"It's My Party" Popsängerin Lesley Gore gestorben

Schon mit 16 Jahren hatte sie den größten Erfolg ihrer Karriere: Die Teenager-Hymne "It's My Party" machte Lesley Gore berühmt. Mit weiteren Sixties-Hits zeigte sie feministischen Kampfgeist. Nun ist die US-Sängerin gestorben, sie wurde 68 Jahre alt.


"Wenn ich eines in diesem Geschäft gelernt habe", sagte Lesley Gore 2005, "dann, wie dumm es wäre, 'It's My Party' nicht zu singen, wenn es die Leute doch hören wollen." Damals arbeitete die Sängerin an einem Comeback, aber es war ihr dabei offensichtlich klar, welchem Song sie ihre Karriere verdankte.

"It's my party and I'll cry if I want to", sang Lesley Gore 1963, und wenn dieser Teenager-Trotz authentisch klang, dann lag es sicher auch daran, dass sie selbst erst 16 Jahre alt war.

Der frischgebackene Labelchef Quincy Jones hatte das als Lesley Sue Goldstein in Brooklyn geborene und in New Jersey aufgewachsene Mädchen entdeckt; unter mehr als 200 Songs, die Jones und Gore anhörten, entschieden sie sich für "It's My Party". Eine gute Wahl: Die Single schoss auf den ersten Platz der Billboard-Charts, es wurden mehr als eine Million Exemplare verkauft.

Der Sixties-Pop-Klassiker wurde später vielfach gecovert, unter anderem von Bryan Ferry, und wurde 1981 in der Version von Dave Stewart und Barbara Gaskin noch einmal ein Riesenhit.

17-Jährige singt Feminismus-Hymne

Für Lesley Gore ging die Karriere zunächst schwungvoll weiter: Mit dem Antwortsong "Judy's Turn to Cry" und "She's A Fool" hatte sie weitere Top-Ten-Hits, die nach Aussage von Ronettes-Sängerin Ronnie Spector in die Zeit passten: "Obwohl sie nicht in einer Girlgroup sang, war sie ein wichtiger Teil dieser Ära."

Besonders in Erinnerung blieb ein Hit von Gore aus dem Jahre 1964, mit dem sie dem wachsenden Selbstbewusstsein junger Frauen eine Pophymne schenkte: "You Don't Own Me", ein früher Feminismusklassiker. Mit viel Inbrunst sang die 17-Jährige in der TV-Sendung "T.A.M.I. Show" Zeilen wie "I'm free, and I love to be free, to live my life the way I want".

Einen ihren letzten Hits als Sängerin hatte Lesley Gore 1967 mit "California Nights", zu dieser Zeit hatte sie bereits eine Schauspielrolle als Pink Pussycat, Catwomans Partnerin in der TV-Serie "Batman". Parallel schloss sie ein Studium der Englischen und Amerikanischen Literatur ab.

In den Siebzigerjahren veröffentlichte sie mehrere Alben mit Songs, die sie - anders als ihre frühen Hits - selbst geschrieben hatte. Sie waren kommerziell nicht sehr erfolgreich, verschafften ihr aber den Auftrag, gemeinsam mit ihrem Bruder Michael einen Song für den Spielfilm "Fame" zu schreiben: "Out Here On My Own", gesungen von Irene Cara, war sogar für einen Oscar nominiert.

Zurück in den Schlagzeilen war Lesley Gore dann erst 2005, als sie ein Comeback-Album, "Ever Since", veröffentlichte und zugleich ihre seit 1982 andauernde Beziehung zu der Schmuckdesignerin Lois Sasson öffentlich machte. In der Folge setzte sie sich vehement für die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare und für feministische Themen ein.

Ihre Lebensgefährtin bestätigte nun, dass Lesley Gore am Montag in einem New Yorker Krankenhaus gestorben ist. Die Nichtraucherin erlag den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Sie wurde 68 Jahre alt.

feb/dpa/AP

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