"König des Broadway" US-Dramatiker Neil Simon ist tot

Mit Dutzenden Theaterstücken und Filmskripten gehörte Neil Simon zu den erfolgreichsten Dramatikern der Welt. Jetzt ist der New Yorker im Alter von 91 Jahren gestorben.

Neil Simon (1994)
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Neil Simon (1994)


Der als "König des Broadway" gefeierte US-Dramatiker Neil Simon ist tot. Er sei am Sonntag im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in New York gestorben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf seinen Sprecher. Die Zeitung würdigte Simon als "Theater-Autor, dessen Name synonym mit Broadway-Komödien und Erfolg war" und der dazu beigetragen habe, "den amerikanischen Humor neu zu definieren".

Simon hat unter anderem Stücke wie "Ein seltsames Paar" und "Lost in Yonkers" geschrieben und wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet: Er bekam Golden Globes, Emmys, Tonys und einen Pulitzerpreis verliehen. 1983 wurde ein ganzes Broadway-Theater nach ihm benannt.

Der Durchbruch gelang Simon in den Sechzigerjahren: 1966 liefen vier Stücke von ihm gleichzeitig am Broadway. In seinen Komödien zeigte der 1927 im New Yorker Stadtteil Bronx geborene Simon das echte Leben: menschliche Schwächen, Fehler und Ängste, verpackt in witzgeladene Bühnenstücke und Filme. Die Mischung aus rasantem Sprachwitz und Tiefsinnigkeit machte dem Mann mit der großen Brille zum wohl populärsten Dramatiker der USA und brachte ihm ein treues Publikum ein.

Kritiker allerdings belächelten seine Komödien oft als zu leicht und trivial. Das stachelte Simon nur noch mehr an, sich auch mit seiner eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. "Man kann die Vergangenheit nicht vergessen. Man muss sich mit ihr auseinandersetzen", sagte er einmal. Als Kind der großen Depression war der Dramatiker als Sohn eines gescheiterten Geschäftsmannes geboren worden. Die schwermütige Atmosphäre seiner Kindheit zeichnete er später in Bühnenstücken wie "Brighton Beach Memoirs" (1983), "Biloxi Blues" (1985) oder "Broadway Bound" (1986) nach.

Sein älterer Bruder Danny hatte ihn früh als Autor entdeckt. Gemeinsam schrieben die beiden Sketche für Radio und Fernsehen. Danny ging nach Hollywood, Neil wurde erst im Theater und dann auch im Film berühmt. "Wenn mein Schlafzimmer sprechen könnte" (1961) wurde mit Frank Sinatra verfilmt. Nach langer Laufzeit am Broadway wurde "Barfuß im Park" mit Jane Fonda und Robert Redford im Kino ein Hit.

Auch in Deutschland gehören Simons Werke zum beliebten Repertoire. So lieferten die Kabarettisten Werner Schneyder und Dieter Hildebrandt 2001 mit der TV-Komödie "Sonny Boys" eine Neuinszenierung der 1972 uraufgeführten Geschichte um zwei pensionierte Kabarettstars. 2004 setzte die deutsche Erfolgsregisseurin Doris Dörrie ("Männer") mit Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach nochmals den Klassiker "Ein seltsames Paar" in Szene.

Simon war mehrfach verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

aar/dpa

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