Protest-Rückzieher Dixie Chicks entschuldigen sich bei Bush

Verärgerte Fans und boykottierende Radiostationen können ganz schön einflussreich sein: Die texanische Country-Band Dixie Chicks hat sich für ihre "respektlose" Äußerung gegenüber US-Präsident George W. Bush entschuldigt und relativiert ihre ablehnende Haltung zum Irak-Krieg.


Country-Stars Dixie Chicks, Sängerin Maines (M.): "Respektlose Bemerkung"
AP

Country-Stars Dixie Chicks, Sängerin Maines (M.): "Respektlose Bemerkung"

Los Angeles - Schon am Freitagabend entschuldigte sich Dixie-Chicks-Sängerin Natalie Maines für ihr einen Tag zuvor abgegebenes Statement, sie sei "beschämt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas stamme". Wütende Fan-Mails und Zuschriften sowie Boykott-Aufrufe erboster Radio-Stationen ließen die derzeit erfolgreichste Country-Band der USA ("Home") einen schnellen Rückzieher machen. "Ich entschuldige mich bei Präsident Bush, weil meine Bemerkung respektlos war", hieß es in einer Nachricht, die Maines' Publizistin am Freitag veröffentlichte. "Ich denke, wer immer dieses Amt inne hat, sollte mit dem größtmöglichen Respekt begegnet werden", so die Sängerin.

Auch ihre Haltung zum bevorstehenden Irak-Krieg scheinen die Dixie Chicks gründlich reflektiert zu haben: "Krieg bleibt zwar eine Option, doch als Mutter möchte ich jede mögliche Alternative ausgeschöpft sehen, bevor die Leben von Kindern und amerikanischen Soldaten verloren gehen", sagte Maines in ihrem neuen Statement. Zuvor hatte es auf der bandeigenen Website geheißen: "Wir unterstützen unsere Truppen, aber es gibt nichts Furchterregenderes als das Vorhaben, einen Krieg im Irak zu führen und die Aussicht, so viele unschuldige Leben zu verlieren."

Am Freitag hatten einige Country-Stationen Boykotte gegen die Dixie Chicks begonnen, die derzeit mit einem Song über einen Vietnam-Veteranen ("Traveling Soldier") hoch in den Charts rangieren. Vor einem Monat hatte die texanische Band mehrere Grammys gewonnen, unter anderem für die beste "Country Performance" des Jahres. Als beliebteste Vertreter der amerikanischen Volksmusik-Szene trägt man Verantwortung: "Die meisten unserer Hörer beklagten sich darüber, dass Natalie unseren Führer, unseren Präsidenten, nicht unterstütze", zitiert das Branchenblatt "Entertainment Weekly" einen Radio-Jockey aus Harrisburg, Pennsylvania. Vor der Entschuldigung der Band hatte sein Sender die Musik der Dixie Chicks bis auf weiteres von der Playlist gestrichen.



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