Lang Lang und Harnoncourt "Qualität entsteht nur am Rande einer Katastrophe"

Der österreichische Dirigent Nikolaus Harnoncourt wird am Samstag 85 Jahre alt. Zuvor hat er mit dem chinesischen Pianisten Lang Lang ein Mozart-Album aufgenommen. Mit SPIEGEL ONLINE sprechen sie über die ungewöhnliche Zusammenarbeit.

Ingo Pertramer/ DER SPIEGEL

Ein Interview von Joachim Kronsbein


Der eine ist der Piano-Popstar der Klassik, der andere einer der Väter der historischen Aufführungspraxis. Dass ausgerechnet Lang Lang, 32, und Nikolaus Harnoncourt, 85, sich für ein Mozart-Projekt zusammentaten, überraschte selbst die Fachwelt. Doch ihr Sony-Album mit den Konzerten in G-Dur und C-Moll, begleitet von den Wiener Philharmonikern, ist eine überraschend tiefsinnige Deutung dieser beiden Klavierkonzerte geworden.

Harnoncourt begann als Cellist bei den Wiener Symphonikern unter Herbert von Karajan. 1953 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Alice den Concentus Musicus, ein Ensemble, das sich der Alten Musik in historischer Aufführungspraxis verschrieben hat und noch heute besteht. Inzwischen ist er weltweit einer der meistgeschätzten Dirigenten.

Lang Lang wurde im chinesischen Shenyang geboren, sein Vater arbeitete als Polizist und Konzertmeister eines Orchesters, seine Mutter war Telefonistin. Lang Lang gilt als der erfolgreichste und höchstdotierte Pianist der Gegenwart.

SPIEGEL ONLINE: Herr Harnoncourt, Herr Lang, wie haben Sie sich kennengelernt?

Lang: Ich bin ein großer Bewunderer von Maestro Harnoncourt, wir haben schon 2010 mit den Wiener Philharmonikern gemeinsam das erste Klavierkonzert von Beethoven aufgeführt. Schon ein paar Jahre zuvor hatte mich einer seiner Freunde mit zu ihm in sein wunderschönes altes Haus bei Salzburg mitgenommen. Und da haben wir dann an Bachs "Goldberg-Variationen" gearbeitet.

SPIEGEL ONLINE: Da soll es zu einem Zwischenfall mit dem Pedal gekommen sein. Sie, Herr Lang, haben es kaputtgemacht.

Harnoncourt: Es war nicht mein Instrument, und es war auch nur der Draht, der zu dem Pedal führte.

Lang: Jedenfalls wollte ich immer mit dem Maestro Mozart machen, mein erstes Mozart-Album. Im Sommer 2012 hat er endlich ja gesagt. Er hat mir in seiner Partitur gezeigt, was für ihn wichtig ist, was in dieser Musik steckt. Und dann habe ich zwei Jahre lang an diesen beiden Mozart-Konzerten gearbeitet.

SPIEGEL ONLINE: Es hat sich gelohnt. Hatten Sie Kontakt während dieser Zeit?

Lang: Nicht wirklich, aber ich habe genau verfolgt, was der Maestro in dieser Zeit gemacht hat, welche Alben er veröffentlicht hat. Inzwischen ist unsere Aufnahme ja schon auf Platz drei der chinesischen Popcharts. Mozart ist der berühmteste Komponist in China, vor Chopin, Beethoven und Bach.

SPIEGEL ONLINE: Herr Harnoncourt, wann haben Sie zum ersten Mal von Lang Lang gehört?

Harnoncourt: Ich glaube, als er zum ersten Mal mit den Wiener Philharmonikern konzertiert hat. Und dann kam er wegen des Beethoven. Vor der ersten Probe wollte ich gern mit ihm sprechen. Und Sie, Lang Lang, dachten, dass das nur ein Treffen von fünf Minuten werden würde.

Lang: Ja, wie es inzwischen international üblich ist, ich dachte, es bliebe bei einem kurzen Hallo.

