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Rap-Star Massiv: Ein Monster lernt zu lieben

Von Philipp Oehmke

Kokain, Prostituierte, Messerstechereien - das waren die Themen des Berliner Gangsta-Rappers Massiv, bis jetzt. Mit seinem neuen Album streift der Skandal-Reimer sein Bad-Boy-Image ab - und entdeckt Deutschland und die Bürgerlichkeit.

Sie sind immer noch da, die Einschusslöcher an den Türen, dabei ist die Sache schon über ein Jahr her. Wasiem Taha hat seinen geräumigen dunkelblauen BMW auf der Vorfahrt des Berliner Hauptbahnhofs geparkt, und als er die Beifahrertür öffnet, sieht man sie, die eins, zwei, drei, vier Löcher der Projektile. "Eine Erinnerung", sagt Taha, "an eine Zeit, die vorbei ist."

Dann legt er den Gang ein, es soll nach Schöneberg gehen, wo er sich mit seinen libanesischen Freunden, die er seine Familie nennt, in einem Spielsalon treffen will. Auf dem Weg dahin spielt Taha, der sich als Rapper Massiv nennt, sein neues Album vor, sein drittes, das gerade erschienen ist. Er ist stolz darauf, weil es so ganz anders ist als der wütende Gewalt-Rap seiner ersten beiden Platten. Massiv findet, er hat sich ein bisschen neu erfunden. Er ist jetzt 26 Jahre alt.

Das Album beginnt mit einer weiblichen Nachrichtensprecher-Stimme. Sie spricht die Vokale weich, und im Hintergrund klingt pathetische Filmmusik. Sie sagt: "Wasiem Taha, alias Massiv, 1,80 Meter groß, 120 Kilo schwer, muskelbepackt." Nach einer kurzen Pause: "Der kommende Abräumer im Gangsta-Rap-Milieu."

Brisante Dynamik

Hier spricht also nicht der Künstler selber, der Künstler lässt sprechen, nämlich die Öffentlichkeit, die Medien, die Außensicht, die ihre eigene Wahrheit hat. Das ist eine ziemlich clevere Ouvertüre. Massiv hat zu Beginn seines Schaffens vor drei Jahren mit einigem Aufwand ein Bild von sich kreiert, das härter und bedrohlicher war als alles, was deutsche Popmusiker bislang zu bieten hatten. Doch dieses Image ist ihm im Laufe der Zeit immer mehr aus den Fingern geglitten, es hat sich verselbständigt. Die Öffentlichkeit hat sich eine eigene Person geschaffen, die Massiv hieß, eine Art Frankenstein, der immerzu nur Böses zugetraut wurde.

Als er im Januar 2008 angeschossen wurde und die Umstände des Tathergangs unklar blieben, vermuteten einige, er habe sich als PR-Coup die Schüsse selbst beigebracht. Als er im November vergangenen Jahres auf Einladung des Goethe-Instituts in sein Geburtsland Palästina reiste, hieß es, einen solchen Rabauken könne man doch unmöglich auf den Nahost-Konflikt loslassen.


Das große Interesse an ihm stand immer in einem leichten Missverhältnis zu seinen tatsächlichen Plattenverkäufen, ungefähr 40.000 insgesamt für die ersten beiden Alben, wie sein Manager angibt. Das ist nicht schlecht, zeigt aber doch, dass es bei der Figur Massiv nicht ausschließlich um einen Musiker ging. Um was ging es dann?

Es ist erst drei Jahre her, da ist Massiv mit einem unverwüstlichen Authentizitätsanspruch gestartet. Anders als seine berühmten Vorgänger Sido oder Bushido konnte er tatsächlich geltend machen, mal ein paar Drogen verkauft und immerhin in U-Haft gesessen zu haben. Die Bundesrepublik war zu dieser Zeit endgültig erwachsen geworden. Sie schickte ihre Soldaten jetzt nicht nur zu Auslandseinsätzen, sie leistete sich nicht nur wie bei der Fußballweltmeisterschaft ein neues patriotisches Selbstbewusstsein - sie hatte vor allem nun auch, wie England, Frankreich und die USA schon längst, Ghettos, aus denen wütende Stimmen erklangen.

