Republic Records Labelchef wegen Belästigungsvorwürfen beurlaubt

Sein Label hat Stars wie Ariana Grande, The Weeknd und Lorde unter Vertrag. Eine ehemalige Mitarbeiterin wirft Charlie Walk nun sexuelle Belästigung vor.

Charlie Walk
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Charlie Walk


Der Chef des Musiklabels Republic Records, das Stars wie Ariana Grande, Lorde und The Weeknd unter Vertrag hat, ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung beurlaubt worden. Charlie Walk sei am Mittwoch beurlaubt worden, unterdessen prüfe eine Anwaltskanzlei die Vorwürfe gegen ihn, teilte der Mutterkonzern Universal Music mit. Republic Records sei verpflichtet, ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter fair und respektvoll behandelt würden. Auch am Finale der Casting-Show "The Four", in der er neben P. Diddy und DJ Khaled als Juror wirkte, wird Walk nicht teilnehmen, teilt der US-Sender Fox mit.

Zwei Tage zuvor hatte Tristan Coopersmith - Gründerin einer kalifornischen Frauen-Fitnesskette - ihrem ehemaligen Chef Walk in einem offenen Brief vorgeworfen, sie wiederholt sexuell belästigt zu haben. Damals arbeiteten beide bei Columbia Records, Teil von Sony Music.

Der verheiratete Walk habe sich ihr gegenüber auf schlüpfrige Weise über seine sexuellen Fantasien geäußert, sie bei Arbeitsessen unter dem Tisch begrapscht und bei einer Veranstaltung in seinem Haus auf sein Bett geworfen, schrieb Coopersmith.

"Für Dich, Charlie Walk, war Dein Verhalten normal", schrieb sie. Für sie aber sei es beleidigend und verwirrend gewesen. Als sie Walks Verhalten gemeldet habe, sei sie mit Geld zum Schweigen gebracht worden und habe das Unternehmen verlassen.

Ein renommierter Verfasser eines Newsletters der Branche, Bob Lefsetz, berichtete von zwei weiteren Opfern, ohne deren Namen zu nennen.

Walk wies die Vorwürfe zurück. Er habe in seiner mehr als 25-jährigen Karriere nie Klagen über sein Verhalten gehört, erklärte er. Vielmehr habe er immer die Frauenbewegung unterstützt.

cpa/afp

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