Harnoncourt: Wir zwei haben dann in einem Saal des Wiener Musikvereins drei Stunden lang konzentriert gearbeitet. Ich treffe einen Solisten nicht gerne zum ersten Mal auf dem Podium vor dem Orchester. Man weiß ja nie, ob jemand möglicherweise ein Prestige-Problem hat, oder was er denkt. Bei Lang Lang habe ich gemerkt, da gibt es endlich wieder einen ganz Großen. Ich hatte seit dem Tod von Friedrich Gulda immer etwas Probleme mit Pianisten. Und auf den Mozart haben wir uns beide sehr seriös vorbereitet. Das war nicht einseitig.

SPIEGEL ONLINE: Was haben Sie in diesem Pianisten gesehen, was anderen vielleicht verborgen bleibt?

Harnoncourt: Ich habe in ihm einen Partner gefunden. Er ist ja berühmt dafür, dass er auf dem Klavier alles machen kann, und dass er von U- bis E-Musik alles spielen kann. Gut, vielleicht kann er nur nicht auf den Händen laufen. Bei unserem Mozart habe ich seine sehr ernsthafte Herangehensweise zu schätzen gelernt.

Lang: Maestro Harnoncourt hat mir den ganzen Reichtum und den Hintergrund dieser Musik erklärt. Zum Beispiel, was eine bestimmte Passage zu Mozarts Zeiten bedeutet hat. Das hat meine Einstellung zur Musik wirklich verändert.

Harnoncourt: Moment, das war, wie gesagt, nicht einseitig. Es kam viel von ihm zurück.

Lang: Und ich habe von ihm auch noch gelernt, dass man frei sein muss. Man kann nicht wie aus dem Lehrbuch spielen, zum freien Umgang hat mich Maestro Harnoncourt ermuntert. Er hat eine magische innere Kraft, die Menschen beeinflussen kann. Ich erinnere mich an die erste Probe, da hat er kurz nach dem Anfang abgebrochen, den Musikern etwas erklärt, wieder den Einsatz gegeben, und danach war es ein anderes Orchester. Immerhin waren das die Wiener Philharmoniker, eines meiner Lieblingsorchester! Er erzählt eine Geschichte, und dann weiß man, wie man etwas spielen muss. Er spricht in Bildern.

Harnoncourt: Ich bin zu einem Teil meiner Existenz ja auch noch Holzbildhauer.

Lang: Er macht wunderbare Holzarbeiten, die stehen bei ihm zu Hause. Er ist ein wahrer Kunsthandwerker. Momentan arbeitet er an einer Fledermaus mit Elefantenzähnen.

Harnoncourt: Und mit einem Rüssel. In einer sogenannten Möbiusschleife. Das ist quasi eine unendliche Schleife, ohne Anfang und Ende, ohne oben und unten.

SPIEGEL ONLINE: Sie lieben die Sprache der Bilder und Symbole.

Harnoncourt: Bei der Musik bedeutet das für mich, dass es nicht reicht, die Musik aufgeschrieben vor sich zu sehen, man braucht als Musiker auch eine Gebrauchsanweisung. Jeder heutige Musiker ist mit dem Wissen ausgestattet, dass jede ganze Note 16 Sechzehntenl entspricht. Das stimmt in dieser puristischen Sicht natürlich nicht. Musik muss leben, muss frei sein, sich entfalten können. Und dann gilt es heute als höchste Form des musikalischen Könnens, ganz und gar zusammen zu spielen, synchron zu sein. Das ist natürlich falsch. Es ist vielmehr eine Ermessensfrage, wann etwas zusammen sein muss, und wann man mehr Freiheit braucht. Die gesamte Musikerausbildung dreht sich heute nur um horizontale und vertikale Genauigkeit. Mit anderen Worten: Die Tonhöhe muss ganz genau stimmen und die Notenwerte auch. Aber so kann man nicht Musik machen. Das ist sterbenslangweilig. Ich kann damit jedenfalls nicht leben.

SPIEGEL ONLINE: Wird nicht gerade in China in dieser mechanischen Weise Musik gelehrt?