Massiv war der erste richtige Gangsta-Rapper, den Deutschland zu bieten hatte, und er betrat rechtzeitig zur Hartz-IV- und Prekariatsdebatte die Bühne: eine hörbare Stimme aus der Unterschicht, der politische Relevanz zugetraut wurde, obwohl Massivs Songs damals eigentlich nur von Kokain, Nutten oder Messerstechereien handelten.

Dass Massiv sich ein gehöriges Maß an künstlerischer Freiheit genehmigte, um seine Geschichten aus seinem Weddinger Ghetto auszuschmücken, hat er auch damals nie bestritten. Am Ende, so formulierte es einmal das Mastermind des deutschen Gangsterrap, der Chef des Labels Aggro Berlin, der sich Specter nennt, bleibe auch Gangsta-Rap eben Kunst.

Das Monster einfangen

Es gibt genügend Popmusiker, die sich in ihrem Image vom bösen Mann sonnen, und es spricht für den Menschen Wasiem Taha, dass er unter seiner düsteren öffentlichen Persona in den vergangenen Monaten immer stärker gelitten hat. Es galt, dieses Monster nun wieder einzufangen. Wenn man seine neue CD aufklappt, blickt man auf eine Schwarzweiß-Fotografie des Rappers. Ja, die Tätowierungen sind da, und man ahnt die Muskeln. Doch das Gesicht strahlt die Seligkeit eines Jungen aus, dem die Mutter noch einen Nachschlag seines Lieblingsdesserts serviert hat.

Massiv musste sich schon einige Spötteleien anhören für dieses Bild, doch ihm scheint es ernst zu sein. "Die trostlosen Geschichten aus dem Ghetto zu erzählen", sagt er, "das war wichtig, doch es bringt heute nichts mehr. Ich möchten den Leuten Hoffnung geben und sie nicht noch weiter runterziehen." Offenbar ging es den anderen Protagonisten des Berliner Gangsta-Raps ähnlich. Sido aus dem Märkischen Viertel, der erste, der so etwas wie Gangsta-Rap in Deutschland populär machte, war inzwischen Juror in einer Castingshow im Fernsehen; Bushido, der Halb-Tunesier, ist Bestsellerautor und Immobilienmakler.

Massiv ist im November aus seinen Kiezen Wedding und Neukölln nach Palästina, ins Westjordanland gefahren, das Goethe-Institut hatte ihn eingeladen. Er hat dort ein paar Konzerte in Flüchtlingscamps gegeben und wurde ansonsten immer stiller auf der achttägigen Reise durch die palästinensischen Autonomiegebiete.

Während er seinen BMW mit den Einschusslöchern durch Schöneberg lenkt, das Tempo sorgsam bei 50 Stundenkilometern haltend, erzählt er, wie er sich dort, im Westjordanland, jeden Tag vorne in den Tourbus gesetzt und durch die Scheiben hinaus geblickt hat auf das Elend der Menschen, das ihm auf einmal so viel größer vorkam, als alles, was er aus Berlin kannte.

Plötzlich schien es dem in Pirmasens geborenen Rapper nicht mehr verhältnismäßig, den Wedding oder Neukölln, wie er es auf seinen ersten Platten getan hatte, zu urbanen Kriegsgebieten zu stilisieren, wenn es zugleich offenbar Gegenden auf der Welt gibt, in denen Menschen auf den Straßen hockten, die tatsächlich vom Leid jahrzehntelangen Kriegs gezeichnet waren.

Massives Deutschlandliebe

Und so hat er für sein neues Album ein Lied mit dem Titel "Deutschland" geschrieben, das er nun in den CD-Spieler des BMWs einlegt. Bevor die Fahrt zu Ende ginge, müsse dieser Song noch gehört werden, sagt Massiv. Es werde alle überraschen. Dieses Land, so überkam es den Eltern- und Lehrerschreck Massiv nach seiner Palästina-Reise, sei vielleicht doch gar nicht so schlecht.

