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Pop-Ikone: Whitney Houston ist tot

Die Pop-Welt trauert: Whitney Houston, 48, ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills tot aufgefunden worden - einen Tag vor den Grammy Awards, dem wichtigsten Preis der Musikszene. Sie wurde mit Hits wie "I Will Always Love You" zum Superstar - doch zuletzt kämpfte sie mit Drogenproblemen.

Whitney Houston: Tod eines Superstars Fotos
REUTERS

New York - "Ich habe es gerade gehört. Das ist so verrückt", sagte Sänger Justin Bieber. "Mein Herz ist gebrochen und ich weine nach dem schockierenden Tod meiner Freundin", twitterte die Sängerin Mariah Carey. Und Soul-Diva Aretha Franklin schrieb ebenfalls bei Twitter, sie sei sprachlos und überwältigt vom Tod ihrer Patentochter Whitney Houston. Die Sängerin starb am Samstagnachmittag in einem Hotel in Beverly Hills bei Los Angeles. Sie wurde 48 Jahre alt. Die Todesursache war zunächst unbekannt. Houston litt aber seit vielen Jahren unter Rauschgift- und Alkoholmissbrauch und hatte im vergangenen Jahr erneut in eine Entzugsklinik gebracht werden müssen.

Die Todesumstände sind rätselhaft. Eine Sprecherin Houstons bestätigte zwar den Tod der Sängerin, aber weder Ursache noch Zeit, ja nicht einmal den Ort. Erst später erklärte ein Polizeisprecher, dass die Sängerin in ihrem Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben sei. Houston war wegen der Grammys in der Stadt. Am Sonntag werden die wichtigsten Musikpreise der Welt, von den Houston selbst sechs gewonnen hat, in Los Angeles vergeben.

Zur Todesursache konnte Ermittler Mark Rosen anfangs nichts sagen, ein Verbrechen vermutete er aber nicht: "Wir haben keinen Hinweis auf eine Straftat von außen. Wir untersuchen noch, aber offenkundige Hinweise auf Gewalteinwirkung gibt es nicht", sagte Rosen am Abend vor dem Hotel, in dem noch die Leiche der Sängerin lag. Ob Drogen im Spiel gewesen seien, könne er nicht sagen. "Wir konnten im ersten Moment keine Hinweise finden, wir stehen aber noch ganz am Anfang unserer Untersuchung."

Rettungssanitäter hatten nach einem Notruf noch versucht, Houston wiederzubeleben. "Die herbeigerufenen Notärzte haben alles versucht, aber sie konnten nichts mehr tun", sagte Rosen. "Frau Houston wurde um 15.55 Uhr für tot erklärt." Das war kurz vor 1 Uhr nachts deutscher Zeit.

Houston war Gast im Beverly Hilton, sagte Rosen. Jemand aus ihrem Umfeld habe den Notarzt gerufen. "Ich kann Ihnen nicht genau sagen, wer es war. Aber Freunde, Familie und Mitarbeiter sind anwesend und haben Frau Houston eindeutig identifiziert." Houston sei in ihrem eigenen Zimmer gefunden worden.

Bei einer Probe habe sie zerzaust gewirkt und stark geschwitzt

Houston war ein Superstar. Von der Mitte der achtziger Jahre bis weit in die Neunziger hinein regierte sie die Charts. Ihr Song "I Will Always Love You" für den Soundtrack "The Bodyguard" wurde die Liebeshymne einer ganzen Generation und ist weltweit die meistverkaufte Single einer Sängerin. Vor 21 Jahren hatte sie vor dem Super Bowl, dem Endspiel der Football-Meisterschaft, in Tampa in Florida die Nationalhymne mit so viel Gefühl gesungen, dass die Hymne zum ersten und bislang auch einzigen Mal in den Pop-Charts war. Weltweit verkaufte sie insgesamt mehr als 170 Millionen Platten. In den neunziger Jahren spielte sie in mehreren Filmen mit, darunter in "Bodyguard" an der Seite von Hollywoodstar Kevin Costner.

Nur Stunden vor der Todesnachricht war über neue Projekte Houstons spekuliert worden. Unter anderem sollte sie eine Zukunft in der populären Talentshow "The X-Faktor" haben. Dort sollte sie künftig als Jurymitglied auftreten, hieß es. Auch Stunden nach ihrem Tod meldete ihre eigene Website noch, Houston werde an einer der Grammy-Partys teilnehmen. Die ganze Hoffnung der Sängerin, und auch ihres Umfelds, schien aber auf "Sparkle" zu liegen. Der Film, dessen Geschichte auf der Musikkarriere der "Supremes" basiert, soll im August in die Kinos kommen.

