Pop! Die Tragik des James McCartney
Heute in unserer Kolumne: Skandal! Die Texte vieler weltberühmter Songs werden immer wieder missverstanden. Auch das noch: Eine Band von Beatles-Erben stößt auf wenig Gegenliebe. Und: Jack White hat seine neueste Single an Heliumballons gepappt und wegfliegen lassen.
Falscher Glaube
Immer wieder passiert es Menschen, die des Englischen nicht ganz so mächtig sind, dass sie Liedtexte anders deuten, als die Autoren sie gemeint haben. Aber auch, wer Englisch als Muttersprache gelernt hat, bekommt mitunter nicht mit, was ein Song wirklich bedeutet. Acht Parade-Beispiele für häufig falsch verstandene Liedtexte hat nun das Blog Divine Caroline zusammengetragen.
Selbstverständlich ist Bruce Springsteens "Born in the U.S.A." dabei. Dass das Lied über die Desillusionierung eines heimgekehrten US-Kriegsveteranen eben keine Patriotenhymne ist, kapierte bereits in den Achtzigern Ronald Reagan nicht, der "Born in the U.S.A.", zu Springsteens Entsetzen, als Wahlkampfhymne missbrauchte. Auch R.E.M.s "Losing my Religion" hat entgegen zahlreicher anderslautender Vermutungen null mit Glaubensfragen zu tun. Denn "to lose one's religion" ist in den Südstaaten der USA, der Heimat von Texter und Sänger Michael Stipe, nur ein Slangausdruck dafür, die Geduld zu verlieren. Und "Losing My Religion" ist letztlich nur ein Liebeslied.
Ersatz-Beatles
Der Beatle-Sohn James McCartney ist als Musiker bislang nicht groß aufgefallen, obwohl ihm Papa Paul bei zwei Singles zur Hand ging. Nun sorgte der mittlerweile 34-jährige Knabe auf die narrensichere Art für etwas Wirbel, als er eine Art "Next Generation Beatles" in Aussicht stellte. Also eine Beatle-Erbenband mit James McCartney, Sean Ono-Lennon, Dhani Harrison und Jason Starkey (der erfolgreiche Ringo-Sohn Zack lehnte dankend ab).
Dummerweise entpuppte sich auch dieser Plan letztlich als Niederlage: Von der Online-Ausgabe des "Guardian" befragt, ob Interesse an so einer B-Beatles-Gang bestünde, antworteten 82,8 Prozent der User: Nein danke. Let it be!
Brain-Rock
Das Wort Genie wird in der Popberichterstattung inflationär benutzt. War John Lennon genial? Oder Michael Jackson? Ist Brian Wilson ein Genie? Oder Lady Gaga? Oder Van Morrison? Schwer zu sagen, aber auf keinen aktiven Musiker wird das Attribut so regelmäßig angewendet wie auf Bob Dylan. Nun hat sich ein Experte die Mühe gemacht, tatsächlich das Hirn von His Bobness, wie eingeschworene Dylanologen den Sänger mit der nöligen Stimme nennen, unter die Lupe zu nehmen, auf der Suche nach seiner Genialität. Auszüge aus dem kuriosen Buch darüber gibt es hier.
Ballon-Rock
Jack White hat offensichtlich zunehmend Spaß an absurden Aktionen in Kombination mit raren Tonträgern. Zuletzt ließ der ehemalige White-Stripes-Chef eine auf 100 Exemplare limitierte Single mit Tom Jones in nur einem Laden in Wales verkaufen. Um nun sein erstes Solowerk "Blunderbuss" zu bewerben, ließ er sich was Neues einfallen: Eine - logisch - super limitierte Flexi-Single seines neuen Songs "Freedom at 21" stieg in Nashville an Heliumballons gepappt in die Luft. Glückliche Finder erwarten absurde Summen bei Ebay!
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- Freitag, 13.04.2012 – 09:11 Uhr
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