Musiklegende Jazzpianist Hank Jones gestorben

Die Jazzszene hat einen ihrer letzten großen Stars verloren: Der US-amerikanische Pianist Hank Jones, der mit Berühmtheiten wie John Coltrane oder Ella Fitzgerald spielte, ist tot.

Auch mit 90 Jahren noch auf der Bühne: Jones bei einem Jazzfestival in Spanien 2009
AFP

Auch mit 90 Jahren noch auf der Bühne: Jones bei einem Jazzfestival in Spanien 2009


New York - Er war über Jahre die erste Wahl von Ella Fitzgerald und begleitete Marilyn Monroe bei ihrem berühmten Geburtstagsständchen für US-Präsident John F. Kennedy: Der legendäre Jazzpianist Hank Jones ist tot. Er erlag am Wochenende in einem Krankenhaus im New Yorker Stadtteil Bronx einer Krebserkrankung, wie sein Sprecher mitteilte. Jones wurde 91 Jahre alt.

Jones war einer der letzten noch aktiven Künstler der Big-Band- und Swing-Ära. Einen "der ganz großen Musiker in der Geschichte des Jazz", nennt ihn sein langjähriger Wegbegleiter, der Saxophonist Joe Lovano, mit dem Jones mehrere Alben aufnahm. Mit so gut wie jedem habe er erfolgreich gespielt, schreibt die "Washington Post", und dabei stets "höchste musikalische Standards beibehalten".

Schon mit zwölf Jahren war Jones, der aus einer Familie von Jazzmusikern stammt, erstmals mit einer Band aufgetreten. Der Durchbruch kam, als er Ende der vierziger Jahre der Pianist von Sängerin Ella Fitzgerald wurde. Im Lauf seiner fast acht Dekaden andauernden Karriere spielte er Hunderte von Aufnahmen ein und trat mit den bekanntesten Jazzkünstlern auf, darunter John Coltrane, Charlie Parker und Coleman Hawkins. Erst im vergangenen Jahr erhielt der Musiker einen Grammy für sein Lebenswerk.

Bis zum Schluss trat Jones mit seiner Mischung aus Swing und Bebop auf, 2009 erst war er auf mehreren Jazzfestivals in Europa zu Besuch. Selbst im hohen Alter von 90 Jahren saß der Unermüdliche weiter im Aufnahmestudio. Das dabei entstandene letzte Album soll noch in diesem Jahr erscheinen.

can/dpa/AP/apn



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