Pop-Prognose 2012: Platz 6: Skrillex

Von Felix Bayer

Welche neuen Acts werden in diesem Jahr für Aufsehen sorgen? SPIEGEL ONLINE hat Kollegen aus Medien und Musikindustrie um ihre Tipps fürs Pop-Jahr 2012 gebeten. In einem Countdown stellen wir die Top Ten der heißesten Newcomer vor - hier ist die Nummer 6.

Die Nummer 6 der Pop-Prognose von SPIEGEL ONLINE: US-Produzent und -Musiker Skrillex Zur Großansicht
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Die Nummer 6 der Pop-Prognose von SPIEGEL ONLINE: US-Produzent und -Musiker Skrillex

Bisher lief der transatlantische Einfluss-Strom im Pop andersherum: Die Amerikaner erfanden etwas, die Briten nahmen es auf, popularisierten es und verkauften es den Amerikanern zurück - siehe Rolling Stones, Clash, Amy Winehouse. Doch Dubstep war zu Anfang ein zutiefst britisches Genre, ja, manchmal hatte man das Gefühl, man würde diese Musik mit ihren tiefen Bässen, gebrochenen Beats und düsteren Klangflächen eigentlich nur so richtig verstehen können, wenn man einen Monat lang Londoner Piratensender gehört hätte.

Doch nun gibt es in Los Angeles diesen Typ namens Sonny Moore, der sich Skrillex nennt und mit seinen langen, schwarzgefärbten Zottelhaaren und seiner großglasigen Brille aussieht wie ein etwas nachlässiger Emo-Musiker. Skrillex hat sich Dubstep genommen, ihm alle Fitzeleien ausgetrieben und ihn mit der Wut und dem Krachen von Punk und Metal aufgeladen - und rennt damit in den Teenagerzimmern der Welt offene Türen ein.

Bei den Hütern der reinen Lehre erntet Skrillex dafür natürlich gehörigen Ärger. James Blake, der sich vom Genre-Kern des Dubstep in die entgegengesetzte Richtung aufgemacht hat, die des feinsinnigen, introspektiven Songwritings, verachtet Skrillex: Der bediene klanglich und emotional eine Macho-Attitüde, er habe die Musik jeglicher Subtilitäten beraubt. Skrillex nimmt die Kritik gelassen, verweist auf seine Freundschaft mit Dubstep-Autoritäten wie Skream, außerdem habe er eh keine Zeit, Hasskommentare im Internet zu verfolgen, er müsse produzieren, produzieren, produzieren...

Lady Gaga, La Roux, Bruno Mars und auch Frida Gold aus Deutschland ließen ihre Songs schon von Skrillex remixen, der unablässig auf Tour ist - und 2012 nur noch einen Crossoverhit vom Weltruhm entfernt ist.

Für diese Newcomer hat sich die Jury entschieden

Jury der Pop-Prognose 2012

  • Jens Balzer | Berliner Zeitung
  • Michael Bartle | Zündfunk, BR
  • Felix Bayer | SPIEGEL ONLINE
  • Andreas Borcholte | SPIEGEL ONLINE
  • Tex Drieschner | TV noir
  • Sonja Eismann | Missy Magazine
  • Daniel Finke | NRJ
  • Uli Frank | SWR3
  • Dominik Grötz, Selcuk Erdogan | tape.tv
  • Thomas Groß | Die Zeit
  • Joachim Hentschel | Rolling Stone
  • Jan Kedves | Spex
  • Nadine Lange | Tagesspiegel
  • Lars Lewerenz | Audiolith
  • Daniel Lieberberg, Neffi Temur | Universal
  • Neuland-Team | Byte.FM
  • Rainer Ott, Thees Uhlmann | Grand Hotel Van Cleef
  • Hannah Pilarczyk | SPIEGEL ONLINE
  • Michael Pilz | Die Welt
  • Jens-Christian Rabe | Süddeutsche Zeitung
  • Peter Radszuhn | Radio 1/RBB
  • Jochen Rausch | 1Live, WDR
  • Verena Reygers | Freitag.de
  • Mara Ridder-Reichert | Viva & MTV North
  • Christian Seidl | Bild am Sonntag
  • Maurice Summen | Staatsakt
  • Thomas Venker | Intro
  • Julian Weber | taz
  • Florian Ziesmer | Sony

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