Also hat er sich selbst befragt, was ihm an Deutschland eigentlich gefällt. Und wenn man nicht wüsste, dass dem Künstler Massiv jede Ironie fremd ist, wäre man versucht, sein Deutschland-Lob als bewusst übertriebene Persiflage zu lesen, so viele Dingen waren es plötzlich, die ihm an Deutschland zusagten. Als er seinen BMW vor dem Spielsalon in Schöneberg einparkt, ist aus den Lautsprechern im Wagen Massivs Deutschlandbild zu hören:

"Hier hungert keiner, hier wird ehrlich jedes Bisschen geteilt/ Hier ist die Hautfarbe egal, hier zählt dein Herz und deine Freundlichkeit."

Und auch mit der Kanzlerin scheint er einverstanden: "Es ist eine Frau, die das ganze Land hier präsentiert / Jede Frau wird hier geschätzt, jede Frau hat Rechte hier."

Aber was ist mit all dem, was er auf seinen ersten Platten beschrieben hat? Die Armut der Menschen im Wedding, die Nutten, die Gewalt, die Drogen, die Hoffnungslosigkeit? Bevor Massiv antworten kann, erklingt die Antwort aus den Boxen, zweite Strophe:

"Na klar gibt's Sachen, wo so manchen Menschen runterdrückt/ Hier und dort gibt's arme Leute mit viel Schulden im Genick/ Die nicht viel besitzen, doch man fühlt, dass sie zufrieden sind/ Genau hier spürst du den frischen Wind /In diesem Lied beschreib ich euch das positive Leben / Denn das negative Lästern tut schon in den Ohren weh."

