Kultur

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Rock gegen rechts

Und plötzlich steht der Grönemeyer auf der Bühne

Das Dorf Jamel gilt als Neonazi-Hochburg. Seit Jahren findet dort ein Musikfestival gegen Rechtsextremismus statt. Dieses Jahr kam wieder ein Überraschungsgast nach Mecklenburg-Vorpommern.

Samstag, 25.08.2018   10:53 Uhr

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Die 1200 Besucher des Festivals staunten nicht schlecht, als Herbert Grönemeyer die Bühne enterte. Der 62-Jährige spielte Hits wie "Mensch", "Alkohol", "Männer" und "Die Härte". "Ich bin jetzt 62, ich habe noch nie eine Zeit erlebt, in der es so wichtig war, laut zu sein", sagte Grönemeyer mit Blick auf die Gefahr von rechts.

"Jamel rockt den Förster" oder auch "Forstrock" heißt die Veranstaltung, die 2007 als Zeichen gegen rechts von einem ortsansässigen Ehepaar ins Leben gerufen wurde. 2015 wurde das Festival deutschlandweit bekannt: Es gab einen Brandanschlag aus der rechten Szene auf eine Scheune des Hofs, auf dem das Open Air stattfindet. Daraufhin entschlossen sich die Toten Hosen zu einem spontanen Auftritt.

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Seitdem haben prominente Überraschungsgäste auf dem kleinen Festival Tradition. 2016 kamen Die Ärzte, 2017 die Beatsteaks und Slime, 2018 nun Grönemeyer - ihm folgten ebenfalls prominente Acts wie Kettcar sowie die Rapper Marteria und Casper. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist Schirmherrin und besuchte "Jamel rockt den Förster" ebenfalls. Die 1200 Tickets für das Festival waren schon seit Februar ausverkauft.

mhe

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