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Pink-Floyd-Keyboarder: Richard Wright ist gestorben

Als Mitbegründer und langjähriges Mitglied der britischen Rockgruppe Pink Floyd schrieb er Musikgeschichte. Jetzt ist der Keyboarder und Songwriter Richard Wright im Alter von 65 Jahren verstorben.

London/Hamburg - Er war nie so berühmt wie seine Kollegen Roger Waters oder David Gilmour. Und dennoch wäre Pink Floyd ohne ihn wohl nie so groß geworden. Richard Wright, Songschreiber, Keyboarder und Gründungsmitglied der Band, ist im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben, wie sein Sprecher am Montag mitteilte.

Pink-Floyd-Mitbegründer Wright: Erlag im Alter von 65 Jahren dem Krebs
AP

Pink-Floyd-Mitbegründer Wright: Erlag im Alter von 65 Jahren dem Krebs

Ursprünglich hatte Wright - wie seine späteren Bandkollegen Nicholas Berkely "Nick" Mason und Roger Waters - Architekt werden wollen; alle drei lernten sich als Studenten kennen. Wright hatte zuvor die elitäre Haberdashers' Aske's Boys' School besucht, zum Klavierspiel kam er als Autodidakt.

Gemeinsam mit Waters, Mason und dem Jazz-Gitarristen Bob Close spielte Wright dann von 1964 an in einer Band, die sich unter wechselnden Namen (Sigma 6, T-Set, The Sreaming Abdabs und schließlich nur Abdabs) zunächst am eher traditionellen Rhythm & Blues orientierte.

Als 1966 der schon damals als exzentrisch und schwierig geltende Kunststudent Roger Keith "Syd" Barrett dazu stieß, verließ Close die Band. Im Frühjahr 1966 stand dann im Londoner "Marquee Club" eine Gruppe namens Pink Floyd Sound auf der Bühne - und eine der einflussreichsten Rockbands des 20. Jahrhunderts feierte öffentlich ihre Geburtsstunde. Unter dem Motto "The Spontaneous Underground" kreierte das Quartett Wright, Mason, Waters und Barrett bis dato ungehörte Klangwelten.

Als Pink Floyd veröffentlicht die Band ihre erste Platte "The Piper at the Gates of Dawn" im Jahr 1967. Der drogensüchtige und skandalumwitterte Barrett wurde schon bald durch David Gilmour ersetzt. Später wurde Waters zur dominanten Figur.

Wright selbst erlangte nie den Star-Status wie zunächst Barrett oder dann Waters - vielleicht zu Unrecht. Denn er schrieb wesentliche Songs wie "Us and Them" oder "The Great Gig In The Sky", trat zudem oft als Backgroundsänger auf.

Der in London geborene Musiker war unter anderem an den legendären Alben "Dark Side of the Moon" (1973) und "Wish You Were Here" (1975) beteiligt. Bei den Aufnahmen zum Klassiker "The Wall" (1981) kam es allerdings zu Spannungen mit dem Mastermind Roger Waters, so dass Wright die anschließende Tour nicht mehr als Bandmitglied sondern nur noch als Angestellter mitmachte.

1984 gründete Richard Wright das Duo Zee mit dem Musiker Dave Harris - der kommerzielle Erfolg blieb aber - wie schon bei seiner ersten Solo-Platte "Wet Dream" von 1978 - aus. Nach dem Abgang von Waters fand Wright jedoch wieder einen festen Platz bei Pink Floyd und wirkte unter anderem an der Platte "The Division Bell" (1994) mit.

Erstmals seit ihrer Trennung in den achtziger Jahren trat Pink Floyd 2005 beim "Live 8"-Konzert wieder gemeinsam im Londoner Hyde Park auf - ein Comeback lehnte die einst zerstrittene Band jedoch damals ab. Pink Floyd verkaufte mehr als 200 Millionen Platten weltweit.

tdo/dpa

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