Berlin - Die umstrittenen Rocker von Frei.Wild werden nach Protesten von der Nominierungsliste für den Musikpreis Echo 2013 gestrichen. Man greife damit in die Diskussion um diese Nominierung ein, teilte die Deutsche Phono-Akademie am Donnerstagabend überraschend mit. Noch Stunden zuvor hatten die Echo-Veranstalter die Entscheidung für Frei.Wild verteidigt und auf das Reglement des Preises verwies, das Nominierungen nur an Verkaufszahlen koppele.
Der Echo solle nicht zum Schauplatz einer Debatte um die politischen Gesinnung dieser Band werden, weshalb sich der Vorstand "nach intensiven Diskussionen" entschlossen habe, in die Regularien des Preises einzugreifen und die Nominierung der Südtiroler Band zurückzunehmen. Kritiker werfen den Deutsch-Rockern aus Brixen vor, in ihren Songs völkisches und nationalistisches Gedankengut zu verbreiten.
Die Chemnitzer Band Kraftklub hatte deswegen als erste den Boykott des Musikpreises angekündigt. Die Ärzte schrieben auf ihrer Homepage, für den Echo sei "mal wieder eine politisch fragwürdige Band nominiert" worden. Die Berliner Band MIA., die selbst vor zehn Jahren in eine teils heftige Diskussion um Deutschtümelei verwickelt war, erklärte auf Facebook: "Es mag nicht in unserer Hand liegen, welche Künstler für einen Echo nominiert werden, aber es liegt in unserer Hand, von unserer Nominierung dankend Abstand zu nehmen."
ade/dpa
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