Pink Floyd Band-Mitbegründer Syd Barrett ist tot

Er galt als "verlorenes Genie" und wurde trotz seines Lebens in völliger Zurückgezogenheit geradezu kultisch verehrt: Im Alter von 60 Jahren starb Syd Barrett in seinem Wohnort Cambridge.


London - Der Mitgründer der britischen Popgruppe Pink Floyd, Syd Barrett, starb nach Angaben einer Bandsprecherin bereits vor einigen Tagen. Er sei friedlich eingeschlafen. Die Todesursache nannte sie nicht.

Musiker Barrett (3. v. l.): Zwischen Genie und Wahnsinn
AP

Musiker Barrett (3. v. l.): Zwischen Genie und Wahnsinn

Syd Barrett war 1965 Mitbegründer der Rock-Formation Pink Floyd. Er schrieb viele der frühen Songs der Band. Das Album "The Piper At The Gates Of Dawn" aus dem Jahr 1967, das größtenteils von Barrett stammte, war ein kommerzieller Erfolg und gilt inzwischen als bahnbrechendes Album des Genres. 1968 musste er auf Druck der anderen Mitglieder wegen seines zunehmenden Drogenkonsums die Band verlassen. Nachfolger wurde David Gilmour.

Barrett hatte Pink Floyd zusammen mit Roger Waters, Nick Mason und Rick Wright gegründet. In der Anfangszeit der Gruppe war er deren kreativer Kopf. Die Idee zum Bandnamen kam ebenfalls von ihm: Barrett verwendete dazu die Vornamen von zwei Blues-Musikern, Pink Anderson und Floyd Council.

Während der Zeit mit Pink Floyd begann Barrett mit Drogen zu experimentieren, besonders mit LSD. Da er immer unzuverlässiger wurde, beschlossen die anderen Bandmitglieder, David Gilmour als zusätzlichen Gitarristen und Sänger in die Band aufzunehmen. Das letzte Konzert der fünfköpfigen Pink Floyd fand am 20. Januar 1968 im britischen Sussex statt. Offiziell wurde am 6. April 1968 die Trennung von Pink Floyd und Syd Barrett bekannt gegeben.

Nach dem Rausschmiss versuchte Barrett, eine Solo-Karriere zu starten, die jedoch scheiterte. Seine letzten Studioaufnahmen entstanden im November 1974. Mitte der siebziger Jahre zog sich Barrett vom Popbusiness zurück und lebte in seiner Heimatstadt Cambridge in England. 1998 wurde bei ihm Typ 2-Diabetes festgestellt. Als Folge der Krankheit kämpfte Barrett gegen die Verschlechterung seiner Sehfähigkeit.

Mit den anderen Band-Mitgliedern hatte der Pink-Floyd-Gründer nur noch wenig Kontakt. Die Gruppe hatte ihm aber schon in den siebziger Jahren zwei der bekanntesten Lieder gewidmet, "Shine On You Crazy Diamond" und "Wish You Were Here".

hoc/AP/dpa



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