Musikmarkt: Erstmals seit 1997 kein Umsatzminus

Ein Hoffnungsschimmer für eine gebeutelte Branche? Dank Steigerungsraten bei den Download-Verkäufen und einem gebremsten Minus bei den CDs konnte die deutsche Musikindustrie 2011 zum ersten Mal seit langem die Umsatzverluste stoppen. In den USA gab es sogar schon ein kleines Plus.

Ohne sie sähen die Bilanzen der Musikindustrie schlechter aus: Popsängerin Adele Zur Großansicht
DPA/ Beggars Group

Ohne sie sähen die Bilanzen der Musikindustrie schlechter aus: Popsängerin Adele

Berlin - Der Musikmarkt in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1997 nicht geschrumpft. Das teilten der Bundesverband Musikindustrie und das Marktforschungsunternehmen Media Control am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Während digitale Downloads im Internet deutlich zulegten (plus 28,8 Prozent), gab es bei den CDs nur einen leichten Rückgang (minus 2,2 Prozent). Besonders beliebt war Musik aus Deutschland.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Für eine Trendwende ist es noch zu früh. Es zeigt aber, dass sich Innovationen auszahlen und dass die Produkte massiv nachgefragt sind." Bei allem Erfolg dürfe nicht vergessen werden, dass sich das Marktvolumen in den vergangenen Jahren nahezu halbiert habe.

Nach wie vor bilden CDs das Rückgrat der Branche mit einem Umsatzanteil von rund drei Vierteln. Dabei waren insbesondere deutsche Künstler gefragt (minus 0,6 Prozent), während internationale Produktionen um 5,3 Prozent zurückgingen.

Bei den Zahlen werden Veränderungsraten angegeben, nicht aber absolute Werte. Insgesamt beläuft sich das Marktvolumen der Plattenbranche in Deutschland auf rund 1,5 Milliarden Euro.

In den USA sogar ein leichtes Plus

Für die USA hatten die Marktforscher von Nielsen kürzlich sogar ansteigende Verkaufszahlen für 2011 gemeldet, wenn auch nur um 1,3 Prozent. Doch dies war das erste Verkaufsplus seit 2004. Durch den statistischen Trick, dass zehn als Download verkaufte Einzeltitel zusammengefasst wurden zu einem Album, kam es sogar zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass Internet-Downloads erstmals die Verkäufe auf CD überholten.

Unter den insgesamt 457,7 Millionen verkauften Alben waren alleine 5,8 Millionen Exemplare von "21", dem zweiten Album der britischen Sängerin Adele - zuletzt hatte 2004 mit Usher und seinem Album "Confessions" (7,98 Millionen) jemand mehr Exemplare eines Albums in einem Jahr verkauft. Auch in Deutschland war "21" das erfolgreichste Album des Jahres 2011, wie auch in Frankreich und ihrem Heimatland.

Doch in Großbritannien gab es dennoch ein Minus von 5,6 Prozent. Zwar stiegen auch dort die Verkaufszahlen digitaler Downloads - um 26,6 Prozent. Doch das konnte ein Absatzminus von 12,6 Prozent bei den CDs nicht wettmachen. Zum Vergleich: In den USA gab es bei den CDs nur ein Minus von fast 6 Prozent.

Überall beliebter wurde hingegen das Nischenprodukt Vinyl-Schallplatte: Zwar erreichte Vinyl nirgends einen Marktanteil von nur einem Prozent, doch die Zuwachsraten waren beachtlich: plus 18,5 Prozent in Deutschland, plus 36 Prozent in den USA und plus 43,7 Prozent in Großbritannien.

feb/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Langfristig...
jakiri 18.01.2012
Zitat von sysopEin Hoffnungsschimmer für eine gebeutelte Branche? Dank Steigerungsraten bei den Download-Verkäufen und einem gebremsten Minus bei den CDs konnte die deutsche Musikindustrie 2011*zum ersten Mal seit langem*die Umsatzverluste stoppen. In den USA gab es sogar schon ein kleines Plus. Musikmarkt: Erstmals seit 1997 kein Umsatzminus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur (http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,809575,00.html)
.... wird man nur die gute alte Vinylplatte hören können. Digitale Datenträger werden nicht mehr nutzbar sein, aber eine LP aus den 70ern wird noch funktionieren. Kann sein, dass ich hier zu sehr am althergebrachten hänge - aber CD´s aus den 80ern sind teilweise nicht mehr funktionsfähig. LPs aber noch lange - gut ist wer sich rechtzeitig mit Tonabnehmern eindeckt:-)) Ich kaufe meine Musik, ich will sie in der Hand haben - Downloads sind vielleicht einfacher aber das Gefühl ist ein anderes.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Musik
RSS
alles zum Thema Musikmarkt
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 1 Kommentar