl kaum Millionen unterstellen würde.
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