Pop! Orakel ohne Durchblick

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Jedes Jahr prognostizieren Experten die nächsten Chart-Stürmer - und irren sich mitunter gewaltig, wie es die Band Mona erlebte. Mit rassistischen Beleidigungen ärgert sich gerade Rihanna herum. Und Stimmkünstlerin Florence Welch hat es zur Großverdienerin gebracht.

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DPA

Hype-Alarm

Zum Ende des Jahres werden traditionell Listen mit all den Gewinnern der abgelaufenen Pop-Saison erstellt. Damit nicht genug, werden vor allem in Großbritannien bereits die möglichen Abräumer der kommenden Saison gekürt. Nachwuchsmusiker, bei denen sich viele Trend-Auguren einig sind, dass sie garantiert spektakulär groß rauskommen, die Hitparaden aufrollen und die Arenen der Welt füllen werden. So viel Vertrauen ist natürlich toll, kann aber auch böse nach hinten losgehen: Davon kann die Band Mona dieser Tage ein trauriges Lied singen, woran nun ein Kolumnist des "NME" zu Recht erinnert.

Das junge Quartett aus Nashville, Tennessee, galt vor ziemlich genau einem Jahr als potentielle Sensation. Vier hippe, junge, postertaugliche Knaben, die ausschauten wie die Enkel von The Clash, mit den Kings of Leon dick befreundet waren, von MTV und der BBC massiv protegiert wurden und bald einen großen Konzern hinter sich hatten. So schien der Mona-Triumphzug unausweichlich. Dass die Musik dazu eher mittelprächtig war, störte auch nicht weiter. Durch alle Blogs, alle Fachmagazine geisterte der Name Mona. Aber dann - plopp - kam irgendwie nichts. Die Kritiker hatten den Namen Mona über, bevor tatsächlich etwas passiert war, und das große Publikum hatte eh nichts bemerkt. Monas in diesem Mai veröffentlichtes Debüt schaffte es so gerade auf Rang 39 der britischen Charts und kam nie aus der Grauzone heraus. Seitdem hat man von Mona nichts mehr gehört.

Den jungen, dezenten Barden Ed Sheeran hatten vor einem Jahr übrigens nur sehr wenige auf dem Zettel: Und genau dessen Debütalbum war, mal abgesehen von Adele, der Überraschungshit des Jahres in England.

Spezialisten-Alarm

All die herrlich sinnlosen, subjektiven Listen und Urteile in den gern geklickten Blogs werden in diversen Foren zuverlässig von emsigen und mitteilungsfreudigen Lesern kommentiert. Eine lustige Hitliste all der typischen Kommentatoren, auch "Foristen" genannt, die sich dort tummeln, hat nun eine Autorin des US-Senders NPR zusammengestellt.

Rassisten-Alarm

Die Sängerin Rihanna lernt Europa derzeit von seiner finsteren Seite kennen. Erst musste sich die Künstlerin aus Barbados in England vor einem Hotel von einem Unbekannten übel rassistisch beschimpfen lassen. Nun folgte eine bizarre, böse Geschichte aus den Niederlanden. In einem holländischen Modemagazin namens "Jackie" wurde Rihanna in einem Text als "N.... Bitch" bezeichnet. Auf einen empörten Twitter-Kommentar Rihannas ("Fuck YOU") reagierte "Jackie"-Chefredakteurin Eva Hoeke mit Unverständnis: Das sei nur ein Witz gewesen. Aber weil das eine einsame Meinung war, stellte die Journalistin nun doch ihr Amt zur Verfügung.

"Star Trek"-Alarm

Man staunt, wer schon alles bei den zahlreichen "Star Trek"-Filmen einen Gastauftritt hatte. Eine sehr amüsante Bildergalerie zeigt nun prominente Gast-Trekkies wie Kirsten Dunst, Kim Catrall, Christian Slater und - ja, wirklich - Iggy Pop und Rage-Against-the-Machine-Gitarrist Tom Morello.

Geld-Alarm

Wer es in diesem Jahr tatsächlich zu etwas gebracht hat - zumindest was den Kontostand betrifft - findet sich auf einer der zahlreichen "Forbes"-Gutverdiener-Listen wieder. Interessant sind da die Charts der "Unter 30-Jährigen"-Abräumer im Musikgeschäft. Neben den üblichen Verdächtigen wie Justin Bieber, Lady Gaga oder Adele findet sich nun auch die extravagante Britin Florence Welch. Aber wer zum Teufel ist bloß Mac Miller?

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1. Das
legus 24.12.2011
Zitat von sysopJedes Jahr prognostizieren Experten die nächsten Chart-Stürmer - und irren sich mitunter gewaltig, wie es die Band Mona erlebte. Mit rassistischen Beleidigungen ärgert sich gerade Rihanna herum. Und Stimmkünstlerin Florence Welch hat es zur Großverdienerin gebracht. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,805361,00.html
Ist ja nun wirklich nichts neues. Wahrsagerei und Glaskugelschauen sind nun mal Quark. Und Medienkrawall gehört nun mal zum Medialen Show Geschäft.
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Zur Person
Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

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