Klimaschutz-Konzerte: "Live Earth" rockt die Welt

Weltweit lockte die Konzertreihe "Live Earth" Musik-Fans in die Metropolen - mehr als eine halbe Million feierten am Strand von Rio. Im verregneten Hamburg hielt sich der Zustrom allerdings in Grenzen.

Hamburg - Die Veranstalter blieben auf rund einem Drittel der Karten sitzen - dennoch sei er "total zufrieden und glücklich" mit dem "Live-Earth"-Konzert, sagte der Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH, Thorsten Kausch. Es herrsche eine einmalige Stimmung. "Wir haben viel Werbung für 'Live Earth' gemacht, doch sieben Wochen Vorbereitungszeit sind sehr wenig", sagte Kausch. Das Aufgebot an Musikern konnte sich sehen und hören lassen: Shakira, Katie Melua, Mando Diao, Silbermond, Roger Cicero, Yusuf Islam alias Cat Stevens und Enrique Iglesias gestalteten das musikalische Programm des einzigen Deutschlandkonzerts.

Party an der Copacabana: Einziges kostenfreies Konzert
AFP

Party an der Copacabana: Einziges kostenfreies Konzert

Kritik wurde unterdessen an den Behältern laut, in denen bei dem Konzerte Getränke ausgeschenkt wurden. Das waren Einweg-Plastikbecher und nicht Mehrweggefäße. "Wir wissen nicht, woran das liegt. Das war anders geplant", bemängelte Kausch. Er wolle jedoch nicht von einer Peinlichkeit reden.

Vom unbeständigen Wetter ließen sich die Hamburger die Stimmung nicht vermiesen. Sie sangen bei den Auftritten der Stars mit, tanzten auf den Rängen und applaudierten kräftig. Nach Ansicht von Konzert-Sprecher Frank Ehrich war "Live Earth" durchaus ein Erfolg. Als internationales Konzept habe es funktioniert. Die Menschen seien auf den Klimaschutz wieder aufmerksam geworden. Der deutsche Swing-Sänger Roger Cicero kritisierte die zeitweise laut gewordene Häme am Sinn der "Live-Earth"-Konzerte. "Das ist alles besser, als nichts zu machen", betonte der Grand-Prix-Teilnehmer. Er selbst jedenfalls fahre meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, trenne seinen Müll und habe elektrische Geräte fast nie auf Stand-By.

Vor mehreren hunderttausend Menschen startete am Abend am Strand von Rio das einzige kostenlose "Live-Earth"-Event, mit dem der Abschluss der eintägigen weltweiten Konzertreihe eingeläutet wurde. Erwartet zu dem einmaligen Strandereignis an der Copacabana wurden unter anderen brasilianische Sänger und Rapper sowie zum Abschluss der US-Rocker Lenny Kravitz.

Mit dem Auftritt des in Äthiopien geborenen US-Musikers Kenna begann unterdessen das New Yorker "Live Earth"-Konzert. Im Giants Stadium in New Jersey auf der anderen Seite des Hudson-Flusses war zu Beginn der Veranstaltung gut die Hälfte der Plätze besetzt. Der Mitorganisator der Konzertreihe, der frühere US-Vizepräsident Al Gore, dankte in seiner Ansprache in dem riesigen Baseball-Stadion den beteiligten Künstlern für ihren Einsatz zugunsten des Klimaschutzes. Hollywood-Star Leonardo DiCaprio präsentierte den demokratischen Politiker Gore als "globalen Hoffnungsträger".

Mit einem rasanten Auftritt der Popdiva Madonna ging das "Live Earth"-Konzert in London zu Ende. "Ich hoffe, es geht heute nicht nur um Unterhaltung. Das ist eine Revolution", rief sie im schwarzen Kostüm den tobenden 70.000 Zuschauern im ausverkauften Wembley-Stadion zu. Sie war der Höhepunkt der Show. Von den 21 Bands und Künstlern widmeten jedoch nur wenige ihre Ansprache dem Klimawandel. Viel eher ging es bei der etwa neun Stunden langen Party um die Musik.

reh/AFP/ddo/dpa

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