"Lambada"-Sängerin Loalwa Braz Vieira ist tot

Mit ihrem Song "Lambada" belebte die Band Kaoma das weltweite Interesse an Latin-Musik. Jetzt ist Sängerin Loalwa Braz Vieira unter mysteriösen Umständen gestorben.

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Sie war die Sängerin der französischen Gruppe Kaoma - und bekannt für ihren Welthit "Lambada". Jetzt ist die Brasilianerin Loalwa Braz Vieira im Alter von 63 Jahren unter mysteriösen Umständen gestorben.

Vieiras Leiche wurde in Saquerema nahe Rio de Janeiro entdeckt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag mitteilte. Laut Berichten brasilianischer Lokalmedien lag der verkohlte Körper im Auto der Sängerin nahe ihrer Wohnung.

Mit "Lambada" gelang Kaoma 1989 ein Welthit, der unter anderem die Musikstile Cumbia und Merengue vereinte. Er verkaufte sich allein in jenem Jahr weltweit fünf Millionen Mal. Der portugiesische Begriff "Lambada" beschreibt eine peitschenartige Bewegung, die sich auch im erotischen Tanzstil entlädt, der weltweit die Discotheken eroberte.

Bei dem Song handelt es sich allerdings um ein Plagiat, Teile der Musik und des Texts gehen zurück auf das Lied "Llorando se fue" der bolivianischen Band Los Kjarkas. Ursprünglich komponiert hatten es die Brüder Ulises und Gonzalo Hermosa. "Es ist die exakte Kopie eines von uns 1981 komponierten Liedes im Rhythmus des indianischen Saya-Tanzes", erklärten damals die Brüder Hermosa. Es kam zu diversen Rechtsstreitigkeiten. Ulises und Gonzalo Hermosa verklagten später die Plattenfirma CBS, man einigte sich 1990 jedoch außergerichtlich. In Deutschland teilte die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) damals mit, dass die Tantiemen für das Lied nur noch an die Brüder überwiesen würden.

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Lambada: Der Song und Tanz der Sünde

Braz Vieira wurde 1953 in Rio de Janeiro geboren. Im Alter von 13 Jahren begann sie mit dem Singen und war bis zuletzt ein Star in Brasilien. Nach Angaben des Portals "O Globo" verkaufte sie über 25 Millionen Alben in ihrer Karriere. Später lebte sie in Paris und Genf.

gia/AFP/dpa

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