Lang: Das ist ein weites Feld. Es kommt sehr darauf an, wen man als Lehrer hat. Ich hatte eine Lehrerin, die die westliche Kultur genau verstanden hat.

SPIEGEL ONLINE: Sie hatten Glück.

Lang: Ja, hatte ich. Wenn man an einen Lehrer gerät, der einem zwar die Technik beibringt, aber die Kultur nicht versteht, dann ist das ein Desaster. Später in den USA kam ich zu Gary Graffman, der seinerseits bei dem unvergleichlichen Vladimir Horowitz studiert hatte. Graffman folgte der großen Tradition, dem alten Klang. Er hat, sozusagen, eine alte Seele. Heute haben wir dieses Missverständnis, dass alles sauber und glatt klingen muss, dass man keine Fehler machen darf.

Harnoncourt: Sicherheit ist keine Qualität. Wirkliche Qualität kann nur am Rande einer Katastrophe entstehen.

SPIEGEL ONLINE: Sie beide kommen aus sehr unterschiedlichen Sphären. Herr Harnoncourt, Sie haben einen feudalen, zutiefst alteuropäischen Hintergrund, Herr Lang, Sie haben sich aus bescheidenen Verhältnissen in einem Land, das lange keine Beziehung zur klassischen westlichen Musik hatte, zu einem Weltstar des Pianos hochgearbeitet. Wie haben Sie künstlerisch zusammengefunden?

Lang: Ich denke viel darüber nach, was er mir erzählt hat über die Volkstänze und die Volksmusik aus Salzburg und dem Salzburger Land. Ich habe einige Sommer in Österreich verbracht, ich fühle mich fast wie ein Österreicher, habe auch eine österreichische Aufenthaltsgenehmigung. Wenn ich mit Nikolaus Harnoncourt spiele, fühle ich mich wie ein Österreicher.

SPIEGEL ONLINE: Sprechen Sie über Ihre so unterschiedliche Kindheit?

Harnoncourt: Nein, nicht so viel. So viel Kontakt haben wir nun auch wieder nicht. Lang Lang gibt so viele Konzerte im Jahr. Wie viele sind es?

Lang: 120.

SPIEGEL ONLINE: Früher waren es bis zu 150 im Jahr. Und Sie, Herr Harnoncourt, auf wie viele kommen Sie?

Harnoncourt: Ich glaube, mit den Wiederholungen sind es so um die 18 bis 20.

SPIEGEL ONLINE: Herr Lang, fragen Sie Nikolaus Harnoncourt um Rat?

Lang: Ich habe viele Fragen an Nikolaus, und er versucht immer, mir sie so klar und gut wie möglich zu beantworten. Selbst wenn ich ihn einfach etwas über den Stephansdom hier in Wien frage. Er hat mir alles erklärt, dass der Dom eigentlich zwei Türme hätte bekommen sollen und das einer nicht fertiggestellt wurde und so weiter. Aber ich wollte auch wissen, ob Wien im 18. Jahrhundert schon so war wie jetzt. Und wir haben viel über den Musikgeschmack zu Mozarts Zeiten gesprochen.

SPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, Herr Harnoncourt, dass man Erfahrungen an jemanden weitergeben kann, der diese nie gemacht hat?

Harnoncourt: Nein, das ist unmöglich. Die Menschheit entwickelt sich nur im technischen Bereich weiter. Da kann man Erfahrungen in Formeln niederlegen, sie jemandem geben und der arbeitet daran weiter. Seine Erkenntnisse im emotional-fantastischen Bereich kann nicht einmal der Vater an seinen Sohn weitergengeben, weil der sie nicht glaubt, und nur die eigenen Erfahrungen akzeptiert. Jeder fängt bei null an. Deswegen sitzen wir moralisch immer noch da, wo wir schon vor 5000 Jahren standen.

SPIEGEL ONLINE: Wie geht es mit Ihnen beiden weiter?

Harnoncourt: Er hat einen wahnsinnig vollen Terminkalender. Und bei mir muss man immer auch das nahende Ablaufdatum mit berechnen.

