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Pop! Auf der Suche nach dem Exzess-Gen

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Wissenschaftler untersuchen das Erbgut von Ozzy Osbourne - warum kann sein Körper Ausschweifungen so gut wegstecken? Außerdem: In Dänemark entsteht eine Kopie von Elvis' Villa. Und auf Malta soll ein Depeche-Mode-Musical aufgeführt werden.

Pop! Malta and Servant Fotos
Getty Images

Keith Richards lässt sich angeblich regelmäßig in der Schweiz das Blut austauschen, Alice Cooper und Joe Cocker haben mit Alkohol und Drogen große Teile ihrer Erinnerungen gelöscht, aber wohl kein lebender Rocker hat die Puppen über einen langen Zeitraum so wild tanzen lassen wie Ozzy Osbourne.

Ozzys Gene im Labor

Dass einer seinen Körper so gnadenlos malträtieren kann, allen nur denkbaren Substanzen aussetzt und trotzdem immer wieder aufsteht, beschäftigt nun auch die Wissenschaft. Osbourne ist einer von wenigen Auserwählten weltweit, deren Erbgut von der US-Firma Knome näher betrachtet wird. Per Blutprobe soll geklärt werden, warum manche Menschen ausdauernden Exzess besser wegstecken können als andere. "Individuen mit extremer medizinischer Geschichte zu analysieren und einzuordnen ist von höchstem wissenschaftlichem Wert", sagt ein Chef des Ladens. Gerüchte, dass Ozzys geschäftstüchtige Frau Sharon bereits plane, seine Gene zu verkaufen, sind unbestätigt.

Amy Winhouse' Vater im Showgeschäft

Auch Amy Winehouse testet seit längerem aus, wie weit sie ihren Körper allerlei Exzessen aussetzen kann. Eine neue Platte von ihr scheint derzeit in weiter Ferne. Dafür springt nun Mitch Winehouse in die Bresche und veröffentlicht ein Album: Amys Vater, der bislang als Taxifahrer seinen Unterhalt verdiente, hat auf die Schnelle eine CD besungen. Auf "Rush Of Love" gibt er Jazz-Standards und vier eigene Songs zum Besten. Am vergangenen Sonntag stellte Mitch Winehouse sein Debüt in einem Londoner Schuppen namens "Pizza On The Park" vor, und - potzblitz - zur Feier des Vatertags tanzte auch Tochter Amy an, um mit Daddy vier Songs zu trällern. Falls die Platte ein Erfolg wird, werde er Amy schon zeigen, was eine wahre Diva ist, tönt der.

Elvis' Villa in Dänemark

Der Körper des "King of Rock'n'Roll" hat schon lange den Betrieb eingestellt. Das hat dem Interesse an ihm nicht geschadet: Immer noch pilgern Presley-Anhänger in Massen nach Memphis, um sein sagenumwobenes Domizil namens "Graceland" zu begaffen.

Europäern, denen das zu weit ist, wird nun in Dänemark geholfen: Ab April nächsten Jahres soll in einem Kaff namens Randers eine originalgetreue Kopie des Elvis-Eigenheims die Pforten öffnen. In Randers steht bereits ein kleines Elvis-Museum, und der Graceland Nachbau soll nun Herzstück eines Elvis-Familien-Vergnügungsparks werden, mit Boutiquen, Restaurants und Kino. Ob das tatsächlich jährlich bis zu 125.000 Presley-Jünger anzieht, wie sich dänische Fremdenverkehrs-Profis ausgerechnet haben?

Jack White in Nashville

Sehr gesund muss der Rocker Jack White leben, so voll wie sein Terminplan ist. Denn seine Band The White Stripes reicht dem Amerikaner schon lange nicht mehr: Neben einer Plattenfirma, einem Laden und Jobs als Produzent mischt er bei den Bands The Raconteurs und The Dead Weather mit. Doch damit nicht genug: Neuerdings musiziert White auch mit dem US-Talkmeister Conan O'Brien. Wie das klingt, konnten nun dreihundert Zuhörer in Whites Plattenladen "Third Man Records" in Nashville bestaunen. Vor vergnügt brüllenden Menschen rockte sich der Talkmaster durch Klassiker wie Willie Nelsons "On The Road Again" oder "Seven Nation Army" von The White Stripes, zeitweilig unterstützt vom Chef Jack White. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte einen Mitschnitt der Show erwerben, selbstverständlich exklusiv auf Vinyl und nur im Netz.