Massiv steigt aus dem Auto. Als er die Tür zuschlägt und den Wagen mit einem Piepen elektronisch verriegelt, sind die Einschusslöcher immer noch da. "Vielleicht ist es Zeit, die Tür mal austauschen zu lassen", sagt Wasiem Taha und verschwindet in dem Spielsalon.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
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1. Deutscher Rap?
berlin_rotrot, 23.03.2009
Nicht authentisch dieser Rapper.
2. Jaja der böse Massiv
Interessierter0815 23.03.2009
Zitat von sysopKokain, Prostituierte, Messerstechereien - das waren die Themen des Berliner Gangsta-Rappers Massiv, bis jetzt. Mit seinem neuen Album streift der Skandal-Reimer sein Bad-Boy-Image ab - und entdeckt Deutschland und die Bürgerlichkeit. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,614256,00.html
Jaja der böse Massiv... Hier mal ein Song zu dem Thema von einem Mc der schon seit Ewigkeiten im Geschäft ist - vielleicht geht er ja deswegen jetzt auf Kuschelkurs? http://www.youtube.com/watch?v=tJwzb4qljQM Viel Spaß
3. gute nacht deutschland
rocoroc 23.03.2009
Dass solche Leute überhaupt ein Forum kriegen ist mir ein Rätsel. In einer Zeit in der Jungedgewalt -massiv- zunimmt und auszuufern scheint ist solch eine Person bzw solch ein Artikel völlig fehl am Platz. Ich selbst war bis vor kurzem Schüler an einer Gesamtschule und musste mich tagtäglich mit Idioten herumplagen, die genau den Lebensstil ausüben wie er mit den Schlagworten dieses Artikel hier beschrieben ist. Drogen, Messerstecherei usw.... Kleine Kinder die anfangen zu pubertieren nehmen dies auf und verinnerlichen es. Wiedergespiegelt findet sich dann solches Verhalten in Schlagzeilen wie "Rentner von Jugendlichen zusammengedroschen", "Jugendbande richtet soundsoviel Sachschaden an, aus Willkür" etc... Natürlich gab es einen Hang zur Gewalt schon immer, aber, dass ein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Trend HipHop und der momentan ins Unerfassbare steigenden Jugendgewalt besteht, daran sollte nicht gezweifelt werden! In einer Gesellschaft in der solche Persönlichkeiten wie dieser Schwerkriminelle seine gewaltverherlichende Meinung publik machen kann in dem er sie einfach als "Song" oder "Rap" deklariert, möchte ich meine Kinder in nicht allzuferner Zukunft nicht aufwachsen lassen. Wenn ich mich(ich komme aus dem Raum Frankfurt/Main) mal genauer umschaue, dann sehe ich den Trend dahin gehend, dass sich die Jungend mehr und mehr aller Werte entsagt und sich auf das verlässt, was solche Rapper so erzählen. Nämlich nichts anderes, als dass man kriminell sein muss um im Leben voran zu kommen. Sie sind nicht meiner Meinung? Dann bitte mal nicht nur diesen Artikel über massiv lesen, sondern mal expliziet darauf achten was in Lieder wie denen von "Massiv" so erzählt wird. Oder einfach mal MTV schauen und den Ton ausmachen bei einem solchen Song. Das reicht schon, die Bilder die dem jüngeren Teil unserer Gesellschaft eingeflößt werden reichen schon aus um mich zu bestätigen.
4. Medial heraufbeschworenes falsches Image von Rap
V.I.P. 23.03.2009
Es ist mal wieder typisch. Anschließend an die älteren Berichte über das "Monster" Massiv war es für mich klar, dass früher oder später nach seinem Album-Release die nächsten neusten Neuigkeiten über den Pfalz-Provinz-Gangster-Rapper erscheinen würden. Im Grunde genommen stimme ich mit der Intention des Autors vollkommen überein. Dass ein Rapper, der von der Musikindustrie geradezu benutzt wurde, um per angesagtem Gangster-Image möglichst viele Platten zu verkaufen, jetzt die sarkastische Quittung erhält, ist in meinen Augen gut vertretbar. Was jedoch hingegen überhaupt nicht vertretbar ist, ist, dass mit einem solchen Artikel einmal mehr das Bild der Rap-Musik (oft verwechselt mit dem Wort "HipHop", welches letztlich nicht für eine Musikrichtung sondern für ein Lebensgefühl, quasi eine Subkultur steht, in der Rap-Musik lediglich tragende Rolle darstellt) verklärt wird. Derartige Artikel tragen dazu bei, dass das Bildungsbürgertum (weiterhin) glaubt, dass Rap die Musik der Menschen mit Migrationshintergrund ist, dass Rap lediglich aus aufgebauten Images - wie bei Massiv - besteht, dass Rap das Sprachrohr der unteren Gesellschaftsschichten ist, dass Rap grundsätzlich eine verwerfliche Musikrichtung ist - denn schließlich serviert der Spiegel uns immer wieder das nächste Puzzleteil, dass sich perfekt in das bisherige Bild einfügt. Als bekennender Rap-Hörer und HipHop-Fan