Revival-Konzert Whole Lotta Love für "Led Zeppelin"

Der Mythos lebt, die Magie der musikalischen Kraft ist unverbraucht - und der Jubel frenetisch. In London spielte die legendäre Rockband "Led Zeppelin" ein furioses Revival-Konzert. Fans und Kritiker sind sich einig in hymnischer Verehrung für die hohe Kunst genialer Riffs.


London - Von der "Mutter aller Band-Revivals" schwärmt die Londoner "Times", von der Wiederkunft - und Neuentdeckung - "alter Kraft" kündet die amerikanische "New York Times" und als schlicht "Led-gendär!" ruft das Boulevardschlachtross "The Sun" dieses Ereignis aus. Keines war so sehnsüchtig, mit so hohen Erwartungen antizipiert worden, kaum eines wurde je so einhellig bejubelt.

Die legendäre Rockband "Led Zeppelin" begeisterte mit ihrem ersten großen Livekonzert seit fast drei Jahrzehnten rund 20.000 Fans in London. "Ich habe sie live gesehen! Jetzt habe ich wahrhaftig etwas über Musik gelernt", "Phantastisch! Ich bin überwältigt!", "Alle unsere Wünsche haben sich erfüllt" - nach dem Event waren die Reaktionen der Zeppelin-Verehrer einhellig. Umgerechnet 175 Euro hatten sich die Konzertbesucher die Tickets kosten lassen.

Die Prominenz aus Musik- und Showbusiness musste sich um Tickets nicht sorgen und war reichlich vertreten: Die Skandal-Models Kate Moss und Naomi Campbell waren da, die Indie-Rocker Arctic Monkeys, David Gilmour von Pink Floyd, Queen's Roger Taylor, die Krawallbrüder Noel und Liam Gallagher von Oasis, Mick Jagger - und natürlich Sir Paul McCartney.

Die drei Bandmitglieder der Urformation, Sänger Robert Plant, Gitarrist Jimmy Page und Bassist John Paul Jones wurden an den Drums von Jason Bonham verstärkt, dem Sohn des 1980 verstorbenen Drummers John Bonham.

Das Konzert startete mit einer, wie es heißt, "nahezu perfekten" Performance von "Good Times Bad Times", gefolgt von "Ramble On", was die Befürchtungen der Fans zerstreute, Robert Plant sei höheren Tonlagen nicht mehr gewachsen.

Scheinbar mühelos gelang es den reifen Herren auf der Bühne, den noch bestens in der Erinnerung ihrer Verehrer verhafteten Zauber musikalischer Genialität zu entfalten: "Manche Bands ziehen das Tempo an, wenn sie ihre alten Songs spielen", urteilt die "New York Times". "Schnell zu spielen ist so eine Art Schutzpanzer. Led Zeppelin dagegen sind bedächtiger geworden. Die Band hat zu Tempi gefunden, die noch anmutiger sind als die, die man von alten Live-Aufnahmen her kannte."

Jimmy Pages Gitarrenriffs beschreiben verzückte Kritiker nach wie vor als "enorm, herrlich böse, großartig". Er habe Akkorde gespielt mit einer Macht, "als schleudere Thor Blitz und Donnerkeil aus den Himmeln", so die "Times". Im Publikum griffen überwältigte Anbeter seiner Kunst in verzückter Heldenverehrung zur Luftgitarre - eine anrührende Form totaler Reverenz.

Ein besonderer Druck mag auf Jason Bonham gelastet haben, der seinen Vater an den Drums jedoch mehr als ersetzte. Als "fehlerfrei" wird seine Performance gelobt, mehr noch: "Ehrfurchtsvoll" hätten die anderen Bandmitglieder seine Hingabe, seine musikalische Präsenz und Energie am Ende von "Black Dog" beobachtet.

Bei den Proben vor ein paar Wochen soll Robert Plant noch geklagt haben: "Mühevoll" sei es, einem 60-jährigen Körper die Stimmleistung eines 20-jährigen Mannes abzuverlangen. "Er hätte sich nicht sorgen müssen", urteilt die "Times": "Ein altes Gerät braucht vielleicht eine Weile, bis es rund läuft, aber wenn die Ventile erst mal durchgepustet sind, erkennt man echte Qualität."

pad/tdo mit Material von AP



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Seite 1
Shlomo 13.09.2007
1.
Nee, kein Interesse. Der Schlagzeuger John Bonham, die geniale Rhythmusstütze der Band, ist tot, da gibt es kein glaubwürdiges Comeback der Gruppe. Vielleicht sollten es die Übriggebliebenen mit einem Musical im Westend versuchen ;-)
altebanane 13.09.2007
2.
Dat wär mir zu teuer. Vor allem weil Robert Plant schon vor ca. 10 Jahren ganz alleine auf dem Bizarre war und die Led Zeppelin Songs dort auch ohne den Rest der Truppe ganz gut hinbekommen hat. Und da haben 3 ganze Tage nur 200 Mack gekostet ;).
vubler, 13.09.2007
3. happige Preise
Was sich derzeit alles reformiert und was für Konzerte alter Haudegen verlangt wird, geht auf keine Kuhhaut! Schon 100 € für Police empfand ich als Frechheit, aber anscheinend lassen sich einige Leute Nostalgie etwas kosten.... Was anderes: Im Spiegel-Bericht steht folgendes: "Für das Konzert zugesagt haben außerdem die Rock-Dinosaurier Pete Townshend von The Who, Bill Wyman von Foreigner sowie der schottische Sänger Paolo Nutini" Bill Wyman war bei Foreigner? So etwas!! Vor, während oder nach den Stones ? ;)
Volker Gretz, 13.09.2007
4.
Zitat von sysopLed Zeppelin vor dem Comeback: Es ist ihr erstes Konzert seit fast 20 Jahren, und Millionen Menschen wollen hin. Was denken Sie über die Reunion der legendären Band? Würden Sie wie in England umgerechnet 183 Euro Eintritt für Jimmy Page &/ Co. bezahlen?
Grundsätzliche ja. Allerdings dürfte es nichts mit dem grasierenden "Eventtourismus" zu tun haben - es müßte schon in der Nähe meine Wohnorts stattfinden. Eigentlich erstaunlich preiswert, wenn man in Betracht zieht das die Vollplayback-Madonna ähnliche Preise nimmt. Obwohl es immer ein Risiko ist, so ein Dinosaurierkonzert zu besuchen. Man kann sich selbst viele Illusionen und Legenden zerstören. Was wohl die Deutschland sucht den Super- / Pop- / Ultimativstar-Industrie auf diesen Erfolg reagiert? Noch etwas mehr Tanzausbildung? :-)))
kutowski, 13.09.2007
5.
Zitat von sysopLed Zeppelin vor dem Comeback: Es ist ihr erstes Konzert seit fast 20 Jahren, und Millionen Menschen wollen hin. Was denken Sie über die Reunion der legendären Band? Würden Sie wie in England umgerechnet 183 Euro Eintritt für Jimmy Page &/ Co. bezahlen?
nö, würde ich nicht. ich kann mir auch kaum vorstellen, dass plant mit fast 60 jahren die stimme hat. die zeit geht ja bekanntlich an niemandem vorbei ;-) ich behalte led lieber so in erinnerung, wie sie waren.
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