"Laudato si" Kirchenlied-Autor Winfried Pilz ist tot

Die Jugendseelsorge war sein Lebensthema, dafür dichtete er neue geistliche Lieder. Das bekannteste, "Laudato si", bekam sogar eine Ballermann-Version. Nun ist Winfried Pilz gestorben. Er wurde 78 Jahre alt.

Winfried Pilz (Mitte rechts, mit Hamburgs ehemaligen Erzbischof Werner Thissen und Sternsingern)
DDP

Winfried Pilz (Mitte rechts, mit Hamburgs ehemaligen Erzbischof Werner Thissen und Sternsingern)


Der Autor des bekannten Jugendkirchenliedes "Laudato si", Winfried Pilz, ist tot. Der Priester sei im Alter von 78 Jahren am Samstag in Görlitz in Sachsen gestorben, teilte das Jugendhaus Düsseldorf, die Zentralstelle der katholischen Jugend- und Jugendverbandsarbeit in Deutschland, mit. Pilz war über Jahrzehnte in der katholischen Jugendarbeit tätig.

Als Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" prägte er zehn Jahre bis 2010 die Aktion Dreikönigssingen. Deren Mitträger ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bekannt wurde Pilz auch als Autor und Komponist neuer geistlicher Lieder, darunter als bekanntestes "Laudato si".

Das Lied, dessen Kehrreim übersetzt "Sei gepriesen, o mein Herr" bedeutet, ist eine moderne Umsetzung des Sonnengesangs Franz von Assisis. Das populäre Lied zu einer überlieferten Melodie aus Italien ist auch heute noch fester Bestandteil kirchlicher Jugendliederbücher.

Ein weltlicher Beweis der Popularität von "Laudato si" ist, dass der Ballermann-Sänger Mickie Krause zeitweise eine Version davon im Repertoire hatte - Textauszug: "Sei gepriesen für Poldi und für Schweini!"

Winfried Pilz kam in Warnsdorf (Nordböhmen) zur Welt, schon in seiner Schulzeit hatte er den Entschluss gefasst, Priester zu werden. Nach dem Studium empfing er 1966 in Köln die Priesterweihe. Er war vor allem in der Jugendarbeit aktiv. Nach seiner Arbeit für "Die Sternsinger" leitete er die deutschsprachige Gemeinde in Prag.

Als Papst Franziskus 2015 eine Enzyklika mit dem Titel "Laudato si" ankündigte, sagte Pilz dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland: "Ich habe erstmal ganz kräftig lachen müssen und gedacht: Das ist ja fast die Sensation meines Lebens!"

feb/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
fixstrom 26.02.2019
1. Ein Altenberger weniger
Mach es gut WiPi.
hilgerman 26.02.2019
2. Gute Reise
Er war vor allem sehr lange in Altenberg als Rektor des Hauses und Jugendseelsorger und hat unzählige junge Menschen, auch mich, mit seinen klaren Worten und seiner Gabe zu predigen, begeistert. Es waren viele Liedtexte, die er verfasste. Aber von seinem Leben bleiben noch viel mehr Erinnerungen bei allen, die ihn erlebt haben.
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