Livemusik auf St. Pauli Das werden die Highlights des Reeperbahn Festivals

Jubiläum in Hamburg: Zum zehnten Mal kommt ein Schwung voll Bands in die Klubs von St. Pauli. Es spielen die Geheimtipps von heute und vielleicht die Stars von morgen. Was wir von SPIEGEL ONLINE beim Reeperbahn Festival vorhaben, lesen Sie hier.

Heiko Sehrsam

Rund um die weltberühmte Reeperbahn wird schon eifrig gewerkelt: Zelte werden aufgestellt, Bauzäune bemalt, Hinweise auf Straßenecken gesprayt, improvisierte Bühnen aufgebaut, Klubs durchgefeudelt. Selbst in einem Viertel wie St. Pauli, das Aufregungen nun wirklich gewohnt ist, meint man ein leichtes Kribbeln zu spüren: Es ist Reeperbahn-Festival-Zeit.

Die Klubs, die gibt es ja sowieso rund um die Reeperbahn, aber, so ehrlich muss man sein, immer richtig super ist ihr Musikprogramm normalerweise nicht. Vor zehn Jahren wurde erstmals die Idee umgesetzt, sie für diese etwas andere Art von Festival zu nutzen: Statt auf einer gigantischen Bühne auf irgendeinem Feld spielt die Musik auf vielen kleinen Bühnen, die man alle in höchstens einer Viertelstunde zu Fuß erreichen kann.

Vorbild für Festivalgründer Alexander Schulz war ausdrücklich das South By Southwest im texanischen Austin. Das ist in der Musikbranche schon lange legendär, auch weil strikt eingehaltene Anfangszeiten das Klub-Hopping erleichtern. Aber in Deutschland war das Prinzip des Festivals ohne Headliner beim großen Publikum nicht bekannt - entsprechend zäh verlief 2006 der Start auf der Reeperbahn.

Zehn Jahre später ist das Reeperbahn Festival etabliert, sowohl beim Publikum, das den Spaß am Entdecken vielleicht noch wenig bekannter Bands gelernt hat, als auch bei der Branche, die sich tagsüber auf Tagungen und Konferenz trifft.

Das ist das Programm auf SPIEGEL ONLINE:

Von Donnerstag bis Sonnabend bieten wir täglich Livestreams vom Reeperbahn Festival an. An allen drei Tagen zeigen wir ab 17 Uhr Ray's Reeperbahn Revue, den beliebten Festivaltalk mit MTV-Europe-Gesicht Ray Cokes.

Am Donnerstagabend können wir aus dem Docks den Auftritt von Wanda zeigen, der Band, die (zusammen mit Bilderbuch) für die große Austro-Pop-Renaissance verantwortlich gemacht wird. Ebenfalls eine Band und keine Einzelperson: Lukas Graham aus Dänemark, die vorher beim NDR-2-Abend spielen.

Am frühen Freitagabend gibt es zwischen Ray Cokes und dem Abendprogramm bei uns noch einen kleinen Konversations-Zwischengang: New Order sind zurück mit einem neuen Album, "Music Complete", und sprechen im Grünspan darüber. Sie können per Stream zuhören, ab 19 Uhr.

Den Livestream am Abend bestreitet das Label Warner Music, das im Docks seine britischen Bands Vant, Coasts und Rudimental vorstellt.

Am Samstagabend kommt dann wiederum die Konkurrenz von Universal Music zum Zuge, die in der Großen Freiheit 36 Family of the Year, James Morrison und Leslie Clio auftreten lassen - wir sind per Stream dabei.

Und sollten Sie selbst rund um die Reeperbahn unterwegs sein, hätten wir auch noch ein paar Tipps und Favoriten für Sie: die Londoner Pub-Rock-Aktualisierung Palma Violets, das neue Projekt von Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller namens Von Brücken, die kanadische Songwriter-Hochbegabung Dan Mangan und den zauberhaft zweistimmigen Mann-Frau-Pop von Oh Wonder (alle Uebel & Gefährlich am Freitag) zum Beispiel.

Oder aber Sie werfen einen Blick auf die in unserer "Abgehört"-Kolumne hochgelobten And The Golden Choir (Indra, in der Nacht zu Samstag), Mac DeMarco (Große Freiheit 36, Freitag), Petite Noir (Nochtspeicher, ebenfalls in der Nacht zu Samstag) oder Trümmer (Grünspan, Samstagabend). Oder sie machen sich ein eigenes Bild im pop-ästhetischen Streitfall der Stunde, dem Schlager-Rapper Romano (Moondoo, Donnerstag). Oder sie geben lokalen Newcomern wie Chefboss (Moondoo, Freitag) oder Tom Klose (Knust, Donnerstag) eine Chance. Noch mehr Tipps finden Sie in unserer Fotostrecke. Das ganze Programm gibt es auf der Festivalhomepage.

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
abunono 23.09.2015
1.
Super Lineup.Da bleib ich lieber bei der Muttet.
tillmatic 23.09.2015
2. Hauptsache günstig...
... Keine grossen Gagen...Und es finden sich immer ein paar Leute die sich damit schmücken komplett unbekannte Bands zu kennen...Aber schön wenn man damit Geld verdienen kann
schmuddelomma 23.09.2015
3.
...auf St.Pauli...
schokohase123 23.09.2015
4. An die Kommentatoren 1,2 und 3...
Kann man nicht einfach auf ein Musikfestival gehen und dort Spaß haben? Muss es immer das Wahnsinns-Lineup sein? Ich sage Nein. Eine der tollsten musikalischen Erfahrungen war ein Samstagabend in der Delfter Innenstadt, an dem vor etlichen Pinten irgendwelche Noname-Musiker auf selbstgezimmerten Minibühnen exzellent amtlich abgeliefert haben. Das hat noch Flair und Charakter, und wieso sollte das in HH nicht auch so sein? Bloss weil Sie die Musiker nicht kennen, muss das für andere nicht auch gelten.
troy_mcclure 24.09.2015
5.
Die Reeperbahn... da fällt mir immer Udo Lindenbergs Lied ein: "...Reeperbahn wenn ich dich heute so anseh: Kulisse für 'n Film der nicht mehr läuft, ich sag dir das tut weh..."
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