SPIEGEL ONLINE: Es war von einem gemeinsamen Gershwin-Projekt die Rede, von der "Rhapsody in Blue".

Harnoncourt: Spielen Sie das denn?

Lang: Ja, das werde ich spielen.

Harnoncourt: Darüber muss ich nachdenken. Ich habe ja eine enge Verbindung zu diesem Komponisten. Ich war, glaube ich, einer der ersten Europäer, der seine Musik gehört hat. Mein Onkel war mit ihm befreundet, und Gershwin schickte meinem Vater immer die neuesten Sachen in den Dreißigerjahren. Mein Vater spielte sie dann auf dem Klavier und ich krabbelte dabei auf dem Teppich herum.

SPIEGEL ONLINE: Werden Sie denn wenigstens mit den Mozart-Konzerten live auftreten?

Harnoncourt: Repertoire zu machen, ist nicht meine Art. Ich habe mit den Wienern gerade die "Unvollendete" von Schubert erarbeitet, die habe ich bestimmt in den letzten zehn Jahren nicht mehr aufgeführt. Und ich werde sie sicher nun nie wieder in meinem Leben dirigieren.

SPIEGEL ONLINE: Was macht Sie so sicher?

Harnoncourt: Ich muss mir Stücke immer wieder neu erarbeiten, ich will nicht aus einem Repertoire schöpfen. Das ist mir unmöglich.

Lang: Ich trete gerade mit einem neuen Solo-Programm auf und studiere gleichzeitig das erste Konzert von Rachmaninow und das Konzert von Schumann ein.

SPIEGEL ONLINE: Herr Harnoncourt, Ihre Karriere verlief vergleichsweise langsam, Ihr Ruhm baute sich über Jahrzehnte hinweg auf, früher wurden Sie sogar angefeindet wegen Ihrer Pionierarbeit für den Originalklang. Beneiden Sie Lang Lang um seine Blitzkarriere, um den weltweiten Erfolg oder finden Sie seine Biografie beängstigend rasant?

Harnoncourt: Das ist absolut nicht beängstigend. Wenn jemand nach einer solchen Karriere immer noch so an Musik herangeht, wie er es tut, dann muss man keine Angst haben. Und Neid kenne ich nicht, höchstens bei einer Klettertour in den Bergen, wenn ich eine schwierige Stelle nicht bewältigen kann. Da mache ich mir eher Sorgen um die Fertigstellung der Elbphilharmonie in Hamburg.

Lang: Ich habe sie von außen gesehen, es ist ein großartiges Bauprojekt.

Harnoncourt: Hoffentlich vergessen sie die Aufzüge für die Klaviere nicht, wie es im Münchner Gasteig geschehen ist. Bis zu dessen Umbau mussten immer vier Männer die Pianos über eine enge Treppe auf das Podium schleppen.



