Legendärer BBC-Moderator: John Peels Plattensammlung geht online

Er prägte eine ganze Generation von Radiohörerinnen und -hörern. Jetzt will die BBC die Musiksammlung von John Peel online stellen - mitsamt der Kommentare, die der eigenwillige und stilprägende Radio-DJ dazu gegeben hat. Eine herkuleische Aufgabe.

John-Peel-Karikatur von John Minnion: Napalm Death meets Folklore und Knister-Elektro Zur Großansicht
Corbis

John-Peel-Karikatur von John Minnion: Napalm Death meets Folklore und Knister-Elektro

Hamburg/London - Wie lange dauert es wohl, 25.000 Langspielplatten, 40.000 Vinyl-Singles und ein paar tausend CDs digital zu archivieren und zu katalogisieren? Und dann noch am besten so, wie es der große, im Jahre 2004 verstorbene Radiomoderator John Peel gemacht hatte? Sprich: Napalm Death neben kongolesischen Field Recordings neben Knister-Elektro. Kein einfacher Job! Aber die BBC will ihn schultern.

Im Rahmen des Programms "The Space", ein neuer digitaler Service, den die BBC und das britische Arts Council zunächst von Mai bis Oktober 2012 anbieten, soll die Musiksammlung von John Peel online archiviert werden. "Wir machen jetzt den ersten Schritt, um ein interaktives Onlinemuseum aufzubauen, in welchem die gesamte Sammlung zugänglich sein wird - eines der bedeutendsten Archive der Musikgeschichte."

John Peel, der mit bürgerlichem Namen John Robert Parker Ravenscroft heißt, war der dienstälteste Radio DJ von BBC 1. Er sendete vom Gründungsjahr 1967 an bis zu seinem Tod. Von der ersten Sendung an spielte er neben zeitgenössischer Pop- und Rockmusik auch abseitige und ungewöhnliche Musik von überall her.

Vier Jahrzehnte Best-Of der Underground-Popkultur

Als Betreiber seines eigenen Labels Dandelion veröffentlichte er ab 1969 unter anderem Platten der Singer/Songwriterin Bridget St. John und des Blues-Underdogs Kevin Coyne. Sein eklektizistischer Musikmix, in welchem er Songs und Tracks aller Genres, Zeiten und Orte durcheinander warf, prägte eine ganze Generation von Hörern. Mit den "Peel Sessions", zu denen er seine Lieblingsbands in die BBC-Studios einlud, schuf er sein eigenes, vier Jahrzehnte umspannendes Best-Of der Underground-Popkultur.

Die User des Peel-Online-Archivs sollen sich durch eine digitale Version von Peels Heimstudio und seiner Plattensammlung klicken können und dabei auch Zugriff auf Kommentare und Notizen des Moderators haben sowie auf die "Peel Sessions" und Interviews mit Musikerinnen und Musikern.

Sheila Ravenscroft, die Frau John Peels, ist über die Digitalisierung des Erbes hocherfreut. "Wir sind sehr glücklich, dass wir endlich einen Weg gefunden haben, Johns großartige Sammlung für seine Fans verfügbar zu machen", kommentierte Ravenscroft, die auch Schirmherrin des "John Peel Centre for Creative Arts" ist.

twi

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