Beatles-Hits Paul McCartney will seine Songs zurück

"Hey Jude", "Let It Be", "All You Need Is Love": In den Sechzigerjahren verkaufte Paul McCartney die Rechte an 267 Beatles-Songs, die er mit John Lennon geschrieben hatte. Jetzt reichte er Klage ein.

Paul McCartney (Archivbild)
AFP

Paul McCartney (Archivbild)


Musiklegende Paul McCartney hat in New York Klage gegen den Musikverlag Sony/ATV eingereicht, um die Rechte an 267 Beatles-Songs zurückzubekommen, die er und John Lennon geschrieben haben. Zu den Liedern gehören Hits wie "Let It Be", "All You Need is Love", "I Want to Hold Your Hand" und "Hey Jude".

McCartney hatte in den Sechzigerjahren die Songrechte an verschiedene Musikverlage verkauft. Diese waren Teil eines Katalogs von mehr als 4000 Songs, die Michael Jackson 1985 für 47,5 Millionen Dollar erworben - und dabei auch McCartney überboten - hatte. 1995 ging der Katalog schließlich in das Joint Venture Sony/ATV Music Publishing über, an dem Jackson zur Hälfte beteiligt war. Nach seinem Tod verkauften Jacksons Erben die Anteile 2016 für 750 Millionen Dollar an Sony.

McCartney möchte die Rechte an den Songs, deren Großteil zwischen September 1962 und Juni 1971 geschrieben worden ist, schon seit Langem zurück. Laut der Klage hat er Sony/ATV bereits 2008 informiert, dass er die Rechte aufgrund einer Regelung im US-Urheberrechtsgesetz nach einer bestimmten Zeit zurückfordern könne.

Bisher habe er aber keine Bestätigung dafür bekommen, dass das ohne einen Rechtsstreit passieren würde, obwohl er zahlreiche Versuche unternommen habe, das Unternehmen zu kontaktieren. Der erste Song, der unter diese Regelung falle, sei "Love Me Do", im Oktober 2018. Weitere Beatles-Hits würden folgen, der letzte 2026.

Sony/ATV nannte die Klage "unnötig und voreilig". Das Unternehmen habe den "höchsten Respekt für Sir Paul McCartney, mit dem wir eine lange und gegenseitig bereichernde Beziehung hinsichtlich des geschätzten Katalogs haben".

Eine ähnliche Klage gegen Sony/ATV hatte die Band Duran Duran im Dezember vor einem englischen Gericht verloren.

max/AP/Reuters



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insgesamt 85 Beiträge
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boingdil 19.01.2017
1. Gier, Gier, Gier
Fakt ist doch: Er hat die Rechte verkauft. Und das über einen ziemlich langen Zeitraum, sprich er kannte das Business, war schon lange erfolgreich, kannte das Business. War also keine Abzocke eines Neulings durch fiese Manager. Er hat damals kassiert und will jetzt wieder damit Geld machen. Und das als Milliardär. Mit welchem Recht? Verkauft ist verkauft.
Max Super-Powers 19.01.2017
2.
Das muss mir mal einer erklären - der Mann verkauft die Rechte, bekommt gutes Geld dafür, ärgert sich dann darüber und klagt, weil er sie zurück will? Ich verkaufe mein Auto, der Käufer gibt mir den geforderten Preis und nach einiger Zeit verklage ich ihn, weil ich den Wagen wiederhaben will. McCartney war schon immer suspekt in meinen Augen.
gatsue 19.01.2017
3. Das ist eine gute Nachricht.
Ich kann nur hoffen, dass Paul schnell klagt und Rechtssicherheit schafft. Damit bestärkt er auch die deutschen Urheber endlich diesen aus der Nazizeit stammenden Praktiken des Enteignens geistigen Eigentums ein Ende zu bereiten. Bruno Kramm hat mit seiner gewonnenen Klage gegen die automatische Verlegerbeteiligung in der GEMA eine Anfang gemacht. Es wird Zeit, dass die Verleger ein ehrliches und zeitgemäßes Geschäftsmodell etablieren anstatt unkundigen und vor allem jungen und neuen Urhebern ihre Rechte abzujagen und für 100 Jahre und mehr zu behalten - um den Urheber natürlich nicht mehr daran beteiligen.
frenchie3 19.01.2017
4. Was steht denn im Gesetz?
Sollte man schon wissen um zu diskutieren ob McCartney gierig oder berechtigt ist. Immerhin hat er die Songs verkauft und nicht vermietet.
mantrid 19.01.2017
5. Schizophrenes Urheberrecht
Während die geistigen Leistungen von Autoren (Musik, Literatur) noch 70 Jahre nach deren Tod die Kassen klingeln lassen, sind es bei Patenten nur 30 Jahre ab Patenterteilung. Wenn jemand mit 20 Jahen ein Werk verfasst und 100 Jahre alt wird, dann besteht also 170 Jahre lang Urheberscchutz. Wenn jemand mit 20 Jahren eine Erfindung macht, dann läuft das Pentent nur bis zu dessen 50. Lebensjahr. Warum diese Ungleichheit?
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