Musikvideo "We're All Mexican" Künstler verbünden sich gegen Donald Trump

"Sie bringen Drogen und sind Vergewaltiger": Gegen solche pauschalen Sprüche über Mexikaner in den USA wehren sich nun Künstler, darunter Carlos Santana und Whoopi Goldberg. Das Credo ihres Songs: Wir sind alle Mexikaner.

Screenshot aus "We're All Mexican": "In der ganzen Welt werden Einwanderer schikaniert"
YouTube/ Estefan Channel

Screenshot aus "We're All Mexican": "In der ganzen Welt werden Einwanderer schikaniert"


Seit Wochen diskutieren die USA über den Umgang mit Migranten aus Mexiko, jetzt erheben lateinamerikanische Künstler ihre Stimme: Als Antwort auf rassistische Untertöne in der Debatte haben Stars wie Carlos Santana und der US-kubanischen Rapper Pitbull ein Musikvideo veröffentlicht, in dem sie die Verdienste mexikanischer Immigranten feiern.

Unter dem Titel "We're All Mexican" (Wir sind alle Mexikaner) zeigt das rund dreiminütige Video unter anderem mexikanische Landarbeiter, kulinarische Spezialitäten des mittelamerikanischen Landes sowie berühmte Mexikaner wie die Künstlerin Frida Kahlo. Ganz humorlos ist der engagierte Clip zudem nicht: In dem Video wird etwa auch ein landestypisches Chihuahua-Hündchen gezeigt.

An dem Projekt nahmen neben Santana und Pitbull unter anderem die Schauspielerinnen Eva Longoria und Whoopi Goldberg sowie der in Haiti geborene Rapper Wyclef Jean teil. Die Idee dazu kam dem US-kubanischen Produzenten Emilio Estefan angesichts der Popularität des umstrittenen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump.

Der Politiker und Immobilienhai provoziert immer wieder mit pauschalen Parolen gegen Mexikaner, sagt Sätze wie: "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger." Zuletzt forderte der Milliardär in einem Positionspapier sogar eine Mauer an der Südgrenze der USA - bezahlt von Mexiko. Bis der Nachbarstaat dies tue, sollten die USA höhere Visagebühren für Unternehmensvorstände und Diplomaten einführen sowie die US-Grenzübergangskarten verteuern, die demnach jährlich eine Million Mexikaner nutzen.

"Opfer von Rassismus und Engstirnigkeit"

Das Musikvideo wolle deutlich machen, "dass wir alle jederzeit Opfer von Rassismus und Engstirnigkeit" werden können, hieß es in einer Erklärung der Künstler. Ohne direkt auf Trump einzugehen, prangert die Erklärung die derzeitige Kampagne gegen Mexikaner an, die zudem nicht die einzigen Opfer seien: "In der ganzen Welt werden Einwanderer schikaniert und zu Sündenböcken für alle Probleme ihrer neuen Heimat gemacht."

Bürger lateinamerikanischer Abstammung sind die größte und am raschesten wachsende Minderheit in den USA; die meisten von ihnen kommen aus Mexiko. An der US-Südgrenze zu Mexiko steht ein mehrere Hundert Kilometer langer Zaun, bewacht von Tausenden Beamten der Grenztruppe. Bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen spielen Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln eine entscheidende Rolle.

mxw/AFP



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