Geplatztes Metal-Konzert: Zerstörung ja, aber bitte nichts kaputt machen

Klang kann eine Waffe sein - den Beweis dafür wollte die Metal-Band Napalm Death in einem Londoner Museum antreten und per Lautstärke-Performance eine Skulptur zerstören. Doch aus Angst vor weiteren Beschädigungen wurde das Konzert nun abgesagt.

Metal-Band Napalm Death: Bis die Dezibel das Schlagzeug sprengen Fotos
Getty Images

London/Hamburg - Ist die Zerstörung von Kunst durch Kunst Kunst? Offenbar nur dann, wenn sie sich kontrollieren lässt. Aus Angst vor der im wahrsten Sinne des Wortes destruktiven Kraft der Musik hat das Londoner Victoria and Albert Museum ein Konzert der Extreme-Metal-Band Napalm Death abgesagt. Die britische Gruppe, die einst vom legendären BBC-Moderator John Peel gefördert wurde, sollte am Freitag im Rahmen eines Projektes mit dem Künstler Keith Harrison in den ehrwürdigen Hallen des Museums spielen und durch die Lautstärke ihrer Musik eine Skulptur zerstören.

Dabei handelte es sich nicht nur um irgendein Kunstwerk. Harrisons zur musikalischen Zerstörung freigegebene Tonskulptur - sie trägt den Titel "Moon" - ist eine Replik des Schlagzeugs von The-Who-Drummer Keith Moon. Doch nun sorgen sich die Verantwortlichen, dass die Dezibel auch die historische Substanz des Gebäudes beschädigen könnten, wie das Museum mitteilte. Man bedauere die Entscheidung, hieß es auf der Website der Veranstalter.

Das Konzert hätte den Angaben zufolge in den Europa-Galerien stattfinden sollen, die derzeit renoviert werden. Eine weitere Sicherheitsuntersuchung habe die Sorge vor Zerstörungen der historischen Substanz ausgelöst. Zwar wolle das Museum "aufregende Ereignisse" organisieren, "aber die Sicherheit unserer Gäste und des Gebäudes hat stets Priorität".

Napalm Death war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Sänger Mark "Barney" Greenway hatte gesagt, die Band habe Gefallen daran, mit dem Konzept "Klang als Waffe" zu experimentieren.

bos/AFP

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insgesamt 7 Beiträge
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1. .
laserbauch 20.03.2013
schade, wäre sicher interessant geworden. wobei: man braucht napalm death für so eine aktion nicht. witziger wäre eine grundschul-flötengruppe mit einer gescheiten PA. und ich habe ja auch gehofft, dass die person, die für die bilderstrecke verantwortlich ist, die chance nutzen würde, allen lesern ein schmunzeln hevorzulocken, indem ein "gutes" bild von napalm death bassist shame embury gezeigt wird. naja.
2. Schade
loneranger72 20.03.2013
das ND nicht mit Klangperlen wie "Suffer the children" oder "World keeps turning" glänzen können um die Skulptur zu zerbroeseln...
3. bitte spielt mal im Bundestag
ein-dummer-junge 20.03.2013
vor vollem Hause. Unsere Politiker brauchen mal eine Abwechslung.
4.
deus-Lo-vult 21.03.2013
Zitat von sysopKlang kann eine Waffe sein - den Beweis dafür wollte die Metal-Band Napalm Death in einem Londoner Museum antreten und per Lautstärke-Performance eine Skulptur zerstören. Doch aus Angst vor weiteren Beschädigungen wurde das Konzert nun abgesagt. Napalm-Death-Konzert im Londoner Victoria and Albert Museum abgesagt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/musik/napalm-death-konzert-im-londoner-victoria-and-albert-museum-abgesagt-a-890028.html)
SPON und Metal.... Napalm Death spielt heute überwiegend Death Metal. Zu Anfangszeiten spielten sie Grindcore. "Extrem Metal" gibt es nicht. Ein kurzer Blick in Wikipedia hätte genügt.
5.
blasphemiker 21.03.2013
Zitat von sysopKlang kann eine Waffe sein - den Beweis dafür wollte die Metal-Band Napalm Death in einem Londoner Museum antreten und per Lautstärke-Performance eine Skulptur zerstören. Doch aus Angst vor weiteren Beschädigungen wurde das Konzert nun abgesagt. Napalm-Death-Konzert im Londoner Victoria and Albert Museum abgesagt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/musik/napalm-death-konzert-im-londoner-victoria-and-albert-museum-abgesagt-a-890028.html)
Wow, das Grindcore-Urgestein Napalm Death zählen heutzutage als Ernste Kunst? Kann ich mich dann schon mal auf einen Auftritt von Cannibal Corpse im Guggenheim freuen? Eine Live-Performance zu Ehren ihrer gesellschaftskritischen Plattencovers?
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