Deutscher Komponist: Hans Werner Henze ist tot

Hans Werner Henze, einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart, ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren. Noch vor kurzem war er in Dresden für eine Antikriegsoper gefeiert worden.

Hans Werner Henze (Archivbild): Einer der wirkungsvollsten Komponisten unserer Zeit Zur Großansicht
dapd

Hans Werner Henze (Archivbild): Einer der wirkungsvollsten Komponisten unserer Zeit

Hamburg - Der deutsche Komponist Hans Werner Henze ist tot. Henze sei am Samstag in Dresden im Alter von 86 Jahren gestorben, teilte der Mainzer Musikverlag Schott Music auf seiner Internetseite mit. Der in Gütersloh geborene Henze gilt als der meistgespielte zeitgenössische Komponist.

Die Semperoper in Dresden hatte jüngst erst ihre Spielzeit 2012/2013 mit der Antikriegsoper "Wir erreichen den Fluss - We come to the river" des Komponisten Henze eröffnet. Henze, der in Italien lebte, kam noch persönlich zur Premiere und wurde schon vor der Aufführung vom Publikum stürmisch gefeiert.

Schott Music würdigte Henze als einen der "vielseitigsten und wirkungsvollsten Komponisten unserer Zeit". Seine grenzenlose musikalische Phantasie habe während seiner langen künstlerischen Laufbahn in der Komposition von mehr als 40 Bühnenwerken und zehn Symphonien, in Konzerten, Kammermusik, Oratorien, Liederzyklen und einem aus neun Konzerten bestehenden Requiem Ausdruck gefunden.

Die Zusammenarbeit mit der Dichterin Ingeborg Bachmann bei den Opern "Der Prinz von Homburg" (1958/59) und "Der junge Lord" (1964) zählte ebenso zu den Höhepunkten seines Schaffens wie die Musikdramen "Elegie für junge Liebende" (1959-61) und "Die Bassariden" (1964-65).

Henze wurde am 1. Juli 1926 als Sohn eines Dorfschullehrers geboren und studierte an der Staatsmusikschule in Braunschweig Klavier, Schlagzeug und Musiktheorie. Nach dem Krieg ging er an das Kirchenmusikalische Institut nach Heidelberg und studierte anschließend Komposition in Darmstadt und Paris. Konflikte mit seinem autoritären Vater, der mit den Nazis sympathisierte, prägten Henze nachhaltig.

Die Erfahrungen in der Kriegsgefangenschaft prägten Henzes Werk. Sein politisches Engagement ab Mitte der sechziger Jahre nahm starken Einfluss auf seine Kompositionen, die Wahl der Texte und Sujets. Er wollte zu den politischen Fragen seiner Zeit in einer neuen Musiksprache Stellung beziehen. Er thematisierte beispielsweise das faschistische Deutschland, die Ereignisse von 1968 und die Revolution in Kuba. 1988 gründete er die Münchner Biennale, deren künstlerischer Leiter er bis 1994 war.

bim/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Musik
RSS
alles zum Thema Hans Werner Henze
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite