Musikpreise Grammy-Veranstalter ehren Whitney Houston

Die Veranstalter der Grammy Awards wollen bei der Gala am Sonntagabend Whitney Houston würdigen. Jennifer Hudson soll zu Ehren der verstorbenen Sängerin auftreten. Eine Absage der Veranstaltung wegen des Todesfalls lehnen die Organisatoren ab - das sei nicht in Houstons Sinn.

Gedenkminute für Whitney Houston bei einer Party vor der Grammy-Verleihung
AFP

Gedenkminute für Whitney Houston bei einer Party vor der Grammy-Verleihung


Los Angeles - Die Verleihung der wichtigsten Musikpreise der Welt erscheinen plötzlich nebensächlich: Whitney Houstons Tod einen Tag vor der 54. Auflage der Grammy Awards hat in der Musikbranche Bestürzung ausgelöst. Bei der Gala am Sonntagabend soll der verstorbenen sechsfachen Grammy-Gewinnerin nun mit einem Auftritt von Sängerin Jennifer Hudson gedacht werden.

"Nichts könnte angemessener sein als Jennifer Hudson für Whitney auf der Bühne singen zu lassen", sagte Neil Portnow, Präsident der Recording Academy, die die Grammys verleiht. In der Musikszene feiere man Dinge - "lasst uns Whitney Houston feiern". "Heute ist ein Licht in der Musikszene erloschen", sagte Portnow. Man trauere mit der Familie, Freunden und Fans, die alle von Houstons wunderschöner Stimme berührt worden seien.

Am Sonntagvormittag stand auf der offiziellen Grammy-Website "We Will Always Love Whitney" - eine Anspielung auf Houstons größten Hit "I Will Always Love You". Der US-Prediger Al Sharpton sagte: "Am Morgen vor den Grammys sollte die Welt innehalten und beten."

"Ein Talent, das mit nichts zu vergleichen ist"

Eine Absage der Veranstaltung stand offenbar nie zur Debatte. "Die Party abzusagen, war keine Option", sagte Portnow. Das sei in Houstons Sinn. "Sie hätte gesagt: The show must go on". "Es gibt ein paar Änderungen im Skript, aber es soll eine große Musikshow bleiben", sagte Grammy-Produzent Ken Ehrlich dem Sender CNN. "Sie hätte das auch so gewollt. Sie war eine große Künstlerin, eine große Darstellerin und wusste wie wichtig es ist, ein Publikum zu begeistern. Und genau das wollen wir heute Abend tun." Whitney Houston hatte in ihrer Karriere sechs Grammy Awards verliehen bekommen.

Houstons langjähriger Mentor, der Plattenmanager Clive Davis, gab am Samstagabend seine traditionelle Vorab-Party - im Beverly Hills Hilton, dem Hotel, in dem Houston gestorben war. Houston war zu der Veranstaltung eingeladen, sollte dort auftreten. Nach der Nachricht von Houstons Tod wandte sich Davis sichtlich um Fassung ringend an seine Gäste. "Ich bin durch den Verlust einer Person, die für mich viele Jahre so viel bedeutet hat, am Boden zerstört." Houston sei eine wunderbarer Mensch gewesen, "und sie hatte ein Talent, das mit nichts zu vergleichen ist".

"Sie hat diese Bühne so viele Male beehrt", sagte Davis. "Mit anderen Worten: Whitney hätte gewollt, dass die Musik weitergeht." Davis beendete seine Ansprache mit den Worten: "Whitney liebte Musik, und sie liebte diese Nacht… lasst also die Musik beginnen." Bei der Party würdigten zahlreiche Stars Houstons Lebenswerk, unter anderem Tony Bennett, Alicia Keys, Diana Ross und Jamie Foxx.

ulz/tok/dpa/dapd



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forza__nulldrei 12.02.2012
1.
Zitat von sysopAFPDie Veranstalter der Grammy Awards wollen bei der Gala am Sonntagabend Whitney Houston würdigen. Jennifer Hudson soll zu Ehren der verstorbenen Sängerin auftreten. Eine Absage der Veranstaltung wegen des Todesfalls lehnen die Organisatoren ab - das sei nicht in Houstons Sinn. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,814766,00.html
Haha na klar! Nicht in Houstens Sinn.....Kann ich verstehen. Wäre auch nicht in meinem Sinn, dass nur weil ich gestorben bin andere auf Abermillionen an Fernseh- und Werbegeldern verzichten müssen. Dann doch lieber noch posthum so 'ne schicke Schade-dass-du-tot-bist-Medaille mit ins Grab nehmen und die Sache auf sich beruhen lassen. Und die bunte, weite Welt kann wieder - seit jeher stets über die seelischen und physische Abgründe Whitney Houstens bestens informiert - darüber lästern, wie unbarmherzig und pervers die Klatschpresse doch war/ist und, dass sie dieser Frau keine Pause gegönnt hat.
DorianH 12.02.2012
2. ....
Zitat von forza__nulldreiHaha na klar! Nicht in Houstens Sinn.....Kann ich verstehen. Wäre auch nicht in meinem Sinn, dass nur weil ich gestorben bin andere auf Abermillionen an Fernseh- und Werbegeldern verzichten müssen. Dann doch lieber noch posthum so 'ne schicke Schade-dass-du-tot-bist-Medaille mit ins Grab nehmen und die Sache auf sich beruhen lassen. Und die bunte, weite Welt kann wieder - seit jeher stets über die seelischen und physische Abgründe Whitney Houstens bestens informiert - darüber lästern, wie unbarmherzig und pervers die Klatschpresse doch war/ist und, dass sie dieser Frau keine Pause gegönnt hat.
Kann man sehen, wie man will. Einerseits hatte ich denselben Gedanken, aber andererseits...das ist die USA, wo die Show das wichtigste ist, in jeder Hinsicht, und ganz besonders im Musik-, Film- und Fernsehgeschäft. So gesehen wäre also durchaus naheliegend, daß Whitney Houston ebenso gedacht oder sich zumindest damit arrangiert hat. Und es ist ohnehin einerlei, sie kann dazu nichts mehr sagen. Ich hoffe, dort, wo sie jetzt ist, geht es ihr besser, als das in der jüngeren Vergangenheit der Fall war.
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