MTV Europe Music Awards Die Bieber-Auferstehung

Fünf Mal Bieber, nur ein Mal Swift: In Mailand sind die MTV Europe Music Awards verliehen worden. Die Moderation war feurig, die Künstler auf der Bühne verbrauchten fünf Kilo Glitzer und 300 künstliche Wimpern. Die Show im Überblick.


And the winner is...: Justin Bieber, Justin Bieber, Justin Bieber, Justin Bieber, Justin Bieber. Gleich fünf Mal wurde der 21 Jahre alte kanadische Sänger bei der Verleihung der MTV Europe Music Awards ausgezeichnet, und das in einigen der wichtigsten Kategorien: bester männlicher Künstler, "Best Collaboration Award" für seine Zusammenarbeit mit Skrillex und Diplo, bester Look, größte Fangemeinde und bester Künstler Nordamerikas.

Biebers Fazit des Abends: "Das ist einfach nur großartig." Die meisten Preisträger werden online von MTV-Zuschauern gewählt.

Zur Erinnerung: Anfang des Jahres hatte Bieber damit begonnen, eine medienwirksame Entschuldigungs-Tour zu absolvieren. Zuvor hatte es Schlagzeilen über seine Raserfahrt unter Alkohol- und Drogeneinfluss gegeben, wegen Vandalismus' war er zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. "Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Es gibt Momente, auf die ich stolz bin", sagte Bieber im März dieses Jahres nach einer Sendung, in der er Lästereien über sich ergehen lassen musste.

Doch inzwischen läuft es wieder besser für den 21-Jährigen. Gerade erst veröffentlichte er seine neue Single "What Do You Mean?" und der Abend in Mailand dürfte ihm die Gewissheit gegeben haben, dass seine Fans weiter zu ihm stehen.

Glitzer und Bling-Bling

Weniger großartig lief der Abend für Sängerin Taylor Swift. Sie war rekordverdächtige neun Mal nominiert gewesen, bekam aber nur einen Preis verliehen: "Bad Blood" wurde bester Song. Swift selbst war gar nicht erst nach Mailand gereist.

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MTV Europe Music Awards: Glitzer, Feuer, Preise

Moderiert wurde die Veranstaltung von Model und Schauspielerin Ruby Rose, bekannt aus der Netflix-Serie "Orange is the New Black". Unterstützung bekam sie von Musiker Ed Sheeran, der für "Best World Stage" und den besten Live-Auftritt ausgezeichnet wurde. (Bilder der Preisverleihung sehen Sie hier.)

Beste weibliche Künstlerin wurde Rihanna. In der Kategorie "World Wide Act: Europe" war auch Lena Meyer-Landrut nominiert gewesen. Sie bekam im Onlinevoting allerdings nicht genügend Stimmen, der Preis ging an den Italiener Marco Mengoni.

Auf der Bühne am Mailänder Dom standen unter anderem Star-Tenor Andrea Bocelli, Jason Derulo, Pharrell Williams, James Bay, Jess Glynne sowie Macklemore & Ryan Lewis. Um sämtliche Performer herzurichten, wurden insgesamt fünf Kilo Glitzer, 300 künstliche Wimpern und 60 künstliche Bärte in der Maske verwendet.

Die MTV Europe Music Awards wurden in 60 Länder übertragen. Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung in Rotterdam in den Niederlanden statt.


Die Gewinner in den wichtigsten Kategorien:

BEST SONG Taylor Swift featuring Kendrick Lamar: "Bad Blood"

BEST POP One Direction

BEST FEMALE Rihanna

BEST MALE Justin Bieber

BEST LIVE ACT Ed Sheeran

BEST NEW ACT Shawn Mendes

BEST VIDEO Macklemore & Ryan Lewis: "Downtown"

BEST ROCK Coldplay

BEST ALTERNATIVE Lana Del Rey

BEST HIP HOP Nicki Minaj

BEST COLLABORATION Justin Bieber, Skrillex, Diplo: "Where Are You Now?"

BIGGEST FANS Justin Bieber

BEST LOOK Justin Bieber

BEST WORLD STAGE Ed Sheeran, V Festival, Hylands Park, UK 2014

WORLDWIDE ACT: North America Canada - Justin Bieber

WORLDWIDE ACT: Europe Italy - Marco Mengoni

(Eine Liste mit sämtlichen Preisträgern finden Sie hier)

aar/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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wakaba 26.10.2015
1.
Künstler? Schausteller und Schaubühne und Wanderzirkus triffts besser. TV Produktwerbung nahtlos unterbrochen von Produktwerbung.
Freddy2009 26.10.2015
2. Bieber?
Geht es anderen eigentlich genau so wie mir. Ich kenne JB eigentlich nur aus Zeitschriften. Musikalisch ist mir dieser Aroganzbolzen überhaupt noch nicht aufgefallen.
ancoats 26.10.2015
3.
Von der popkulturellen Definitionsmacht über den Klingeltonabspielkanal zum Belanglosigkeitenkabinett. MTV - wie man eine starke Marke ruiniert.
Patrizier 26.10.2015
4. Bieber
Exakt das gleiche dachte ich mir auch: Bieber hört man nie im Radio (wahrscheinlich ein Glücksfall), kenne ihn nur von irgendwelchen Promi-News. Wie kommt das? Und was MTV angeht: die haben den Sender in den 2000ern kaputtgemacht, seitdem braucht man ihn dank Internet aber auch nicht mehr.
asentreu 26.10.2015
5. @Freddy2009 und Patrizier
Das ist mir auch schon aufgefallen, das man dieses Nagetier doch eher selten im Radio hört. Verschont werde ich aber nicht, meine Nichte (12) ist ein "Belieber" (Verballhornung aus believe und Bieber) und deshalb werde ich öfters mit seinen musikalischen Belanglosigkeiten traktiert. Diese Art von Künstlern funktioniert immer auf die gleiche Weise: jung, männlich, "offiziell Single". Das gibt den Mädchen vor bzw. am Anfang der Pubertät ein Idol, in das man sich verlieben kann. Die Musik funktioniert nur als Vehikel über das Geld generiert wird. Aber das war ja nie anders einige Beispiele ab den Neunzigern: Take That, Backstreet Boys/ NSync, One Direction/ Justin Bieber...
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