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Pop! Rentnerrock von der Resterampe

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Pop! Age sells Fotos
DPA

Mal abgesehen von Taylor Swift und One Direction bestimmen Stars von vorgestern das Weihnachtsgeschäft der Musikindustrie. Pink Floyd, AC/DC, Bob Dylan und Led Zeppelin sorgen für verlässliche Umsätze. Ist das die Rettung oder der Untergang?

Mit Dinos gegen Downloads

Okay, 2014 war wieder kein gutes Jahr für die Musikindustrie: Es wurden zu wenige Tonträger abgesetzt, und Streamingdienste setzten dem ganzen Elend noch die Krone auf.

Aber nun naht, rechtzeitig zu Weihnachten, Rettung, denn jetzt kommen die Alten, die Ü40er, also jene Generation von Konsumenten, die auf Spotify pfeift und der illegale Downloads schnuppe sind. Dad Rock nennt man, etwas schnippisch, in der Branche die Musik für Menschen mit gesundem Einkommen und Freude an echten Tonträgern. Um die an die Kassen der realen und virtuellen Welt zu locken, sind die Veröffentlichungslisten der großen Plattenfirmen gespickt mit Künstlern, die die Eltern der gnadenlosen Streaming-Kids beglücken: Das illustrieren vertraute Namen, die bereits vor Jahrzehnten die Charts aufrollten: neue Alben von Pink Floyd, AC/DC, Stevie Nicks, Neil Young und U2.

Dazu kommen Mengen an umgepackten, überarbeiteten und restaurierten Liedern von vorgestern von Dinosauriern wie Bob Dylan, David Bowie, The Who, Led Zeppelin, Queen, Kinks, Paul McCartney, George Harrison, Chuck Berry, Ozzy Osbourne, Simon & Garfunkel, Bruce Springsteen und vielen weiteren Veteranen.

"Mit diesen Veröffentlichungen wendet man sich an Leute, von denen man genau weiß, dass sie noch Platten kaufen", sagt ein Fachmann in einem Artikel zum Thema in der Online-Ausgabe des britischen "Guardian".

Die Frage bleibt, wie lange diese Strategie aufgeht. Wie oft solvente, betagte Fans liebgewonnene Alben umgepackt noch mal kaufen, wenn sie um unbekannte Bonus-Musik von der Archiv-Resterampe aufgestockt wurden? Die drei neuen Songs der Queen-Retrospektive sind jedenfalls so mittelprächtig, dass Freddie Mercury vermutlich im Grab rotiert.

Highway to Heim

Auch auf Bühnen ziehen die Senioren noch verlässlich die Massen an. Als Top-Kandidaten für Auftritte im kommenden Jahr beim Glastonbury Festival, der wohl begehrtesten Veranstaltung ihrer Art, gelten Fleetwood Mac und AC/DC. Gerüchte über eine abgesperrte Rollstuhlzone vor den Bühnen wurden von den Veranstaltern nicht bestätigt.

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insgesamt 53 Beiträge
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1.
deus-Lo-vult 07.11.2014
Stars von vorgestern? Die wissen wenigstens wie man ordentlich Musik macht! Der Autor soll sich in sein Büro zurück ziehen, sich seine Retortenmucke reinziehen und den Rest der Welt in Frieden lassen!
2.
loeweneule 07.11.2014
"Gerüchte über eine abgesperrte Rollstuhlzone vor den Bühnen wurden von den Veranstaltern nicht bestätigt." Wat ham wer jelacht! Fällt Ihnen zur Verhonepiepelung von Leuten über 50 nichts anderes als Rollstühle ein? Bißchen Kreativität bitteschön! Vielleicht irgendwas mit Inkontinenz oder Schwerhörigkeit? Übrigens sitzen auch schon mal Zwanzigjährige im Rollstuhl, etwa dann, wenn sie gehbehindert sind aufgrund von Unfall oder chronischer Erkrankung.
3. Nix-Retorte! Wer braucht schon ein neues ACDC Album?
mr.brand 07.11.2014
Zitat von deus-Lo-vultStars von vorgestern? Die wissen wenigstens wie man ordentlich Musik macht! Der Autor soll sich in sein Büro zurück ziehen, sich seine Retortenmucke reinziehen und den Rest der Welt in Frieden lassen!
naja - gegen die letzte Opeth Scheibe (Pale Communion),die Steven Wilson (auch schon über 40) Solo Scheiben oder Mark Lanegan ist die neue U2 jawohl gähnend Langweilig... . Arcade Fire ist auch mal ne Rotation aufm Plattenspieler wert - Snarky Puppy oder Christian Scott (für Freunde jazziger Sounds) kann man auch nur wärmstens empfehlen. Für Post Zappa Fans lohnt es sich eventuell mal Animals as Leaders auzuchecken...Nix Retorte! - Mal ehrlich wer sich ein bisschen umschaut findet sehr schnell raus, dass noch genug gute Musik gemacht wird von aktuellen Künstlern. Ein neues ACDC Album ist zwar nett für Die Hard Fans, aber letztlich hat es aus künstlerischer Sicht keine Relevanz mehr...wobei deren Liveshows immer noch 'Killer' sind!
4. Dann möchte ich
tommirf 07.11.2014
vom Autor dieses mehr als abfällig geschriebenen Artikels mal gerne wissen, wer von der derzeitigen Musik-Müllmännern und Müllteenies ( ich vermeide den Begriff "frauen" für diese Plastikwesen ) das Potenzial und die Klasse hat, daß man die in 30 Jahren noch kennt.
5. Hmm
duke_van_hudde 07.11.2014
Was gute und schlechte Musik ist das muss jeder selbst wissen. Klar ist das unter den Tannenbaum als Geschenke für junge Menschen deutlich seltener CD´s sein werden wie zu der Zeit als ich jung war. Bei älternen werden aber noch haeufiger mal eine CD verschenkt. Von daher macht es absolut Sinn Musik für ältere zu Weihnachten rauszubringen und zu bewerben. Ob der CD Markt in wenige Jahren ganz tot ist oder es ein langsammes Wegstebren der Älteren gibt wird man sehen, aber Band´s werden schon Wege finden Geld mit deR Musik zu verdienen. Ich werde nächstes Jahr ein Konzert besuchen von einer Band die 4 Konzerte in Deutschland macht mit je 100 k Besuchern und da bleibt sicher einiges bei der Band hängen. Tja und ob die Cd´s sterben ist doch egal. Das ist wie mit den Pferde Kutschen die werden auch nur noch wenige verkauft. Sondern es werden andere Produkte gekauft um von a nach B zu kommen oder in unseren Fall Musik zu konsumieren.
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Zur Person
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.


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