kann ich jene sarkastische Hetze in keinster Weise gut heißen. Mich ärgert es, dass auf der Internetpräsenz eines seriösen Magazins eine derart einsitge Berichterstattung stattfindet (von dem Beitrag zu Samy Deluxe mit seinem "Weltverbesserer"-Rap einmal abgesehen). HipHop ist lange keine zu unterschätzende oder gar abzuwertende Erscheinung mehr in der Bundesrepublik Deutschland. Wir leben in einem Land aus dem das Tragen von Baggy-Jeans (für den Otto-Normal-Verbraucher auch "Schlabberhosen"), Graffiti und letztlich der Sprechgesang nicht mehr wegzudenken sind. Wer die Augen aufmacht, sieht sich täglich mit jener Kultur, die vor knapp 30 Jahren in der New Yorker Bronx entstand, konfrontiert. Anstatt jedoch die Anhänger der Kultur zu integrieren, indem man sich mit dem Thema HipHop objektiv auseinandersetzt und versucht ihn zu verstehen, halten es die Redakteure allen Anschein nach für angebrachter, sich dem Ganzen viel eher mit Hohn und Spott zu nähern und dadurch einen Graben zwischen der Restgesellschaft und den vermeintlich dummen Jeans-in-der-Kniekehle-Trägern zu ziehen. [Fortsetzung im nächsten Beitrag]
5. Medial heraufbeschworenes falsches Image von Rap
V.I.P. 23.03.2009
Dabei hat HipHop so viel gutes zu bieten! Nur um einen kurzen Abriss der positiven Eigenschaften zu liefern: HipHop ist nicht gleich Rap (s.o.). HipHop ist ein Lebensgefühl, eine Kultur, eine Art und Weise den Alltag zu bestreiten. Festigend für ihn sind die vier Säulen des HipHops: Rap, DJing (beides Musik), Breakdance (Tanzen) und Graffiti (Malen, bildende Kunst). Wenn man sich jene vier Eckpfeiler der Kultur ansieht, merkt man gleich, dass es sich primär um Künste handelt, um Kreativität. HipHop ist ein kreativer Ansatz gewesen, damit die Kinder der New Yorker Ghettos (und hier macht es durchaus Sinn von solchen zu sprechen) eine Beschäftigung fernab von Drogenhandel und anderer Kriminalität haben. So war ein gewisser Afrika Bambaata einer der ersten Organisatoren von HipHop-Partys in NYC. Er ermöglichte den Kindern ein neues Hobby. Nicht zuletzt durch die Gründung der "Zulu-Nation" wurde er berühmt als Friedensbringer für die Straßen New Yorks. Als Gegenpol zum Gang-Wesen der Ghettos stellte er mit jener Organisation ein Projekt auf die Beine, dass die Jugendlichen ermutigte den Schritt weg vom (wirklichen) Gangsterleben zu wagen. Das Motto der Zulu-Nation: Durch kreative Austragung von Streit im HipHop Gewalt vermeiden! Die kreative Streitaustragung ist auch heute noch wichtiger Bestandteil - auch wenn sich heute wenige an Bambaata, dem eigentlichen Erfinder des "Battles" erinnern. Somit verabredeten sich die Jungs nicht mehr zu einer Klopperei, sondern trugen ihren Zwist im HipHop-Battle aus. Vier Disziplinen standen zur Auswahl: Tanzen, Malen, Rappen oder Plattenkratzen (DJing). Obgleich heute unter einem Rap-Battle vielmehr nur noch die aggressiv mit Fekalworten ausgetragene Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Sprechsängern verstanden wird, war der Battle-Gedanke schon Ende der 70er Jahre ein wichtiger Schritt weg von der Jugendgewalt hin zum verbalen oder künstlerischen Wettstreit. Im HipHop zählt was man kann. Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Stand spielen keine Rolle. Natürlich hat HipHop noch weit mehr positive Aspekte, jedoch möchte ich an dieser Stelle nur noch einen weiteren hervorheben. Sprechgesang als Form von Poesie! Ich sehe die Texte der Rapper als Dichtkunst an. Die Reimkunst der Rapper wird zu sehr utnerschätzt. Die Botschaft der Texte, die Ästhetik geht zu sehr im Wust an negativen Sensationsnachrichten - wie eben über Al Massicva - unter. Auch das möchte ich ankreiden. Dass Rap eigentlich als eine Wiederbelebung von Gedichten für die Jugend von heute verstanden werden kann, wird nicht beachtet. Es ist schade, dass man sich zu sehr um die Ausschlachtung eines "Gangster-Rappers" bemüht, anstatt dem Volk in einem Artikel den HipHop zu erklären, ihn versuchen dem Leser näher zu bringen. Bedauerlicher Weise scheint der Spiegel jedoch zunehmend dem Sensationsjournalismus zu verfallen, der es garnicht nötig hat die Leserschaft wirklich zu informieren. Ich würde mir erhoffen, dass man sich in Zukunft weniger über die Einschusslöcher im BMW eines gewissen Massivs zu ereifert, ich würde mir erhoffen, dass der Spiegel zukünftig wieder zum seriösen Journalismus, der beide Seiten der Medaille präsentiert zurückkehrt.
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