Big-Band-Musiker Max Greger ist tot

Er spielte mit Paul Kuhn, Hugo Strasser und James Last: Max Greger war eine Größe in der Big-Band-Szene. Jetzt ist der Musiker gestorben. Er wurde 89 Jahre alt.

DPA

Max Greger ist tot. Der Musiker und Bandleader starb in der Nacht zu Samstag in München. Das teilte seine Frau Johanna mit und bestätigte damit einen Bericht von "Bild am Sonntag".

Noch Mitte Juli hatte Greger nach Angaben seiner Frau, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet war, in München ein Konzert gegeben. Zwei Tage nach dem Auftritt sei der 89-Jährige dann am 15. Juli in eine Klinik gekommen. Dort sei eine Krebserkrankung diagnostiziert worden, sagte Gregers Frau. "Er hat vorher nicht gewusst, dass er Krebs hatte."

Zu Gregers musikalischen Begleitern zählten Paul Kuhn, Hugo Strasser und James Last. Greger trat in Hunderten von Konzertsälen auf, nahm mehr als 150 Platten und CDs auf und produzierte rund 3000 Stücke. In seiner Karriere trat Greger mit Weltstars wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Ella Fitzgerald auf.

Ursprünglich sollte Greger Metzger werden und das elterliche Geschäft im Münchner Stadtteil Giesing übernehmen. Doch der Großvater schenkte dem Jungen ein Akkordeon - und legte damit den Grundstein für eine grandiose Musiker-Karriere.

Als Kind spielte Greger in einem Akkordeon-Klub, später studierte er Klarinette und Saxofon am Münchner Konservatorium. Seine Karriere begann zwei Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Als 19-Jähriger spielte er im Ratskeller am Marienplatz für US-Offiziere. Drei Jahre später gründete er das Max-Greger-Sextett.

1959 reiste Greger mit seiner Band, zu der auch Maria Hellwig und Udo Jürgens zählten, als erste westliche Gruppe fünf Wochen lang durch die Sowjetunion, gab 36 komplett ausverkaufte Konzerte - sein Durchbruch.

Mit seiner Musik prägte Greger auch das deutsche Fernsehen. 1963 stellte er für das ZDF ein Orchester zusammen und sorgte bei den großen TV-Shows 16 Jahre lang für den richtigen Ton. Für den Sender spielte er unter anderem auch die Titelmelodie für das "Aktuelle Sportstudio" ein.

ulz/dpa



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