Lukas Graham bei "Unplug & Play": Rampensau mit Rotwein-Faible

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Sogar mit Alkohol haben Lukas Graham bei ihrem "Unplug & Play"-Konzert im Hamburger SPIEGEL-Haus versucht, ihre Fans gnädig zu stimmen. Dabei haben die Dänen das gar nicht nötig: Bei ihrem exklusiven Gig begeisterte die Band allein durch ihre Musik.

Jeannette Corbeau

Lukas Graham sind gute Gastgeber, denen das Wohl ihrer Gäste am Herzen liegt. Und dazu gehört es eben, Fans persönlich mit Rotwein zu bewirten. Beim exklusiven "Unplug & Play"-Konzert der Dänen im Hamburger SPIEGEL-Haus gab Bandleader Lukas Graham Forchhammer gleich mehreren - übrigens ausnahmslos weiblichen Zuschauern - Rotwein aus. Passte ja auch, schließlich heißt einer der Songs ihres Debütalbums, den sie auch beim SPIEGEL-ONLINE-Gig präsentierten, genau so: "Red Wine".

Dabei hatten es die Newcomer aus Kopenhagen eigentlich überhaupt nicht nötig, ihre Fans mit Alkohol gnädig zu stimmen. Bei ihrem Auftritt überzeugten sie allein mit ihrer Musik und begeisterten die Fans im SPIEGEL-TV-Studio und am Livestream.

Vor allem Sänger Lukas Graham Forchhammer bewies, dass für Typen wie ihn der Begriff "Rampensau" erfunden wurde. Mit seinem Basecap und dem Bartflaum über der Oberlippe sieht er zwar eigentlich aus wie ein junger Trucker aus dem Mittleren Westen, doch auf der Bühne verwandelt er sich in einen ebenso charmanten wie gewitzten Entertainer.

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Konzert im SPIEGEL-Haus: Lukas Graham bei "Unplug & Play"

Ein hervorragender Sänger ist der 24-Jährige ohnehin. Besonders bei den hohen Tönen bewies Forchhammer, dass eine Sopranausbildung in der Kindheit durchaus eine lohnenswerte Investition sein kann. Seinen musikalischen Stil hat er zur Freude der wachsenden Schar an Fans seither freilich weiterentwickelt. Den Kopenhagener Kinderchor, in dem er seine musikalischen Anfänge bestritt, hat er längst hinter sich gelassen: "Ghetto-Pop" nennen Lukas Graham das, was sie jetzt machen. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine eingängige Mischung aus HipHop, Funk und ganz viel Soul.

Mehr als eine One-Man-Show

Vor dem Konzert hatte die Band im SPIEGEL-ONLINE-Fragebogen geschrieben, man brauche "immer mindestens eine Person, der es scheißegal ist, was andere denken", um eine gute Party in Schwung zu bringen. Bei ihrem Konzert genügte allein die Musik von Lukas Graham, um die 150 Zuhörer im Studio zum Rasen zu bringen.

Vom ersten Akkord an tobte das Publikum, was nicht nur am Gesang und den Entertainment-Qualitäten von Forchhammer, sondern auch am energischen Bass von "Mr. Magnum" und dem nach vorne drängenden Schlagzeug von Drummer "Lovestick" lag. Lukas Graham haben gezeigt, dass sie mehr sind als eine One-Man-Show, bei der die Bandkollegen nur schmückendes Beiwerk zum alles dominierenden Leadsänger sind.

Vor allem aber begeistert die Band aus der Kopenhagener Hippie-Kommune Christiania mit eingängigen Melodien, die direkt ins Ohr gehen und danach lange im Kopf bleiben. Egal, ob langsame und ruhige Balladen wie "Moving Alone" oder tanzbare Up-tempo-Stücke wie "Ordinary Things" - Lukas Graham haben in Hamburg bewiesen, dass sie das gesamte Pop-Repertoire beherrschen. Und sie haben das Zeug dazu, mehr zu sein als nur ein One-Hit-Wonder: Zwar spielten sie zum krönenden Abschluss ihres Gigs ihren Erfolgssong "Drunk In The Morning", doch da hatten sie das Publikum schon längst in ihren Bann gezogen.

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
GoBenn 14.12.2012
Wie fände es Spon eigentlich, würden die Betreiber vom Knust oder der Fabrik oder der Markthalle regelmäßig euphorisch über die Konzerte im eigenen Haus schreiben? Einen wirklichen Gefallen tut man den Bands damit irgendwie nicht. Ist jedenfalls mein Empfinden.
2. wieso
kamaloka 21.12.2012
kriegt so ne Band einen SPON-Artikel? Ziemlich langweiliges Pop-Geklimper mit fürchterlichem Schwiegersohn-Singsang
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