Verwaschene Liebe
An ihr erstes Band-T-Shirt erinnern sich viele Fans so genau wie an ihre erste Platte oder den ersten Kuss. Das dämmerte eines Tages auch der britischen Musik-Journalistin Jude Rogers, die mit einem Gleichgesinnten den tollen Blog "My Band T-Shirt" startete. Da erinnern sich Menschen an T-Shirts, die ihr Leben prägten. Und es gibt tatsächlich Unmengen von Memoiren, die mit diesen alten, verwaschenen, zerlöcherten, runtergerockten Baumwoll-Kleidungsstücken untrennbar verknüpft sind: biografische Randnotizen über das Gefühl, Teil einer verschworenen Bewegung zu sein, Anekdoten über erste Küsse auf Konzerten oder über Eltern, die entsetzt waren von den Motiven und Logos.
Heute sind Pop-T-Shirts längst auch eine enorm wichtige Einnahmequelle für Musiker. Sie hängen bei H&M auf der Stange, liegen in Läden großer Kaffee-Hersteller aus mit Logos von Bands wie The Ramones, Guns N'Roses oder Led Zeppelin. Der Manager der Rolling Stones verkündete mal, dass seine Klienten mit T-Shirts längst deutlich mehr verdienen als mit Platten.
Aber es ist letztlich kein Wunder, dass viele dieser T-Shirts, auch wenn die Träger ihnen in jeder Beziehung entwachsen sind, meistens nicht entsorgt, sondern in versteckten Ecken der Kleiderschränke gebunkert werden. Das belegen eben auch die vielen unterhaltsamen, lustigen und anrührenden T-Shirt-Memoiren dieses Blogs. Darüber, bis zu welchem Alter Pop-T-Shirts getragen werden dürfen, kann man später streiten.
Öde Plünderei
Vor langer, langer Zeit war es eine aufregende Idee, aus Versatzstücken alter Songs neue zu basteln. Sampling nannte man dieses Verfahren, das bevorzugt im HipHop gepflegt wurde. Aber mittlerweile macht sich auch in dieser Disziplin große Langeweile breit. Dass die Zahl inspirierender Quellen letztlich auch überschaubar ist, wird schon dadurch belegt, dass immer wieder dieselben Oldies ausgeschlachtet werden. Nun erstellte ein fleißiger Mensch eine Liste der "8 most overused samples in hip hop history", in der berühmte Vorlagen aufgeführt sind, in Kombination mit all den Liedern, in denen sie weiterverwertet wurden. Nummer eins sind The Honeydrippers mit "Impeach the President", das angeblich bis heute in jedem fünften Rap-Song verwendet wird. Erstaunlich ist nur, dass da James Browns "Funky Drummer" fehlt, der gefühlt in jedem zweiten Rap-Stück zerlegt wird.
Schreibtisch-Rock
In der Redaktion des US-amerikanischen Radio-Titanen NPR sitzt ein Musikspezialist, der auf die so schlichte wie schöne Idee kam, Künstler in seinem Büro auftreten zu lassen. Diese skurrilen, kurzen "Schreibtisch-Konzerte" sind zum Glück für den Rest der Welt online anklickbar. Könner wie Wilco, Beirut, Trombone Shorty, The Decemberists und viele andere mehr gaben sich dort bereits die Ehre. Besonders fein gelang der aktuelle Auftritt des sanften schwedischen Exzentrikers Jens Lekman.
Wilder Duft
Dass der wilde alte Mann Iggy Pop nun Werbung für französisches Parfüm macht, ist eigentlich egal. Aber das erste Bild der Kampagne ist grandios.
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