Houston machte aber auch mit Rauschgift, Alkohol und einer turbulenten Ehe mit dem R&B-Sänger Bobby Brown Schlagzeilen. Immer wieder hatte sie Phasen, in denen sie am Ende ihrer Kräfte schien.

Der Tod des Superstars überschattet auch den Grammy-Abend am Sonntag. Bei einer Probe am Donnerstag habe Houston zerzaust gewirkt, stark geschwitzt und nach Alkohol und Zigaretten gerochen, sagte ein Teilnehmer.

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson wird nun bei den Grammy-Verleihungen zu Ehren ihres verstorbenen Idols singen. Die herausragenden Leistungen der mehrfachen Grammy-Gewinnerin müssten gewürdigt werden, sagte Show-Produzent Ken Ehrlich. Hudson hatte noch bei einer Veranstaltung am Vorabend der Grammy-Verleihung über Houstons Einfluss auf ihre Karriere gesprochen. Sie war es auch, die Hudson ihren ersten Grammy überreichte.

tok/yes/dpa/dapd

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1. Weit weg...
dukezonk 12.02.2012
Zitat von sysopAFPTrauer kurz vor den Grammy Awards: Whitney Houston, 48, ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben. Sie wurde mit Hits wie "I Will Always Love You" zum Superstar - doch zuletzt kämpfte sie mit Drogenproblemen. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,814745,00.html
Immer, wenn ein Musiker stirbt, dessen Lieder ich gekannt habe, die mich auch sicher auf die ein oder andere Art und Weise geprägt haben - ob ich sie mochte, oder nicht - so stirbt, finde ich, auch immer ein ganz kleines Stück von einem selbst. Es ist der unterschwellige Dialog zwischen einem Künstler mit dem Höhrer mittels der Musik. Musikstücke bewegen uns, sie begleiten uns - das sollen sie meist auch. Das ist die direkte Verbindung zum Künstler und dessen Gedankenwelt, das ist die direkte Einflussnahme auf unser Leben. Das ist, je nach Betrachtungsweise und Wertschätzung, trotz der gewaltigen Vermarktungsmachinerie im Hintergrund, eine sehr intime Sache. Umso tragischer finde ich es, wenn ein Musiker, wie sehr sehr viele Künstler, in den letzten Jahren einsam in anonymen Hotelzimmern sterben. Die Illusion eines unerreichbaren Sternes, eines Vorbildes, einer stilisierten Figur - die bei vielen Leuten einen Götterstatus erreicht - platzt plötzlich, ohne Note, ohne Werbung und ohne Releasetermin. In einem anonymen Hotelzimmer. Tragisch.
2.
forenuser 12.02.2012
Auch wenn ich solche Boulevardthemen nicht verfolge, wuerde es mich doch wundern wenn keine Drogen im Spiel gewesen sein sollten. Die Mischung machts ja bekanntlich. Schade.
3. Rip
diefemme 12.02.2012
Zitat von sysopAFPTrauer kurz vor den Grammy Awards: Whitney Houston, 48, ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben. Sie wurde mit Hits wie "I Will Always Love You" zum Superstar - doch zuletzt kämpfte sie mit Drogenproblemen. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,814745,00.html
Da habe ich heute Nacht, bei CNN, dann doch geheult. Was für eine Verschwendung eines gottgegebenen Talentes! Was hätte Sie nicht (noch) alles leisten können mit ihrer einmaligen Begabung, mit dieser Stimme, an die keine andere heranreicht. Wäre sie mal nicht derart falsch abgebogen, vor zwanzig Jahren. Man, ihr Tod tut mir leid. RIP, Whitney Houston. Und danke für "The Voice".
4. Rip
EuroStar2011 12.02.2012
Zitat von sysopAFPTrauer kurz vor den Grammy Awards: Whitney Houston, 48, ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben. Sie wurde mit Hits wie "I Will Always Love You" zum Superstar - doch zuletzt kämpfte sie mit Drogenproblemen. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,814745,00.html
Rest in peace Whitney
5. Traurig
wolfman11 12.02.2012
Zitat von sysopAFPTrauer kurz vor den Grammy Awards: Whitney Houston, 48, ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben. Sie wurde mit Hits wie "I Will Always Love You" zum Superstar - doch zuletzt kämpfte sie mit Drogenproblemen. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,814745,00.html
Mit ihr starb die für mich schönste Stimme des Business. Sie hat so viele Songs so wunderbar gesungen. In ihren besten Tagen sang sie jede andere Künstlerin locker an die Wand. Mögen die letzten Jahre Ihrer Karriere auch traurig gewesen sein, so bleiben doch eine Menge Lieder zurück, die Zeugen ihres einmaligen Könnens sind. Ich wünsche ihr, dass sie jetzt ihren Frieden finden möge. Danke Whitney.
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