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Popstar Roger Waters: Abzug aus Tel Aviv

Pink-Floyd-Gründungsmitglied Roger Waters hat ein geplantes Konzert von Tel Aviv ins Friedensdorf Neve Schalom verlegt. Mehrere arabische Künstler hatten den Star in einem Brief aufgefordert, nicht in der israelischen Großstadt zu spielen.

Arabische Musiker hatten Waters einen offenen Brief geschrieben. In einer Zeit, in der Israel unvermindert an "seinem kolonialen Apartheidskonstrukt" festhalte, und die Heimat der Palästinenser "ethnisch säubere", solle Waters nicht, wie angekündigt, in Tel Aviv sein Solokonzert geben, zitiert die BBC das Schreiben.

Musiker Waters: "We don't need no occupation!" 
AP

Musiker Waters: "We don't need no occupation!" 

Der Appell hat gewirkt: Roger Waters will nun in dem Dorf Neve Schalom spielen. In dem Ort, der auf halber Stecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv liegt, leben Juden, muslimische und christliche Palästinenser seit mehr als 30 Jahren friedlich zusammen.

Die Entscheidung des Stars kommt überraschend: Noch im März hatte er zur britischen Zeitung "The Guardian" gesagt, wenn er einen Auftritt in Israel wegen der Außenpolitik des Landes überdenken würde, müsse er auch über Konzerte in Großbritannien wegen der Außenpolitik Blairs nachdenken.

Für viele Palästinenser ist die Musik von Pink Floyd mit der Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Situation verbunden. Den Text von "Another Brick in the Wall" haben Gegner der israelischen Mauer im Westjordanland zu ihrem Protestlied umgedichtet: Statt "We don't need no education. We dont need no thought control" singen sie "We don't need no occupation. We don't need no racist wall."

Waters trennte sich 1985 von Pink Floyd und startete eine Solo-Karriere. Im Sommer 2005 schloss er sich der Band für einen Auftritt beim Benefiz-Spektakel Live8 wieder an.

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