Von Christoph Dallach
Vor großen Wahlen bekennen auch viele Künstler politisch Farbe. So positionieren sich nun pünktlich zu den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen allerlei Musiker. Wobei viele nicht verraten, was oder wen sie mögen, sondern vielmehr klarstellen, mit wem sie keinesfalls in Verbindung gebracht werden wollen. Meistens sind das Republikaner, denn die gelten im Pop-Universum als eher uncool.
Insofern ist es oft unerwünscht, wenn Republikaner, die sich volks- und jugendnah geben wollen, ihre Lieblingsmusiker rausposaunen. Das erleben derzeit auch Mitt Romney und sein potentieller Vize Paul Ryan. So wiegelte Rage-Against-The-Machine-Gitarrist Tom Morello entsetzt und ungläubig ab, nachdem Paul Ryan sich als Fan outete. Auch Dee Snider von den Trash-Rockern Twisted Sister ist nicht glücklich über Paul Ryans Sympathien. Als aufrechte Mitt-Romney-Verehrer haben sich dagegen Kid Rock und Gene Simmons, der Zungenraustrecker von Kiss, bekannt. Romney wiederum outete sich als Beach-Boys-Fan und - potzblitz - The-Killers-Fan. "The Killers are one group I enjoy." The-Killers-Sänger Brendan Flowers schweigt bislang - immerhin ist er wie Romney Mormone.
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Abgelehnt hat auch Katy Perry, und zwar einen einjährigen Nebenjob als Jurorin bei der US-TV-Castingshow "American Idol", der ihr immerhin läppische 20 Millionen US-Dollar gebracht hätte. Geld sei nicht der Grund der Ablehnung gewesen, hieß es aus mal wieder gut unterrichteten Kreisen. Es gibt wenig Gründe, ihr das nicht zu glauben.
Legaler Stoff
Für Diskussionsstoff könnte die neue App "Legalize It!" sorgen, die ein raffinierter Versuch ist, illegale Musik-Runterlader zu potentiellen Konsumenten zu erziehen. "Legalize It!" sortiert die begehrtesten illegalen Musik-Downloads und verwandelt sie in Playlists bei Spotify, wo sie ganz offiziell angehört werden können und vielleicht daraufhin irgendwo sogar gegen Bezahlung erworben werden. Theoretisch. Zuletzt führten die Charts der online-geklauten Platten der Rapper Drake und die unvermeidliche Adele an.
Schlechte Wertanlage
Menschen, die in analoger Vergangenheit große Sammlungen an Büchern und Tonträgern zusammentrugen, reichten die in der Regel nach ihrem Ableben an Erben weiter. Denn auch eine Plattensammlung kann durchaus von erstaunlichem Wert sein. Allein ein vollständiger Satz aller Beatles-Werke wird sich immer irgendwo zu Geld machen lassen. Und wer über kostbare Originale verfügt, kann schon mal richtig Kasse machen. Aber auch das ändert sich im digitalen Zeitalter. Statt Metern von Platten im Regal, gibt es jetzt oft nur noch iTunes-Daten auf der Festplatte. Kompliziert wird die Geschichte, weil zum Beispiel bei iTunes erworbene Musik nicht weitergegeben werden darf, wie im Kleingedruckten der Nutzerverträge verfügt ist. Das Gesamtwerk der Beatles ist auf Nachfahren der Käufer also nicht übertragbar. Auch eine Teilung wäre schwierig: Wie teilt man "Abbey Road", "Revolver" oder das "White Album" unter den Kindern auf? Wie das juristisch und praktisch zu bewältigen ist, erläutert nun ein faszinierender Artikel.
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