Depeche Mode auf Malta

Ein Musical mit Abba-Songs, das passte. Auch Udo Jürgens' Lieder fügten sich gut in das Genre. Ja, selbst für Queen ging die Musical-Rechnung auf. Aber ein Depeche-Mode-Musical? Unglaublich, aber wahr: Anfang kommenden Jahres soll auf Malta ein Musical starten, das sich am Depeche-Mode-Album "Playing The Angel" orientiert. "Die Geschichte kann nicht fröhlich sein", verriet der Autor Adrian Buckle einer Zeitung. "Es wird eine Geschichte von zwei Jungs, die gemeinsam aufwachsen, erwachsen werden und die Liebe entdecken. Sie werden benutzt und missbraucht. Es ist ihre traurige Art und Weise, das Leben zu entdecken."

Wer weiß: Wenn das Trauerspiel ein Hit wird, droht eines Tages vielleicht auch ein Motörhead-Musical.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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1. Ozzy Schwarzenegger
Ernest B.R., 25.06.2010
"Wissenschaftler untersuchen das Erbgut von Ozzy Osbourne - warum kann sein Körper Ausschweifungen so gut wegstecken?" ... meinen Sie das ernst?? :D der geht fast auf allen Vieren, was ist denn daran gut weggesteckt...?
2. wtf?
Blitztrumpf 25.06.2010
Bitte?! Ozzy Osbournes Körper konnte viel wegstecken?! Ich muss doch bitten, das ist doch totaler Quatsch. Gut, zugegeben, bei der Menge an Drogen die er zu sich genommen hätte so manch einer vermutlich gestorben, aber Ozzys Gehirn kann man doch auch nicht mehr als lebend bezeichnen. Schon in der 1. Staffel der Osbournes konnte man sehen, dass der Kerl nur noch eine (ständig zitternde) körperliche Hülle ist, die keinen sinnvollen Satz mehr grade auf die Reihe bekommt. In sofern ist das Blabla von wegen gut weggesteckt und Super-DNA vollkommener Schwachsinn.
3. Debil, alt und schwach.
titeroy 25.06.2010
Zitat von sysopWissenschaftler untersuchen das Erbgut von Ozzy Osbourne - warum kann sein Körper Ausschweifungen so gut wegstecken? Außerdem: In Dänemark entsteht eine Kopie von Elvis' Villa. Und auf Malta soll ein Depeche-Mode-Musical aufgeführt werden. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,702614,00.html
Okay, man mag es erstaunlich finden, dass Ozzy ueberhaupt noch lebt, aber die wenigen Male in den letzten zehn Jahren als ich ihn sah, machte er auf mich nicht den Eindruck, als haette er die Exzesse "gut weggesteckt". Im Gegenteil, er wirkt debil, alt und schwach. BTW, seine alten Werke haben mir wirklich gut gefallen. In den siebzigern sagte er einmal: "Rockmusik macht bloed und taub." Mit diesem Satz hatte er vermutlich recht. Ich will weder seine Gene, noch will ich so hilflos und krank auf meine Mitmenschen wirken wie er.
4. .
Pnin, 25.06.2010
Zitat von titeroyOkay, man mag es erstaunlich finden, dass Ozzy ueberhaupt noch lebt, aber die wenigen Male in den letzten zehn Jahren als ich ihn sah, machte er auf mich nicht den Eindruck, als haette er die Exzesse "gut weggesteckt". Im Gegenteil, er wirkt debil, alt und schwach. BTW, seine alten Werke haben mir wirklich gut gefallen. In den siebzigern sagte er einmal: "Rockmusik macht bloed und taub." Mit diesem Satz hatte er vermutlich recht. Ich will weder seine Gene, noch will ich so hilflos und krank auf meine Mitmenschen wirken wie er.
*mumble mumble mumble* Sharooooooooon.
5. Falsche Person
Joerg grimm 25.06.2010
Zitat von sysopWissenschaftler untersuchen das Erbgut von Ozzy Osbourne - warum kann sein Körper Ausschweifungen so gut wegstecken? Außerdem: In Dänemark entsteht eine Kopie von Elvis' Villa. Und auf Malta soll ein Depeche-Mode-Musical aufgeführt werden. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,702614,00.html
Die Analysieren den falschen. Kann doch jeder sehen dass Ozzy schon dement ist. Ich wuerde lieber mal Keith Richards durchchecken.
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Zur Person
Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

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