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Seite 1
vierteldeutscheösi 06.12.2014
1. Hochinteressant!
Danke für dieses Interview.
Bruder Theodor 06.12.2014
2. Kunta Kinte - und die anderen am gedeckten Tisch
Harnoncourt: Es war nicht mein Instrument, und es war auch nur der Draht, der zu dem Pedal führte." Es dürfte kein Draht sein, der Pedal mit Mechanik verbindet, sondern eine Stange. "SPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, Herr Harnoncourt, dass man Erfahrungen an jemanden weitergeben kann, der diese nie gemacht hat? Harnoncourt: Nein, das ist unmöglich. Die Menschheit entwickelt sich nur im technischen Bereich weiter. Da kann man Erfahrungen in Formeln niederlegen, sie jemandem geben und der arbeitet daran weiter. Seine Erkenntnisse im emotional-fantastischen Bereich kann nicht einmal der Vater an seinen Sohn weitergengeben, weil der sie nicht glaubt, und nur die eigenen Erfahrungen akzeptiert. Jeder fängt bei null an. Deswegen sitzen wir moralisch immer noch da, wo wir schon vor 5000 Jahren standen." So pauschal kann man das nicht sagen, es ist nicht falsch und aber auch nicht richtig. Definitiv fängt nicht jeder bei Null an- im Mindesten nicht in der Voraussetzung. Auch eine Erfahrung kann als Formel, als eine Reduktion von Erlebtem, in eine nächste Generation übertragen werden. Hier wird es dann philosophisch und psychologisch. So wie ein Trauma in die nächste Generation übertragen wird, so wird ein Nicht-Trauma nur auch übertragen. Großvater Slave, Vater sich befreiender Sklave, der Sohn der Freie. Was ist Evolution der Menschheit? Gestern stiegen Kohlekumpel noch in die Minen, um Brennstoff zu fördern, der Vater tat es, der Sohn tat es, heute dreht ein Windrad, und wenn es von hoher Qualität ist, 100 Jahre, das heißt vier Generationen.
kugelmops 06.12.2014
3. schade
In hr 2 wurde der Kopfsatz des c moll konzertes vor einigen Wochen vorgestellt.Die Kadenz passt leider gar nicht zum rasanten Verlauf des 1.Satzes.Man vergleiche mit der historischen Aufnahme von Casadesus,wo Orchesterteil mit Kadenz zusammenpassen.Beim Namen Lang Lang waren meine Erwartungen gross.Sie wurden enttäuscht!
AnselmVenedey 06.12.2014
4. Nicht ernst zu nehmen
Natürlich würde ein seriöser Musiker wie Harnoncourt eigentlich keine Aufnahme mit Lang Lang machen. Aber die Plattenfirma, das liebe Geld und vielleicht auch ein wenig die Eitelkeit bringen die Grossen der Musik dann eben doch dazu, sich mit den sogenannten Stars der Szene aufs Podium zu stellen. Selbst Abbado musste es mit Lang Lang tun. Das Ergebnis bei Abbado und Harnoncourt jeweils mit Lang Lang ist musikalisch miserabel. Aber das wird die Fans nicht stören - die des chinesischen Akrobaten meine ich natürlich.
io_gbg 06.12.2014
5.
Zitat von Bruder TheodorHarnoncourt: Es war nicht mein Instrument, und es war auch nur der Draht, der zu dem Pedal führte." Es dürfte kein Draht sein, der Pedal mit Mechanik verbindet, sondern eine Stange. "SPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, Herr Harnoncourt, dass man Erfahrungen an jemanden weitergeben kann, der diese nie gemacht hat? Harnoncourt: Nein, das ist unmöglich. Die Menschheit entwickelt sich nur im technischen Bereich weiter. Da kann man Erfahrungen in Formeln niederlegen, sie jemandem geben und der arbeitet daran weiter. Seine Erkenntnisse im emotional-fantastischen Bereich kann nicht einmal der Vater an seinen Sohn weitergengeben, weil der sie nicht glaubt, und nur die eigenen Erfahrungen akzeptiert. Jeder fängt bei null an. Deswegen sitzen wir moralisch immer noch da, wo wir schon vor 5000 Jahren standen." So pauschal kann man das nicht sagen, es ist nicht falsch und aber auch nicht richtig. Definitiv fängt nicht jeder bei Null an- im Mindesten nicht in der Voraussetzung. Auch eine Erfahrung kann als Formel, als eine Reduktion von Erlebtem, in eine nächste Generation übertragen werden. Hier wird es dann philosophisch und psychologisch. So wie ein Trauma in die nächste Generation übertragen wird, so wird ein Nicht-Trauma nur auch übertragen. Großvater Slave, Vater sich befreiender Sklave, der Sohn der Freie. Was ist Evolution der Menschheit? Gestern stiegen Kohlekumpel noch in die Minen, um Brennstoff zu fördern, der Vater tat es, der Sohn tat es, heute dreht ein Windrad, und wenn es von hoher Qualität ist, 100 Jahre, das heißt vier Generationen.
Klaviere der Mozart/Beethoven-Zeit haben durchaus Pedal(zug)mechaniken mit Messingdrähten. Ich habe so ein Klavier: Der Draht ist 3,7 mm stark.
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