Von Hannah Pilarczyk
Man muss bei den Fotos von Jessie Ware etwas genauer hinschauen, dann erkennt man: Die schöne Britin hat einen bezaubernden Silberblick. Auch wenn die Übertragung nur halb statthaft ist: Mit der Musik von Ware verhält es sich ähnlich. Sie erfordert etwas Konzentration, aber dann entfalten sich ihre reizvollen Eigenheiten umso mehr.
Wobei sich "Devotion", Wares Debütalbum, das in Deutschland mit reichlich Verspätung Ende Oktober erschienen ist, auch ganz beiläufig hören lässt, denn es weist durchaus kommerzielle Gefälligkeit auf. So können sich beim flüchtigen Lauschen wechselweise Wares Stimmgewalt, die an die Power-Balladen-Diven der achtziger Jahre erinnert, oder ihre minimalistisch-kühlen Soulanleihen im Stile von Sade in den Vordergrund drängen. Die Intensität ihrer Songs erklärt das aber nicht, die erschließt sich erst, wenn man auf die Lücken hört. In Wares Sound-Ökonomie bleibt die Spannung erhalten, weil sie sich nie in den erwartbaren dramatischen Gesangs-Kaskaden oder protzigen Gitarren-Soli entlädt.
In ihrer Heimat Großbritannien hat es Ware 2012 auf diverse Besten-Listen geschafft und eine Nominierung für den prestigereichen Mercury Prize eingeheimst. In Deutschland musste sie sich derweil mit einem ersten Umsonst-Konzert in Berlin im November zufrieden geben. Im März ist sie allerdings zurück in Deutschland und wird vier Konzerte spielen. Diesmal dürfte das deutsche Publikum mehr als bereit sein, sich Wares Auftritte etwas kosten zu lassen.
Auf diese Newcomer setzt die Jury - mit Klick auf den Kopf erfahren Sie mehr
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