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Musikbranche in Sorge: Dieter Gorny prangert "Kostenlos-Kultur" an

Tapfere CD! Fast kein Musikfan mag sie - doch die Compact Disc ist nicht totzukriegen. Mittelfristig aber dürften Downloads ein Viertel des Umsatzes ausmachen, schätzt der Verband der Musikindustrie. Sein Präsident Dieter Gorny fürchtet: Die "Kostenlos-Kultur" richtet gesellschaftlichen Schaden an. 

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dpa

Dieter Gorny (hier 2008): CD bleibt "Rückgrat" der Branche

Hamburg/Berlin - Dieter Gorny und die CD - beides Auslaufmodelle, könnte man glauben. Doch nein: "Auch wenn immer wieder der Tod der CD proklamiert wird, die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Deutschen dieses Medium nach wie vor schätzen", betont Gorny, 57, der ja nicht nur Ex-Mastermind des Musiksenders Viva, Ex-Kulturhauptstadts-Strippenzieher, sondern auch amtierender Präsident des Bundesverbands Musikindustrie ist.

Trotz empfindlicher Rückgänge bleibe die Compact Disc vorerst noch das "Rückgrat" der Branche. Der Vormarsch der sogenannten digitalen Produkte werde sich aber fortsetzen. Bis 2014, so rechnet der Branchenverband, werde ihr Umsatzanteil bei 28 Prozent liegen

Die Bedeutung des Internets nimmt für die Musikbranche weiter zu. Am meisten erlöst wird jedoch immer noch mit der klassischen CD. Während der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr erneut zurückging (minus 4,6 Prozent), wuchs das digitale Geschäft mit legalen Musikdownloads um 17,5 Prozent. Mit einem derzeitigen Umsatzanteil von 12 Prozent konnte der Online-Absatz aber den anhaltenden Abwärtstrend nicht ausgleichen, wie der Verband der Musikindustrie am Donnerstag in Berlin mitteilte. Insgesamt setzte die Branche 2010 knapp 1,7 Milliarden Euro um, davon 204 Millionen Euro mit digitalen Produkten.

Bei den Downloads waren Umsatztreiber erneut die Musikalben (Bundles), deren Absatz um 37 Prozent auf 91 Millionen Euro anwuchs. Zusammen mit dem Online-Verkauf von CDs, Platten und DVDs wurde mehr als ein Drittel (34,9 Prozent) aller Umsätze über das Internet erwirtschaftet.

Trotz des erneuten Umsatzrückgangs auf dem nationalen Markt zeigte sich die deutsche Musikindustrie im weltweiten Vergleich recht stabil und konnte sogar aufholen. So liegt sie jetzt hinter den USA und Japan auf Platz drei der Weltrangliste und damit vor Großbritannien, das starke Einbrüche zu verzeichnen hatte. Insgesamt ging das weltweite Umsatzvolumen um 8,3 Prozent zurück.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung des digitalen Markts hält der Verband eine Wertedebatte für notwendig: "Die Kostenlos-Kultur im Internet zerstört die Basis der Kreativwirtschaft und richtet wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden an", sagt Gorny.

Aus Sicht eines Branchenfunktionärs und Egopromoters sicherlich eine berechtigte Sorge. Man könnte aber auch sagen: Kreativwirtschaft hat mit Kreativität nicht so viel zu tun.

sha/dpa

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