Kurzfristig angesetzt "Live Earth" in Hörweite des Weißen Hauses

Sein neuester Streich: Auch im Herzen der US-Macht zieht jetzt der Klimaschutz ein. Al Gore hat kurz vor Beginn des globalen Benefiz-Spektakels Live Earth in der Hauptstadt Washington D.C. eine Konzert-Location gefunden - mit Hilfe der Indianer.


Washington - In letzter Sekunde: Auch in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten wird ein Konzert im Rahmen des Benefiz-Spektakels "Live Earth" stattfinden. Das Nationalmuseum für Native Americans in unmittelbarer Nähe des Kapitols habe sich als Veranstaltungsort angeboten, sagte Klima-Aktivist Al Gore jetzt dem Sender CNN.

Klimabenefiz-Pionier Gore: Hilfe von den Indianern in Washington.
Getty Images

Klimabenefiz-Pionier Gore: Hilfe von den Indianern in Washington.

Zuvor war der Plan fehlgeschlagen, das Konzert auf der National Mall, dem großen Grünstreifen im Herzen von Washington, stattfinden zu lassen. Die Mall war bereits für andere Events ausgebucht, und der Plan, das Konzert auf dem Gelände des Kapitols zu veranstalten, war am Widerstand republikanischer Abgeordneter gescheitert.

"Ein paar Klimawandel-Leugner haben parlamentarische Tricks im Kongress angewandt, um die Konzerte zu verhindern", kritisierte Gore. "Nun sind uns die Indianer zu Hilfe gekommen." Seinen Angaben zufolge sollen auf dem Museumsgelände unter anderem die Country-Stars Garth Brooks und Trisha Yearwood auftreten.

Im "Smithsonian National Museum of the American Indian" war bereits ein kleineres Konzert zur Unterstützung der Charity-Gala mit dem Titel "Mother Earth" angesetzt. Al Gore will nun die erweiterte Show in Washington mit einer Rede eröffnen.

Schwierig bleibt es, ein Konzert im Namen des Klimaschutzes zu organisieren, ohne selbst zur Erderwärmung beizutragen. Das Live-Earth-Spektakel soll dieser Problematik so weit wie möglich Rechnung tragen: "Dies wird die grünste Veranstaltung ihrer Art, die es je gab", sagte Al Gore. Eine Kompensation des Kohlendioxidausstoßes und innovative Praktiken im Sinne des Umweltschutzes würden auf Jahre den Maßstab für derartige Veranstaltungen setzen. Diese Ankündigung wirkt insofern fragwürdig, als Tausende Zuschauer individuell zu den jeweiligen Konzerten anreisen müssen.

Indes hat auch die japanische Stadt Kyoto - die Namensgeberin des gleichnamigen Klima-Protokolls - angekündigt, am Rande der Veranstaltung ein kleines Konzert zur Unterstützung der Benefiz-Gala zu veranstalten. Dort werden voraussichtlich unter anderem Rip Slyme, Bonnie Pink und das Yellow Magic Orchestra auftreten. Die Tickets für den 1211 Jahre alten Toji-Tempel sind bereits ausverkauft. Davon kann die Hansestadt Hamburg leider nur träumen. Hier verlief der Vorverkauf für das größte Charity-Spektakel der Geschichte eher schleppend.

bos/Reuters/AFP/AP



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