ESC-Kandidatur NDR-Mitarbeiter protestierten gegen Naidoo-Nominierung

"Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD": Nicht nur die Öffentlichkeit äußerte Unmut über die Nominierung von Xavier Naidoo als ESC-Kandidat. Wie jetzt herauskommt, war die Entscheidung auch NDR-intern hoch umstritten.

DPA

"Wir festangestellten Redakteure und Redakteurinnen des Bereichs Zeitgeschehen und Kultur und Dokumentation haben die Entscheidung mit Unverständnis und Fassungslosigkeit aufgenommen."

Das schreiben laut "Bild"-Zeitung 40 Mitarbeiter des NDR an Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Es geht um seine Entscheidung, Xavier Naidoo als deutschen Kandidaten für den Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm zu setzen.

Die Redakteure setzten das Schreiben auf, bevor der NDR den Start Naidoos in Stockholm wieder zurückzog. Sie werfen Schreiber vor, mit Naidoo einen Künstler verpflichtet zu haben, der mit Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht werde.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gehören zu den Unterzeichnern leitende Mitarbeiter, darunter auch prominente Polit-Moderatoren des Senders. Der Brief endet mit den Worten: "Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig."

kae

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 80 Beiträge
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crma 24.11.2015
1. unnötig
Dass die Arbeit des NDR durch den Rückzieher nachhaltig verbessert wurde kann ich allerdings auch nicht feststellen. Schon eine eigenartige Geschichte das, bin schon gespannt wie es weiter geht. Vielleicht schaffen die Promifreunde es ja genug Druck aufzubauen für einen Rückzieher vom Rückzieher. Lustig wäre es auf jeden Fall. Und der ganze Aufwand für 0 Punkte, schon traurig haben wir keine dringenderen Probleme.
matimax 24.11.2015
2. Thomas-Prinzip
Schon merkwürdig, dass jemand, der es im öffentlich-rechtlichen Gremiendjungel-NDR immerhin zum Unterhaltungskoordinator gebracht hat, eine absehbar kontroverse Entscheidung par ordre du mufti fällt - ohne sich nach allen Seiten abzusichern. *Das Peter-Prinzip ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass „in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“
joey55 24.11.2015
3.
Nicht die Entscheidung des NDR Naidoo auszuwählen beschädigt das Ansehen des NDR, sondern Redakteure, die "Politik" machen. Dies ist nicht Aufgabe der Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
jamesjani 24.11.2015
4. Anmerkung @2
Wenn ich darauf aufmerksam machen dürfte, die Vergabe des Bambi an Bushido war ihrerzeit auch sehr umstritten. Dazu kommt, dass sich Bushido nie irgendwelche ominösen Weltverschwörungstreffen besucht hat. Zumal der gute Herr ja nie Deutschland repräsentieren sollte.
fleischzerleger 24.11.2015
5.
Wieso denunzieren? Eine eigenmächtige Entscheidung mit einem offensichtlich nicht ESC-kompatiblem Kandidaten kann man doch mal hinterfragen. Warum nur in Deutschland - weil sich der Rest nicht für ihn interessiert.
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